Anwohner im Pingelerhook sind über plötzliche Sackgasse stinksauer

mlzNeue Abbiegespuren

Der Pingelerhook wird wegen der Baustelle an der B70 zur Sackgasse. Die Anwohner haben erst durch unsere Redaktion davon erfahren. Und das macht sie stinksauer.

Südlohn

, 17.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

An der B70 werden als neue Einfahrten ins Oedinger Gewerbegebiet zwei Linksabbiegerspuren gebaut. An der Stelle, wo die neue Kreuzung samt Ampelanlage entsteht, mündet bisher der Pingelerhook, ein langer Wirtschaftsweg, in die B70. Der soll in den kommenden Wochen erst einmal abgebunden werden. Der Weg würde sonst direkt in den Kreuzungsbereich führen. Ganz klar ein Gefahrenpunkt.

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Doch die plötzliche Sackgasse treibt die Anwohner im Pingelerhook auf die Barrikaden: „Wir haben davon nur durch den Bericht aus der Zeitung erfahren“, sagt Jochen Albers. Er wohnt mit seiner Familie mitten im Pingelerhook. Von der Gemeinde sei niemand auf ihn oder seine Nachbarn zugegangen. „Diese fehlende Kommunikation regt uns wirklich auf“, erklärt er. Seine Nachbarn Gisela und Martin Tecker sitzen mit am Tisch. Sie nicken.

Anwohner vermissen wieder einmal Transparenz

„Wir vermissen wieder einmal Transparenz von der Gemeinde“, sagt Martin Tecker. Und das, wo sich doch knapp vor der Wahl alle Parteien so sehr für Transparenz, Offenheit und Bürgerbeteiligung stark gemacht hätten. Sie hoffen, dass sich das in Zukunft ändert.

Dennoch, für das aktuelle Problem wird es wohl so schnell keine Regelung geben. „Man kann doch nicht erst vier Monate vor Baubeginn mit Verhandlungen beginnen“, sagt Jochen Albers. Ihrem Nachbarn, dem die Fläche für den möglichen neuen Weg gehört, machen die Leute aus dem Pingelerhook keinen Vorwurf. Dass der nicht binnen kürzester Zeit seine Fläche zur Verfügung stelle, sei ja klar. „Aber die Planungen für die Straßen ins Gewerbegebiet laufen doch schon seit Jahren“, erklärt Martin Tecker. „Da hätte doch mehr möglich sein müssen, als zwei Telefonate und ein Ortstermin“, schimpft auch Jochen Albers.

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Der Eigentümer der Fläche wollte sich an diesem Nachmittag nicht mit den Nachbarn und unserer Redaktion unterhalten. „Auch das kann ich verstehen“, sagt Jochen Albers. Er will auch weder die Abbiegespuren auf der B70 noch die Umlegung des Wirtschaftsweges selbst kritisieren. „Ampel und Abbiegespur müssen sein, um den Verkehr dort sicher zu machen“, sagt er. Nur die Reihenfolge stimmt in seinen Augen nicht.

„Der Weg Richtung B70 ist unser Weg nach Oeding und Vreden“, erklärt er an einem Nachmittag. Dabei sei der Autoverkehr aber nicht einmal das Schlimmste. PKW und Fahrradfahrer würden sich schon andere Wege suchen.

Problem für Schwerlastverkehr in den Pingelerhook

Wirklich schlimm sei die Abbindung für den Lastverkehr, der zu den umliegenden landwirtschaftlichen Betrieben führe. Die übrigen Wege durch den Pingelerhook seien für schwere Lastwagen nicht geeignet, weil sie entweder durch kleine Brücken oder enge Kreuzungen blockiert werden. Immerhin führe der Pingelerhook ja auch an der Reithalle vorbei. Wie sich dort die Lastwagen für Futterlieferungen oder die Schweinetransporter durchschlängeln sollen, ist Claudia Albers und den Anwohnern ein Rätsel.

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Bürgermeister Christian Vedder sieht die Lage etwas entspannter. Die Planung für die spätere Zuwegung laufe derweil ja weiter. „Wir können ja erst konkret auf die Anwohner zugehen, wenn wir wissen, wie die Umsetzung aussehen kann“, sagt er.

Keine Dauerlösung: Bürgermeister sieht Verhandlungen optimistisch

Die Verhandlung über das Grundstück für den neuen Straßenverlauf habe erst Anfang 2020 beginnen können. Erst da sei klar gewesen, wie der Pingelerhook zukünftig verlaufen soll. „Und wir haben schon verhandelt“, erklärt der Bürgermeister. Deren Verlauf möchte er natürlich nicht näher kommentieren. Allerdings ist in seinen Augen klar, dass der abgebundene Wirtschaftsweg kein Dauerzustand werden soll.

Weitere Termine seien fest geplant. Natürlich bedeute das für die Anwohner einige Unannehmlichkeiten. „Aber wir reden hier über rund 700 Meter Umweg während der Bauphase“, sagt der Bürgermeister. Da habe es bei vergangenen Baustellen auf Gemeindegebiet schon ganz andere Umwege gegeben.

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