Bekleidungsunternehmen reißt Gebäude ab

Keine handfesten Pläne

OEDING. Wüst wirkt es auf den ersten Blick, das Gelände an der Jakobistraße 7, im Oedinger Ortskern. Dort befinden sich die Gebäude des ehemalige Textilunternehmens Gebrüder Schulten, die heute Eigentum des Bekleidungsunternehmens Bruno Kleine sind.

05.01.2016, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Gebrüder Schulten an der Jakobistraße wird abgerissen. Das bestätigte Nicolas Kleine.

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Gebrüder Schulten an der Jakobistraße wird abgerissen. Das bestätigte Nicolas Kleine.

Die Überdachung vor der alten Verwaltung ist abgerissen, und vor dem Gebäude liegt ein großer Haufen verbogener Metallteile: Zurzeit haben dort Abrissarbeiten begonnen. Der vordere Teil des Komplexes sei baufällig geworden, das Dach sei undicht und partiell einsturzgefährdet, sagte Nicolas Kleine auf Anfrage der Münsterland Zeitung. Nicolas Kleine hatte die Geschäftsführung des Mode-Unternehmens gemeinsam mit seinem Bruder Andreas nach dem Tod des Vaters übernommen.

Abrissarbeiten

Betroffen von den Abrissarbeiten seien der vordere Teil bis zum ehemaligen Bistro sowie zum Büro- und Verwaltungstrakt. "Dieser Teil ist extrem baufällig und auf Dauer nicht zu erhalten gewesen", sagte Kleine. Bereits im Herbst haben die Arbeiten begonnen, beginnend mit der notwendigen Entkernung des Gebäudetrakts: Heizungen, Metalle, Rohre, Kabel und Leitungen würden entfernt, bevor die endgültigen Abrissarbeiten durchgeführt würden. Vier bis fünf Wochen Zeit würden die kompletten Maßnahmen insgesamt in Anspruch nehmen, schätzte Kleine auf Nachfrage der Münsterland Zeitung. Nach und nach wird der Gebäudekomplex nun dem Erdboden gleich gemacht.

Kunstwerke gesichert

Neben dem Eingang befand sich ein Wandrelief des Stadtlohner Künstlers Wilm Böing, das vier Stufen des textilen Gewerbes darstellt. Das Kunstwerk zeigt einen Hirtenknaben mit drei Schafen, ein Mädchen mit einem Spinnrad, und einen Weber mit einem Stück Gewebe auf den Armen sowie eine Näherin. Auch Statuen standen in dem Bereich vor dem Gebäude. Die Kunstwerke sind aber im wahrsten Sinne des Wortes in trockenen Tüchern: Die Geschäftsführer haben die Kunstwerke demontieren und ordentlich verpacken lassen. Nicht nur aus eigenen Beweggründen, sondern auch auf Bitten der Stadt Stadtlohn hin, sagte Nicolas Kleine. Bei den Kunstobjekten handele es sich schließlich auch um ein Stück Geschichte der Stadt. Zurzeit sind die Kunstwerke in Räumen auf dem Gelände in Oeding eingelagert.

Sie sollen aber nicht verschwunden bleiben: Sobald die Arbeiten am Gebäude abgeschlossen sind, sollen sie auf der dann frei gewordenen, großzügigen Fläche zwischen Straße und verbleibenden Gebäuden wieder aufgestellt werden.

Sie sollen so lange dort erhalten bleiben, "bis wir wissen, was final auf dem Gelände passieren soll", sagte Kleine. Genaue Pläne dafür gebe es noch nicht. "Wir wollen sehr gerne mit unserem Verkauf in Oeding bleiben und müssen noch schauen, wie sich die Pläne mit der Umgehungsstraße auswirken", betonte Geschäftsführer Kleine.

Bebauungsplan geändert

Zuletzt, im Jahr 2006, hatte der Gemeinderat den Bebauungsplan geändert und stellte damit die Weichen für eine mögliche Wohnbebauung für einen Großteil des ehemaligen Textil-Areals. Damals wurden Bauflächen benötigt. Bis dato wurden aber keine Hallen abgerissen, das Gelände blieb unverändert. Zurzeit bestehe Lagerbedarf einer Oedinger Firma, die die hinten liegenden Hallen nutzten. Laut Nicolas Kleine bleibt eine Wohnbebauung aber langfristiges Ziel, die Möglichkeit, die Lagerfläche zu nutzen, sei übergangsweise.

Der Textilunternehmer Bruno Kleine hatte das Gebäude und Areal der Gebrüder Schulten im Jahr 2002 gekauft. Insgesamt ist das Gelände 60000 Quadratmeter groß.

Jennifer.von-Glahn@mdhl.de

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