Noch frisch sind die Erinnerungen beim Betreuerteam des Zeltlagers Oeding an die jüngste Ferienfreizeit. Nun gab es neben dem sogenannten „Nachlager" mit Fotoschau noch einen besonderen Nachschlag. © privat
Preisträger

3000 Euro fürs Zeltlager Oeding – davon werden bald alle „Picos“ profitieren

Die Entscheidung steht: Der Heimat-Preis 2021 und 3000 Euro gehen an das Zeltlager Oeding. Das Betreuerteam weiß auch schon, wie es diese Prämie investiert. Zudem gibt es zwei zweite Preise.

Gewusst hatten sie von diesem Antrag nichts, umso größer war nun die Freude: Fabio Mümken, Luisa Gräßler und Jonas Terschluse vom Zeltlager Oeding (ZLO) wurden nun völlig überrascht von der Nachricht, dass das ZLO mit dem Heimat-Preis 2021 der Gemeinde Südlohn ausgezeichnet wird. Das Trio steht stellvertretend für ein großes Team an Organisatoren und Betreuern.

Und eine Verwendung für die 3000 Euro Preisgeld haben sie ebenso bereits. Das Geld soll in die mobile Küche investiert werden. „Die ist in die Jahre gekommen“, erklärt Luisa Gräßler.

In nichtöffentlicher Sitzung hatte der Ausschuss für Kultur, Sport und Ehrenamt Ende September über die Preisträger beraten. „Insgesamt waren 15 Vorschläge eingegangen“, berichtet Markus Wellermann vom Fachbereich Zentrale Dienste und Zentrale Steuerung.

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Auslobung und Verleihung des „Heimat-Preises“ durch Preisgelder und befähigt damit die Gemeinden, das lokale Engagement von zigtausenden ehrenamtlich Tätigen zu würdigen.

Das Motto lautete „Kultur verbindet“. Und diesem kämen nicht nur der erste Preisträger, sondern auch die beiden Zweitplatzierten, Berthold Gröting und der Kinder- und Familienkarneval (KFK), nach, die jeweils 1000 Euro erhalten.

Zeltlager ist ein Stück Oedinger Heimatkultur

In der Begründung heißt es: Das Zeltlager Oeding gibt es bereits seit 1975. Es stehe für ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl und gehöre damit wohl zur Oedinger Heimatkultur, teilt die Verwaltung mit. Viele Erwachsene von heute könnten aus der Zeit erzählen, als sie noch „Pico“ waren.

„Pico“ heißen nämlich die Kinder, die mit dem Zeltlager mitfahren. Und einem dieser Ehemaligen dürfte man diese besondere Belohnung verdanken, glaubt Luisa Gräßler: „Wir wissen nicht, wer uns vorgeschlagen hat. Wir können es nur vermuten.“

Noch frisch seien die Erinnerungen an das Lager 2021 unter dem Motto „Picos of the Caribbean“ in Lathen. 2020 hatte man coronabedingt eine Alternative auf dem Sportplatz organisieren müssen. Mit diesem Preis werde man die Planungen für das Lager 2022 nun noch motivierter in Angriff nehmen, so Gräßler.

Aktuell sei man damit beschäftigt, ein Ziel ausfindig zu machen. Etwas Neues oder wieder einer der vielen Klassiker aus 45 Jahren? Luisa Gräßler kann die Karten noch nicht offen auf den Tisch legen.

Der Termin steht bereits: 18. bis 30. Juli 2022. Dann wird sich wieder eine „bunt gemischte Gruppe“ aufmachen, um gemeinsam einige spannende Ferientage zu verleben. Betreut von einem 14-köpfigen Team, in dem viele selbst schon als Kind mitgefahren waren. Und „bekocht“ aus eben einer mobilen Küche mit dann neuem Inventar. „Wir haben ja kein Küchenteam“, erklärt Luisa Gräßler.

Finanziert wird das ZLO aus Elternbeiträgen, einer Förderung des Kreises Borken und durch Spenden. Daher mussten die Organisatoren nicht lange überlegen, was man mit dem Preisgeld alles anfangen kann.

„Die Küche ist älter als wir“

„Die Küche ist älter als wir“, sagt Fabio Mümken und lacht. Genauer gesagt an die 30 Jahre. Für eine komplette neue Küche werde das Geld zwar nicht ganz reichen, aber „zum Beispiel neue Töpfe wollen wir nun anschaffen“, berichtet Luisa Gräßler.

Auf der Facebookseite heißt es dazu: „Trotz nostalgischer Erinnerungen wird es nun Zeit für Erneuerungsarbeiten, damit auch im nächsten Jahr wieder Spaghetti Bolognese, Chili con Carne und der legendäre Pudding auf dem Speiseplan stehen können. Seid gespannt!“

Auch Berthold Gröting gehöre mit seinen Ortsführungen zur Südlohner Orts- und Heimatkultur, so die Verwaltung. Seit 2014 führe er Gruppen durch Südlohn und erzähle in lustigen Geschichten und mit manch amüsanter Anekdote, wie es dort in den 50er-, 60er- und 70er-Jahren zuging. Zwischen 20 und 25 Führungen macht er so jedes Jahr.

Das Geld, das er dabei sammelt, spendet er für gute Zwecke in seinem Heimatort. „Richtig perplex“, sei er gewesen, als er von dem Preis erfahren habe, berichtet Berthold Gröting auf Nachfrage: „Damit habe ich nicht gerechnet, eine schöne Geste.“

Der KFK stehe für die Karnevalskultur und verbinde – wie es der Name schon sagt – Jung und Alt miteinander. Zum Verein gehören drei Gardetanzgruppen in verschiedenen Altersklassen, zwei Showtanzgruppen für Kinder oder Erwachsene, eine Prinzengarde, der Elferrat und nicht zuletzt der Ehrensenat, dem die verdienten Vereinssenioren angehören.

Seit nunmehr 22 Jahren bereichere der Kinder- und Familienkarneval das gesellschaftliche Leben mit Prinzenproklamationen, Kinderbüttnachmittagen und dem großen Karnevalsumzug mit anschließender Jugendparty. Und gerade für den Nachwuchs und die verschiedenen Gruppen wolle man die Prämie einsetzen, erklärt Präsident Robert Gröting. Die Überraschung im Verein sei groß gewesen.

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