25 Bäume wurden am Dienstag im Oedinger Busch gefällt. Die Notwendigkeit dieser Verkehrssicherungsmaßnahme war im Juli im Rahmen einer Kontrollschau festgestellt worden. © Markus Gehring
Baumfällung

25 Bäume im Oedinger Busch gefällt – aus einem ganz bestimmten Grund

Gut zwei Dutzend Bäume wurden am Dienstag im Oedinger Busch gefällt. Im Juli musste diese Maßnahme im Rahmen einer Kontrollschau angeordnet werden, berichtet die Revierförsterin Andrea Balke.

25 Bäume wurden am Dienstagmorgen im Oedinger Busch Opfer der Motorsäge. „Leider, aber notwendig“, erklärt die Revierförsterin Andrea Balke. Nach einem Ortstermin am 12. Juli habe man diese Verkehrssicherungsmaßnahme anordnen müssen. Betroffen von der Fällung seien allein Bäume, die tatsächlich abzubrechen oder umzukippen drohten, „gefällt wurden nur die notwendigsten Bäume“. Der Fokus liege dabei auf Bäumen, die am Rand oder an Wegen standen. Wirtschaftliche Gründe seien nicht maßgeblich gewesen.

Zweimal jährlich führen Andrea Balke und Kollegen im Landesbetrieb Wald und Holz, Forstbetriebsbezirk Velen, zu dem Südlohn und Oeding gehören, Baumkontrollschauen durch, „einmal im belaubten und einmal im unbelaubten Zustand des Waldes“, so Andrea Balke. Die Gemeinde Südlohn hatte das Regionalforstamt Münsterland speziell für den Oedinger Busch beauftragt, daraufhin sei man im Juli dort auch vorstellig geworden.

Angeschlagene Bäume könnten zur Gefahr für Passanten werden

„Dabei beurteilen wir allein unter dem Aspekt, welche Bäume tatsächlich zu einer Gefahr für Passanten werden könnten“, betont die Revierförsterin. Gerade im Oedinger Busch lasse man auch alte Bäume bewusst lange stehen, in diesem Fall seien aber auch einige kranke Exemplare ausgemacht worden.

Noch im Mai war der Oedinger Busch zum Teil für Spaziergänger gesperrt worden, er gilt als stark besuchter Wald. Das Sturmtief „Eugen“ hatte seine Spuren hinterlassen. Dabei waren unter anderem alte Buchen abgedreht und abgebrochen worden. Apropos alte Bäume: Diese hätten deutlich mehr unter den letzten drei trockenen Extremwetterjahren gelitten.

Mit schwerem Gerät wurden die gefällten Baumstämme abtransportiert.
Mit schwerem Gerät wurden die gefällten Baumstämme abtransportiert. © Markus Gehring © Markus Gehring

„Für diese macht es schon was aus, wenn das Glas immer nur halb- oder gar ein Viertel voll ist“, bringt es Andrea Balke auf den Punkt – und spricht auch die sogenannten Sekundärkrankheiten bei Bäumen an. Zu diesen zählt unter anderem der Pilzbefall, weil Bäume zum Beispiel an Vitalität einbüßen. An manchen Bäumen würden die Folgen dieser Trockenheit auch erst nach zwei, drei Jahren sichtbar. Die jungen Bäume hätten die Trockenheit deutlich besser verarbeitet. Gerade dieses recht feuchte Frühjahr habe den jungen Bäumen gutgetan.

Gemeinde Südlohn bemüht sich sehr um Aufforstung

25 Bäume, darunter 18 Rotbuchen, zwei Hainbuchen, drei Eichen und je eine Birke und Kiefer, mussten nun weichen. Sicher, jede Abholzung schmerze. Aber Andrea Balke freut sich auf der anderen Seite, dass die Gemeinde Südlohn „voll dabei ist und sehr gut unterstützt“ – gerade auch in Sachen Aufforstung, vor allem mit „klimastabilen Arten“.

Zwei große junge Kulturen wachsen nach ihren Angaben aktuell, für das Jahr 2022 sei geplant, weitere junge Bäume anzupflanzen.

Betroffen von der Maßnahmen waren vor allem ältere Bäume, die besonders unter den jüngsten extrem trockenen Sommern zu leiden hatten.
Betroffen von der Maßnahmen waren vor allem ältere Bäume, die besonders unter den jüngsten extrem trockenen Sommern zu leiden hatten. © Markus Gehring © Markus Gehring

„Der Oedinger Busch ist bewusst als Erholungswald aufgebaut“, erklärt Andrea Balke. Dieser sei ein „sehr struktur- und artenreicher Wald“: So würden unter anderem auch einmal Wildkirsche oder Esskastanie untergemischt. Von der Biodiversität profitierten auch Vögel und andere Tiere. „Das begrüßen wir natürlich sehr“, berichtet die Revierförsterin.

Manche durch Wind abgebrochene Totholzstämme würden gar stehengelassen, für Spechte zum Beispiel. „Andere Tiere wie Fledermäuse, die auch in Höhlen leben, übernehmen diese dann“, berichtet Andrea Balke. Insgesamt sieht Andrea Balke einen fortschreitenden Prozess in einem vitalen Wald. „Wald ist lebende Natur, sehr dynamisch und nicht statisch“, betont die Försterin.

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