Autofahrer müssen mit Behinderungen auf der B70 rechnen – und sich ans Tempolimit halten

mlzRadweg an der B70

Die Arbeiten am Radweg neben der B70 kommen gut voran. Doch es bleibt noch eine Menge zu tun. Viele Autofahrer halten sich nicht an Tempolimit und Überholverbote, zum Ärger der Bauarbeiter.

Südlohn

, 04.09.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Vier Kilometer – nein, exakt 3,904 Kilometer lang – zieht sich die Baustelle für den neuen Radweg entlang der B70 zwischen Oeding und Vreden. Anfang Juli hatten dort die Bauarbeiten nach langer Vorplanung begonnen.

Dem Autofahrer, der aktuell dort entlang fährt, fällt die breite freigeräumte Trasse neben der Fahrbahn direkt ins Auge. Ein paar Baumaschinen verteilen sich auf die gesamte Strecke. Einiges Material ist an einem Wirtschaftsweg zwischengelagert. Doch was passiert dort gerade eigentlich genau?

Planer und Projektleiter vor Ort

Am Dienstagmorgen sind Bruno Tenhumberg vom Landesbetrieb Straßen.NRW und Jörg Hülscher, Projektleiter beim Bauunternehmen Heitkamp und Hülscher aus Stadtlohn, vor Ort und machen sich am Vitiverter Bach selbst ein Bild von den Arbeiten.

Autofahrer müssen mit Behinderungen auf der B70 rechnen – und sich ans Tempolimit halten

Gerade wird an der Renaturierung des Vitiverter Bachs gearbeitet. Ein Teil der Baustelle, der Autofahrern kaum auffallen wird. © Stephan Teine

Bis zu drei Kolonnen sind aktuell parallel beschäftigt: eine für Erdarbeiten, eine für die Drainage und schließlich noch eine für die Renauturierung. Am Vitiverter Bach legen die Arbeiter gerade eine neue Abtreppung an. „Parallel zu den Arbeiten für den Radweg sorgen wir hier ja auch mit für die Renaturierung“, erklärt Bruno Tenhumberg.

Natürlich in enger Abstimmung mit dem Kreis Borken. Der Bach, der zurzeit noch in einem sehr geraden Bett verläuft, soll zukünftig wieder eine natürlichere Form bekommen.

Arbeiten, die der Autofahrer nicht sieht

Bruno Tenhumberg und Jörg Hülscher stehen gerade einige Meter unterhalb der Straßendecke. „Das sind ja alles Arbeiten, von denen der Autofahrer im Vorbeifahren kaum etwas sieht“, erklärt Jörg Hülscher und deutet in die Grube, in der ein großer Bagger gerade den Untergrund verdichtet.

Die Versorgungsträger – also die unterschiedlichen Leitungen, die unter einer Straße oder eben dem Radweg verlaufen – sind größtenteils schon verlegt. Auch die Breitbandkabel liegen schon in der Erde. Alles noch vorbereitende Maßnahmen, wie die beiden Männer erklären.

Lückenschluss für den Radweg wird Mitte 2020 fertig

Wichtig ist am Ende nur, dass die Lücke im Radweg zwischen Oeding und Vreden endlich geschlossen wird. „Seit der Umwidmung zur B70 hat der Verkehr auf der alten Baumwollstraße ja enorm zugenommen“, erklärt Bruno Tenhumberg. Wie zum Beweis donnert gerade eine ganze Kolonne Lkw an der Baustelle vorbei. Nur wenige Meter von den Arbeitern entfernt.

Autofahrer müssen mit Behinderungen auf der B70 rechnen – und sich ans Tempolimit halten

Trotz der Bauarbeiten direkt an der Straße und trotz Tempolimit oder Überholverbot nehmen viele Autofahrer nur wenig Rücksicht auf die Arbeiter. © Stephan Teine

Jörg Hülscher nimmt es schulterzuckend zur Kenntnis. Mit Rücksicht von den Autofahrern rechnet auf der Baustelle niemand. Trotz der Warnbaken, trotz Tempolimit, Überholverbot und leuchtend-orangener Arbeitskleidung – fast täglich kommt es am Rand der Baustelle zu gefährlichen Situationen. „Weil die Menschen trotz Überholverbot überholen oder sich nicht ans Tempolimit halten“, sagt der Projektleiter.

Rücksichtslose Autofahrer

Gerade wenn der Verkehr sich außerhalb der Stoßzeiten etwas lichtet, würden immer weniger Autofahrer auf die Schilder vor und in der Baustelle achten.

An diesem Vormittag geht es eigentlich noch. Am südlichen Ende des aktuellen Bauabschnitts haben die Arbeiter eine Spur auf der Straße gesperrt. „Das geht gerade nicht anders, weil wir dort Baumaterial abkippen müssen“, erklärt Jörg Hülscher. Damit werden die Autofahrer während der Bauzeit immer mal wieder rechnen müssen. „Je nachdem, wo und wie wir gerade arbeiten“, erklärt der Projektleiter.

Ganz ohne Sperrung geht es nicht

Zu den Herbstferien soll die Straße auch noch komplett gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden. Dazu kann Bruno Tenhumberg vor Ort am Dienstag aber noch nichts Näheres sagen. „Wir planen gerade daran“, sagt der Mann vom Landesbetrieb. Sobald die Planung steht, werde die Öffentlichkeit natürlich sofort informiert.

Autofahrer müssen mit Behinderungen auf der B70 rechnen – und sich ans Tempolimit halten

Ganz ohne Sperrungen werden die Arbeiten nicht ablaufen. © Stephan Teine

Jörg Hülscher sieht ein, dass die Straße eine wichtige Verbindung ist und viele Autofahrer keine andere Möglichkeit haben, als dort entlang zu fahren. „Jeden, der einen anderen Weg kennt, bitten wir für die Bauphase, dort entlang zu fahren“, sagt er. Ob es was bringt? Da lächelt er nur.

Im Moment liegen die Arbeiten gut in der Zeit

Wenn nun alles weiter nach Plan läuft, also weder der große Regen noch zu strenger Frost im Winter die Arbeiten behindern, soll der Radweg bis zum Sommer 2020 fertig sein. „Im Moment liegen wir gut in der Zeit“, sagt Bruno Tenhumberg.

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