Im digitalen Format informierte der Vorhabenträger Amprion über die weitere Planung zur Strom-Autobahn A-Nord. © Nils Dietrich
Meinung

A-Nord wird konkret: Sagt es den Menschen doch auch ins Gesicht!

In einem digitalen Bürgerdialog hat Amprion Fragen zur Stromtrasse A-Nord beantwortet. Der Netzbetreiber sollte schnell vor Ort noch einmal mit den Menschen sprechen, meint Michael Schley.

Groß war das Paket an Informationen, das Amprion den Teilnehmern an einem digitalen Bürgerdialog an die Hand gegeben hat, Fragen wurden zugelassen. Transparenz ist dem Netzbetreiber wichtig. Gut so! Aber: Eine Diskussion war nicht möglich, das geht nur in einer Präsenzveranstaltung. Echter Dialog und eine gesunde Streitkultur sehen anders aus.

Die Fakten liegen auf dem Tisch. „Das Projekt wird immer konkreter und auch die Fragen werden mehr“, so Projektsprecher Jonas Knoop. Und auch die Betroffenheit wird konkreter. Der Eintrag des Nutzungsrechts für Amprion in das Grundbuch des Eigentümers stellt einen erheblichen Eingriff dar. Das ist mit Emotionen verbunden. Digital und mit strukturiert und anonymisiert vorgetragenen Fragen kann man dies nur sehr bedingt transportieren, schon gar nicht diskutieren.

Digitales Format spricht nicht gesamte Zielgruppe an

„Nur“ rund 50 Teilnehmer hatten sich angemeldet, womöglich waren also auch viele potenzielle Betroffene „technisch ausgegrenzt“. Man hat in allen vier Abschnitten – seit März unter jeweils unterschiedlichen Corona-Rahmenbedingungen – gleichberechtigt informieren wollen, teilt Amprion mit. Gute Einstellung.

Aber noch einmal: Es gibt auch jetzt bessere Möglichkeiten, auf die Menschen zuzugehen. „Münsterländer kebbeln sich gerne“, meinte Lucas Kaufmann von Amprion. Sie stünden auch für konstruktiven Austausch. Beides stimmt. Also: Nutzt die Chance bald noch einmal und holt sie vor Ort ab!

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