CDU-Kandidat muss sich an zwei Fronten gegen Gegner wehren

mlzKlare Kante

Die CDU startet mit ihrem Kandidaten Frank Engbers ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Das ist längst noch nicht gewonnen. Lesen Sie dazu einen Kommentar

Südlohn

, 18.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die CDU hatte die Wahl. Das heißt genau genommen, die Mitglieder konnten sich entscheiden, wer die Kritik an der aktuellen Verwaltung schöner formulierte. Ich glaube, dass sie an diesem Abend den besseren Kandidaten gewählt haben: Frank Engbers klang überzeugter und selbstsicherer. Doch – auch ohne das Bild vom Besenstiel der als CDU-Kandidat in diesen Breitengraden ausreicht zu bemühen: Was ist das wert?

Zwei Gegner machen es der CDU nicht leicht

Die CDU muss sich in diesem Jahr gleich an zwei Flanken wehren: Auf der einen Seite diejenigen, die mit der bisherigen Verwaltung zumindest zufrieden sind. Ein „Weiter so“ im Rathaus ist am Ehesten mit dem unabhängigen Kandidaten Werner Stödtke möglich. Er kennt die Verwaltung wie er selbst sagt, von der „Pike auf“. Dem kann Frank Engbers auch mit zehnjähriger Erfahrung aus verschiedenen politischen Gremien nur wenig entgegensetzen.

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Auf der anderen Seite stehen die, die lautstark einen grundsätzlichen Neuanfang fordern und alte Zöpfe abschneiden wollen. Klar, Bürgerbeteiligung und Unabhängigkeit sind keine neue Erfindung, aber ein dritter Kandidat bleibt ein dritter Kandidat: Maik van de Sand wird für die WSO sicherlich nicht die CDU-Stammwählerschaft ansprechen und komplett hinter sich bringen. Aber er kann die CDU wertvolle Stimmanteile kosten. Und ginge es dann in eine Stichwahl, würden auch diese Wähler wohl eher einem parteilosen Kandidaten folgen, als auf die CDU-Linie einzuschwenken.

Grabenkämpfe beinahe unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Grabenkämpfe, die in den vergangenen Monaten und Jahren zwischen Verwaltungsspitze und CDU im Südlohner Ratssaal ausgefochten wurden, waren am Dienstag Dreh- und Angelpunkt beider CDU-Kandidaten. Eigentlich wollten beide Bewerber alles anders machen, als der bisherige Bürgermeister.

Ob diese Kritik aber überhaupt außerhalb der politischen Akteure zieht, wage ich zu bezweifeln. Denn was in den vergangenen Sitzungen im politischen Miteinander im Rathaus an Freundlichkeiten ausgetauscht wurde, haben ohnehin nur eine Handvoll Südlohner und Oedinger wirklich verfolgt. Bestenfalls kopfschüttelnd.

Klar, daran muss sich etwas ändern, damit es zügiger voran geht. Das liegt aber nicht nur an der Verwaltungsspitze sondern genauso auf der anderen Seite im Ratssaal.

Nur drei Monate um alle zu überzeugen

Die CDU hat knappe drei Monate vor der Wahl einen Kandidaten aufstellen können. Dass der aber am Ende auch ins Rathaus einziehen kann und die Reihe der CDU-Politiker an der Spitze der Südlohner Verwaltung fortführt, war wohl nie so unsicher wie bei dieser Wahl.

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Gut so: Denn eine absolute Mehrheit ist nur die zweitbeste Lösung in einer Demokratie. Aber das ist schon wieder etwas anderes.

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