Angler retten Fische aus trockener Gräfte am Haus Lohn

Fische gerettet

Mit Keschern und Eimern ist der Angelsportverein Oeding ausgerückt: Aus der fast trockenen Gräfte am Haus Lohn haben die Mitglieder am Dienstag hunderte Fische gerettet. Doch das Schlimmste kommt erst noch.

Südlohn

, 25.07.2018, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mitglieder des Angelsportvereins Oeding retteten am Dienstagabend die Fische aus den verbliebenen Pfützen in der Gräfte um Haus Lohn in Südlohn.

Mitglieder des Angelsportvereins Oeding retteten am Dienstagabend die Fische aus den verbliebenen Pfützen in der Gräfte um Haus Lohn in Südlohn. © Angelsportverein Oeding

Die Dürre macht auch den hiesigen Gewässern zu schaffen: Der Wasserstand in der Gräfte am Haus Lohn ist so niedrig wie noch nie. In den letzten Pfützen der Gräfte sammelten sich viele heimische Fische, vorwiegend Karauschen und einige Karpfen. „Noch ein oder zwei Tage Dürre hätten das Aus für die Fische bedeutet“, so Reinhold Kempkes.

Nachdem Mathilde Geuking, Bewohnerin von Haus Lohn, ihn alarmiert hatte, rückte der Angelsportverein mit mehreren Mitgliedern aus, um die Fische zu retten: Noch am Dienstagabend konnten einige hundert Fische durch das beherzte Eingreifen der Angler in die Teichanlage des Angelsportvereins umgesetzt werden. „Direkt beim Einsetzen erholten sich die Fische schnell“, zog der ASV-Vorsitzende eine vorsichtig positive Bilanz der Aktion. Karauschen und Karpfen habe der Verein vor allem von dort umgesetzt. „Zum Glück sehr robuste Fische, die auch mit niedrigem Sauerstoffgehalt zurechtkommen“, erklärt der passionierte Angler. Andere heimische Arten – etwa Saiblinge oder Forellen – reagierten da schon viel empfindlicher.

Noch keine Entwarnung

Entwarnung mag er trotz der gelungenen Fischrettung noch nicht geben: Durch die Hitze wird die Situation vor allem in stehenden Gewässern immer kritischer. Nicht nur weil der Wasserspiegel sinkt. Auch der Sauerstoffgehalt sinkt immer weiter. „Stehende Gewässer drohen bei diesen Temperaturen umzukippen“, erklärt er. Massives Fischsterben wäre die Folge.

Für die Vereinsgewässer in Südlohn und Oeding hält der Verein Technik vor: Um die Gewässer zu überwachen und sie im Zweifel künstlich zu belüften. „Damit können aber nur begrenzte Wasserflächen bearbeitet werden. Etwa ein Teich oder See. Dann ist Schluss“, sagt er.

Mitglieder des Angelsportvereins Oeding retteten am Dienstagabend die Fische aus den verbliebenen Pfützen in der Gräfte um Haus Lohn in Südlohn.

Mitglieder des Angelsportvereins Oeding retteten am Dienstagabend die Fische aus den verbliebenen Pfützen in der Gräfte um Haus Lohn in Südlohn. © Angelsportverein Oeding

Auch die Schlinge ist Vereinsgewässer. Glück für Fische und Angler: Durch die zentrale Kläranlage fließt auch bei Trockenheit immer neues Wasser in das kleine Flüsschen. Denn Bäche, Gräben und andere Zuflüsse liegen teilweise schon trocken. Dennoch behält Reinhold Kempkes auch die Schlinge genau im Blick: „Die Fische haben dort durch Bauwerke wie die Mühlenwehre keine Chance ungehindert zu wandern“, sagt er. Deswegen müssten sie sich eben teilweise in den letzten seichten Stellen sammeln und würden so vom Rest des Gewässers abgeschnitten.

Schon vor einigen Tagen hatte Mathilde Geuking am Rand eines Gesprächs mit der Münsterland Zeitung sorgenvoll auf die Gräfte am Haus Lohn geblickt. „So niedrig stand das Wasser wirklich noch nie“, sagte sie da. Ein Eindruck, den Reinhold Kempkes so bestätigt. „Natürlich hat es in den vergangenen Jahren auch lange Trockenphasen gegeben“, sagt er. So extrem wie in diesem Jahr sei es jedoch noch nie gewesen.

Eine Woche Regen

Für ihn ist das Thema Dürre mit dem Sommer aber noch nicht abgeschlossen: „Den Sommer werden wir schon irgendwie überstehen“, sagt er. Aber dann steht der Herbst vor der Tür. Und dann haben die Gewässer ihren natürlichen Niedrigstand. „Da kann es noch mal kritisch werden“, sagt der Vorsitzende des Angelsportvereins.

Was er sich jetzt wünscht? „Eine Woche durchgehenden Regen“, sagt er. Denn ein plötzlicher Gewitter- oder Starkregen sei für die Gewässer eher noch schlimmer: „Wenn in kurzer Zeit enorm viel Regen fällt, werden Nitrate, Pestizide und Schlamm von den Äckern in die Gewässer gespült. „Und das senkt den Sauerstoffgehalt noch weiter“, erklärt Reinhold Kempkes.

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