Anwohner am Mühlenwehr protestieren im Rat gegen geplanten Umbau

mlzRaue Rampe

Der geplante Umbau des Schlingewehrs in Südlohn macht den Anwohnern große Sorgen. Über Zahlen und Fakten kann und will die Verwaltung aber erst im Februar sprechen.

Südlohn

, 14.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Schlingewehr in Südlohn soll abgebaut und der Lauf der Flusses umgestaltet werden. Eine erste Planung dazu hatte der Bauausschuss der Gemeinde Südlohn im Juni 2018 auf den Weg gebracht, um Fördermittel zu beantragen. Die Zusage dafür hat die Gemeinde erhalten.

Seither sorgt die Idee bei den Anwohnern rund um den Mühlenplatz in Südlohn für Bauchschmerzen. Und seither laufen sie Sturm gegen die Planung. Sie befürchten, dass durch die angedachte „Raue Rampe“ dort, nicht nur Gefahren durch Hochwasser entstehen, sondern auch, dass Geld verschwendet wird.

Die vergangene Ratssitzung wurde auf Antrag der SPD-Fraktion eine halbe Stunde unterbrochen, damit sich die Anwohner dort vor allen Politikern äußern konnten.

Anwohner fürchten Fehlplanung

Franz Telöken, Anwohner am Mühlenplatz und damit direkter Anlieger des alten Wehrs, ergriff für die 13 Nachbarn dort das Wort: „Eine Raue Rampe ist die falsche Maßnahme an der falschen Stelle.“ Es gebe bessere Alternativen. Außerdem vermisste er ein Gesamtkonzept für die Schlinge.

Alles, was es bisher von der Planung gebe, seien mehrere oberflächliche Bilder und Skizzen. Auf dieser Grundlage könne niemand ernsthaft über das Projekt sprechen. „Die Mitglieder des Bauausschusses wurden einfach nicht richtig informiert“, sagte er.

Es gibt noch keine Detailplanung sondern nur Fördermittel

Mehrfach versuchte Bürgermeister Christian Vedder zu erklären, dass das der aktuelle Stand sei. „Wir haben bisher nur Fördermittel beantragt“, sagte er. Die Detailplanung erledige ein Ingenieurbüro. „Auch die Anregungen der Anwohner haben wir weitergeleitet, damit sie eingearbeitet werden können“, sagte er.

Franz Telöken fürchtete jedoch, dass durch einen Beschluss im Rat Fakten geschaffen werden, bevor alle Fragen geklärt sind. „Ein ‚Beschluss‘ bedeutet ja nicht, dass danach nichts mehr geändert werden kann“, erklärte Bürgermeister Christian Vedder. Der Beschluss könne ja auch bewirken, dass das Projekt aufgegeben oder umgeplant werde.

Franz Telöken blieb bei seiner Meinung. Er bat die Politiker eindringlich, sich noch einmal genau mit der Thematik zu befassen.

Politiker bemängeln Kommunikation

Siegfried Reckers (SPD) fand deutliche Worte: „Da hat es in dem ganzen Projekt zu wenig Kommunikation gegeben“, sagte er. Die Bürger seien nicht mit ins Boot geholt worden. „Und wir sollten auch ein Projekt nicht umsetzen, nur weil es Fördermittel gibt“, sagte er. Christian Vedder betonte, dass alle Schritte durch die Verwaltung kommuniziert wurden. „Es ist aber sehr misslich, dass zwischen der Fördermittelzusage und der eigentlichen Planung so viel Zeit vergangen ist“, sagte er.

Wilhelm Hövel (CDU) brachte es auf den Punkt: „Wir sind alle keine Fachleute. Die Details muss uns das Ingenieurbüro erklären und dann auch anderen Varianten vergleichen, sonst können die Betroffenen das nicht nachvollziehen.“

Geplanter Umbau soll am 15. Februar diskutiert werden

Nach dieser Diskussion verschob der Rat das gesamte Thema einstimmig in die Bauausschusssitzung am 15. Februar. Dort sollen Details zu dem Projekt besprochen und auch mögliche Alternativen diskutiert werden.

Franz Telöken jedenfalls ging positiv gestimmt aus der Ratssitzung. „Ich habe den Eindruck, dass die Politiker nun alle auf einem einheitlichen Stand sind“, sagt er.

„Es geht nicht nur um mein Haus“

Er ist unmittelbar betroffen, weil er in der alten Mühle in Südlohn lebt. Durch den Umbau befürchtet er, dass sein Haus und die Häuser seiner Nachbarn in Mitleidenschaft gezogen werden. Aber: „Es geht mir nicht nur um mein Haus“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Viel mehr fürchte er, dass das Thema Hochwasserschutz in Südlohn nicht ausreichend diskutiert wird. Positiv sei, dass nun miteinander und nicht mehr übereinander geredet wurde.

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