44 Grabstätten auf Oedinger Friedhof verwüstet – zu zwei Tatzeiten

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Gleich zwei Mal haben am Dienstag und Mittwoch Unbekannte vor allem Grablaternen auf dem Friedhof in Oeding beschädigt. Viele Geschädigte haben unwiederbringliche Erinnerungsstücke verloren.

Südlohn

, 18.06.2020, 19:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das geht gar nicht.“ Immer noch fassungslos zeigt sich Günter Dönnebrink am Donnerstagmorgen, als er das gesamte Ausmaß noch einmal zusammenfasste. Eine solche Form des Vandalismus, wie er auf dem Friedhof in Oeding geschehen ist, habe er in seinen vielen Berufsjahren noch nicht gesehen. „Das geht doch tief in den persönlichen Bereich der Betroffenen hinein.“ Wie die Polizei mitteilt, haben Unbekannte auf insgesamt 44 Grabstellen Verwüstungen angerichtet – und das wohl gleich zu zwei verschiedenen Tatzeiten, wie der Friedhofsgärtner berichtet.

Tatzeiten am Dienstagabend und Mittwochmittag

Schon am Dienstagabend sollen „so zwischen 19 und 20.30 Uhr“ der oder die Täter speziell Grableuchten zerstört haben, am Mittwochnachmittag seien dann weitere Schäden festgestellt worden, die vom vormittag und mittags angerichtet worden sein müssen. Die Polizei, selbst am Mittwoch mit einer Streifenwagen vor Ort, gibt an, dass eine der Geschädigten die Tatzeit auf 11 bis 15 Uhr eingrenzt. „Da waren dann Reihen betroffen, in denen am Mittwochmorgen noch nichts zu sehen war“, so Dönnebrink.

Insbesondere auf Grablichter hatten es der oder die Täter abgesehen. Viele wurden aufgerissen, der Glaseinsatz wurde zerstört.

Insbesondere auf Grablichter hatten es der oder die Täter abgesehen. Viele wurden aufgerissen, der Glaseinsatz wurde zerstört. © Markus Gehring

Das bestätigt eine Leserin der Münsterland Zeitung, die selbst gleich doppelt betroffen ist. Informiert worden war sie am Mittwochmorgen von einer Bekannten. Sie solle mal auf dem Friedhof schauen, da sei „Etliches passiert“. „Auf dem Grab meines Mannes wurden die Lichter zerstört, ebenso bei meinen Schwiegereltern.“

Zerstörte Leuchten und umgeworfene Vasen

Von einer anderen Betroffenen habe sie erfahren, dass bei dieser gleich „ein ganzes Metallgitter über den Buchsbaum geworfen“ worden war. Die Polizei berichtet von beschädigten und zerstörten Leuchten, die auf den Gräbern lagen.

Die Spur der Verwüstung war enorm. Selbst auf Gießkannen wurde mit Gewalt eingewirkt.

Die Spur der Verwüstung war enorm. Selbst auf Gießkannen wurde mit Gewalt eingewirkt. © Markus Gehring

Glasscherben säumten die Wege der Ruhestätte. Günter Dönnebrink hat umgestürzte Blumenvasen sowie Leuchten, die wohl mit einem harten Gegenstand bearbeitet und umgestoßen wurden, gesehen. Bei anderen seien die Abdeckungen abgerissen worden. Und dies alles bei Tageslicht.

„Da hängt man doch dran"

Wie die Leserin weiter mitteilt, seien am Mittwoch und Donnerstag entsprechend viele Geschädigte auf dem Friedhof gewesen: „Die haben alle nur mit dem Kopf geschüttelt.“ Sie habe die Scherben zusammengefegt, die Leuchten könne ihr niemand ersetzen: „Das sind doch Erinnerungsstücke, die kann man nicht wiederbringen. Da hängt man doch dran. Wer macht denn so was?“

Zerstörte Erinnerungsstücke: Neben dem materiellen Schaden erlitten die Betroffenen vor allem auch einen ideellen Verlust.

Zerstörte Erinnerungsstücke: Neben dem materiellen Schaden erlitten die Betroffenen vor allem auch einen ideellen Verlust. © Markus Gehring

Polizei bittet um Mithilfe

Der Gesamtschaden kann derzeit nicht beziffert werden. Geschädigte und Zeugen werden gebeten, sich mit der Kripo in Borken unter Tel. (02861) 9000 in Verbindung zu setzen.

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