Bei Familien mit Wickelkindern fällt durch die Windeln viel Restmüll an. Deswegen kostenlose „Windelsäcke" einzuführen, lehnte der Umweltausschuss rundweg ab. Familien sollten anders entlastet werden. © picture alliance / dpa
Familien in Südlohn

Abfuhr für kostenlosen Windelsack – besser Begrüßungsgeld für Familien?

Aus der Einwohnerschaft kam die Anregung, junge Familien mit der Einführung eines kostenlosen „Windelsacks“ zu entlasten. Der Vorschlag fiel im Umweltausschuss glatt durch. Die Gründe.

Aus der Einwohnerschaft kam der Antrag an die Südlohner Kommunalpolitik, in der Gemeinde einen kostenlosen „Windelsack“ einzuführen, um Familien mit Kindern im Wickelalter finanziell zu entlasten. Der „Windelsack“ solle es den Familien ersparen, so der Antragsteller, dass diese Familien sich keine große und vor allem teure Restmülltonne anschaffen müssen.

Kämmerin Birgit Küpers hatte viele Gegenargumente

Kämmerin Birgit Küpers hatte in ihrer Stellungnahme zum Antrag für den Umweltausschuss einige Gegenargumente aufgeführt. Zum einen bringe die Entsorgung der Windeln über die Restmülltonne in der Praxis kaum Probleme mit sich. Küpers: „Da ist bislang nichts an uns herangetragen worden.“

Zum anderen zeigten Erfahrungswerte, dass auch bei vierwöchentlicher Restmüllabfuhr die 240-Liter-Tonne in der Regel ausreiche. Die Mehrkosten bei einer Umstellung von einer 120- auf eine 240-Liter- Restmülltonne bezifferte Birgit Küpers auf rund 90 Euro im Jahr.

Probleme sah die Kämmerin bei der Abfuhr: Für solche Säcke müsse ein Seitenladerfahrzeug zu den betreffenden Haushalten in Südlohn fahren, ferner müsste auch kontrolliert werden, dass die kostenlose Windelsäcke nicht „zweckentfremdet“ werden. Gerade Letzteres hielt sie sowohl für die Mitarbeiter von Abfuhrunternehmen oder der Gemeinde nicht zumutbar und im Hinblick auf eventuelle Krankheitserreger auch für bedenklich.

Windelsäcke auch für Tagesmütter und Pflegedienste ?

Weitere Frage: Müsste diese Regelung auch auf Tagesmütter, Kitas, Pflegedienste, Altenheime angewendet werden? Alles in allem kam sie zu dem Schluss: „Zur Familienförderung ist diese Lösung nicht geeignet, so dass hier bei

Bedarf andere Lösungen gefunden werden müssten.“

„Da wäre ein Begrüßungsgeld von 200 Euro besser“

Das sahen die Kommunalpolitiker nicht anders. „Da wäre ein Begrüßungsgeld von 200 Euro besser“, befand Rudolf Terhörne (SPD). Leo Schrote (WSO) fand die Ausführungen der Kämmerin auch „einleuchtend und schlüssig“. Er hatte einen anderen Vorschlag: Man könnte Familien mit Kindern im Wickelalter eine Art Startergeld dafür auszahlen, wenn sie auf Stoffwindeln umsteigen.

Elisabeth Rathmer (CDU) lehnte die Anregung auch ab. „Es gibt auch Familien mit älteren, pflegebedürftigen Menschen. Die müssten wir auch mit ins Boot nehmen“, sagte sie. In Südlohn und Oeding klappe sicher noch das Prinzip der Absprache in der Nachbarschaft, wenn es um Platz in der Mülltonne geht. „Die Situation ist ja nicht neu“.

Ob die Gemeinde Familien ein Start- oder Begrüßungsgeld zahlen könne, solle in den Haushaltsberatungen diskutiert und entschieden werden, meinte Dr. Joachim Musholt (SPD), bevor die Anregung des Einwohners einstimmig abgelehnt wurde.

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Anne Winter-Weckenbrock

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