Auftaktworkshop zeigt Raum für Verbesserungen auf

Sportentwicklungsplanung

Es geht nur gemeinsam. Was eigentlich vor dem Auftaktworkshop zur Erstellung eines Sportentwicklungsplans am Samstagmorgen in der Aula der Roncallischule schon feststand, wurde durch die intensive und inspirierende Arbeit während der dreistündigen Veranstaltung noch einmal bekräftigt.

SÜDLOHN

, 26.03.2017, 17:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gemeindesportverband (GSV) und Gemeinde hatten zu diesem Auftakt eingeladen – und gut 40 Teilnehmer aus Sportvereinen, Politik und Institutionen wie Kitas, Schulen und der Bürgerstiftung waren ihnen gefolgt. Ein „mehr als ordentlicher Querschnitt“, so Werner Stödtke, Leiter des Fachbereichs Zentrale Dienste im Südlohner Rathaus. Die Ergebnisse waren so repräsentativ für die ganze Gemeinde. Joachim Schernus, Vorsitzender des GSV, lieferte zunächst einen Überblick über die aktuelle Situation.

Verbesserungspotenzial

Ein erstes Ergebnis von Sportwissenschaftler Dr. Holger Fuhrmann, der den Tag als Referent begleitete: „Südlohn und Oeding sind gut aufgestellt, es gibt aber in vielen Bereichen noch Potenzial.“ Beispiele seien der Organisationsgrad in den Sportvereinen oder auch das freiwillige Engagement: „In Sachen Ehrenamt ist viel Potenzial vorhanden. Die Frage lautet heute: Wie fange ich dieses zeitgemäß ab?“, leitete der Sportwissenschaftler zur ersten Arbeitsphase über. Drei Gruppen wurden aus Mitgliedern von Sportvereinen, zwei aus der Politik und eine mit Akteuren aus Institutionen gebildet. Die Ergebnisse zeigten die großen Schnittmengen: Ein wesentliches Anliegen sei die Zusammenarbeit zwischen den Handlungspartnern. Als Vorbild könne die Kooperation zwischen dem SC Südlohn und FC Oeding dienen. Beifall erntete Tobias Sicking (SC Südlohn) für die Idee der gegenseitigen Anerkennung von Mitgliedschaften. Ebenso wurde betont, dass die Kooperation in einer Doppelgemeinde durch die räumliche Trennung besondere Herausforderungen mit sich bringe. Die Anbieter müssten die Mobilität der Mitglieder sicherstellen – etwa durch einen Pendlerbus. Angesichts der unterschiedlichen Infrastrukturen und der demografischen Entwicklung sei es auch angezeigt, über den Tellerrand hinauszuschauen, erklärte Barbara Seidensticker-Beining (SPD): „Wir dürfen uns nicht davor verschließen, übergemeindlich zusammenzuarbeiten“, sagte sie. Die Nutzung des Weseker Schwimmbades sei dafür ein Beispiel.

Eine effektivere Kooperation wünschten sich die Teilnehmer auch für die Angebote des Jugendwerks. Doch nicht nur die Jugend habe man im Blick: Die Zielgruppen Generation 55 plus und Behinderte hatten fast alle Gruppen auf dem Zettel. Dazu zähle auch die Optimierung der Infrastruktur auf Gemeindegebiet – denn über 50 Prozent der Bewegung in der Gemeinde spielt sich nicht in Vereinen ab. Ein weiteres zentrales und übergreifendes Thema seien die Hallenkapazitäten und die Ausstattung der vorhandenen Anlagen - die Optimierung der Hallenbelegung eingeschlossen. Es klang auch der Wunsch nach einer zentralen Sportstätte durch. „Das wäre zumindest mittelfristig ein Zeichen, dass wir in Südlohn und Oeding zusammenwachsen“, erläuterte Dr. Ernst Schüren (Bürgerstiftung).

Mehr Kommunikation

In einer zweiten Arbeitsphase wurde in gemischten Gruppen diskutiert, was passieren muss, damit 2020 in Südlohn und Oeding mehr Bewegung stattfindet. „Wir wünschen uns, dass der GSV wahrnehmbarer wird und die Koordination dieser Anstrengungen übernimmt“, so Ulrike Petershagen (RV Südlohn-Oeding). Sie wünschte sich eine bessere Kommunikation untereinander – aber auch mehr Öffentlichkeitsarbeit.

Vernetzung blieb eines der Schwerpunktthemen. Die vorhandenen Angebote müssten geprüft und gegebenenfalls ausgebaut werden, ergänzte Tobias Sicking. Ein wichtiges Thema sei auch die immer schwieriger werdende Gewinnung von Übungsleitern und Ehrenamtlichen. Ein Anreiz und Ausdruck von Wertschätzung könnte die Einführung einer Ehrenamtskarte sein.

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