Bürgerstiftung: Ein Segen für Südlohn

mlzFreiwilliges Engagement

Die Bürgerstiftung Südlohn zeigt, dass gemeinschaftliches Engagement auch in kleinen Orten großes bewirken kann.

Südlohn

, 12.11.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spricht man die Menschen im Dorf auf die heimische Bürgerstiftung an – speziell diejenigen, die ehrenamtlich in den Vereinen, Verbänden und anderen Einrichtungen der Doppelgemeinde tätig sind – so hört man eigentlich immer: „Die Bürgerstiftung ist schon ein Segen für uns. Was die in den Jahren alles angeschoben und gefördert hat.“

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Und tut sie nun schon seit 13 Jahren: Am 12. September 2007 unterzeichneten 31 engagierte Unternehmer und Privatpersonen aus der Gemeinde im Rahmen einer Feierstunde im Sitzungssaal des Rathauses die Satzung und das Stiftungsgeschäft. Die Bürgerstiftung Südlohn-Oeding war geboren.

Auf Unterstützung angewiesen

Ihr Ziel und Zweck sollte sein – so auch in der Präambel der Stiftungssatzung zusammengefasst - sich nachhaltig und dauerhaft für das Gemeinwesen einzusetzen und mit ihrer Arbeit und ihren finanziellen Mitteln bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen.

Der vierköpfige Vorstand der Stiftung besteht aus Hubert Epping (Vorsitz), Dr. Ernst Schüren (stellvertretender Vorsitz), Maria Pass und Herbert Lenger (Finanzen). Dazu kommt ein Kuratorium, in dem Doris Bennemann, Gabriele Pass, Rita Wehr, Franz Tophof, Manfred Robers und Bernhard Hueske vertreten sind.

Dr.-Heinrich-Bäßmann-Stiftung

Seit 2015 verwaltet die Bürgerstiftung treuhänderisch die Dr.-Heinrich-Bäßmann-Stiftung. Derzeit wird insgesamt zusammen ein gebundenes Stiftungskapital von rund 570000 Euro verwaltet. Diese finanzielle Basis aus Gründungskapital und Zustiftungen darf nicht verplant werden, sondern wird angelegt und verwaltet.

Die finanzielle Unterstützung wird allein aus den Erträgen der Geldanlagen und den zugeflossenen freien Spendengelder gewährt. Seit der Gründung vor 13 Jahren sind so bereits rund 185.000 Euro an Zuschüssen und Fördergeldern für eigene Projekte vergeben worden.

Arbeit wird erschwert

Was allerdings schon seit Jahren die so erfolg- und segensreiche Arbeit der Stiftung erschwert, ist ausgerechnet die Niedrigzinsphase, wie „Finanzminister“ Herbert Lenger erläutert: „Die dauerhaft niedrigen Zinsen führen dazu, dass seitdem nur noch bescheidene Zinserträge erwirtschaftet werden können. Und das wird noch eine Weile so weitergehen.“

Hubert Epping ergänzt: „Die Stiftung ist verstärkt auf die Unterstützung aus der Bevölkerung mit freien Spendengeldern angewiesen. Sonst wird es schwierig, eine möglichst ausgeglichene jährliche Fördermittelquote zu erfüllen.“

Dreikönigslesung hat sich etabliert

Unterstützt und finanziert werden Projekte von beispielsweise Vereinen, Verbänden, Schulen, Kindergärten und weiteren Gruppierungen – wenn entsprechende Förderanträge gestellt werden – aber auch eigene Vorhaben. Und neben den zahllosen Einzelhilfen hat es an Vorzeigeprojekten in all den Jahren schon einige gegeben.

Seit 2011 gibt es in der Doppelgemeinde die Dreikönigslesung, die sich längst zu einem festen Termin im Veranstaltungskalender entwickelt hat. Es gibt den jährlichen Umwelttag gemeinsam mit dem Jugendwerk, seit 2013 die Aktion „Blühende Landschaft“, bei der sich die Stiftung als Trendsetter erwiesen hat. Für das Henricus-Stift wurden zwei Rollfietsen angeschafft, die zudem jeder Mitbürger nutzen kann.

Mehrfach ausgezeichnet

Zu zehnjährigen Bestehen der Stiftung im Jahr 2017 wurden im Rahmen der Jubiläumsfeier die „Helden des Alltages“ - die in der Kranken- und Altenpflege tätigen Mitbürger – geehrt.

Für die erfolgreiche und satzungsgemäße Arbeit und die Einhaltung der zehn Merkmale für Bürgerstiftungen hat der Bundesverband Deutscher Stiftungen im Jahr 2010 das Gütesiegel verliehen und in den Folgejahren immer wieder bestätigt. Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite der Bürgerstiftung.

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