Das Projekt Kulturbürgerhaus in Südlohn kommt seit vier Monaten keinen Schritt vorwärts

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Längst sollte es für das Millionenprojekt Kulturbürgerhaus weiter gehen. Alles hängt momentan an einem Gespräch. Doch dafür scheint es keine Zeit zu geben.

Südlohn

, 21.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist ruhig geworden um das Thema Kulturbürgerhaus. Genau genommen tritt das Projekt komplett auf der Stelle: Vier Monate sind vergangen, seit im Rat zuletzt darüber gesprochen wurde. Stand der Planung damals: Ein Gespräch zwischen Verwaltung, Politik und Trägerverein sollte erst einmal die genauen Eckpunkte für das geplante kulturelle Zentrum abstecken.

Das Gespräch hat es bisher noch nicht gegeben. Dafür wollte zumindest die SPD durch mehr Geld neuen Schwung in die Planung bringen: Bei der Beratung über den Haushalt für dieses Jahr schlug Rita Penno (SPD) im Haupt- und Finanzausschuss vor, den Etat für das Projekt in diesem Jahr von 7000 auf 40.000 Euro zu erhöhen. „Damit es endlich voran geht“, sagte sie.

Doch da hatte sie die Rechnung ohne die anderen Fraktionen gemacht. Sowohl von der CDU als auch von der UWG bekam ihr Vorschlag Gegenwind.

Gespräch hat noch nicht stattgefunden

„Das Gespräch zum Kulturbürgerhaus hat noch nicht stattgefunden“, machte Hermann-Josef Frieling (CDU) deutlich. Der Bürgermeister habe es noch nicht einberufen. Dieses Gespräch wolle er aber abwarten, bevor er für einen größeren Etat stimmen könne.

Die Kritik der CDU-Fraktion ließ Bürgermeister Christian Vedder verhallen. „Das Geld für die Machbarkeitsstudie ist ja da“, sagte er. Das hatte der Rat bereits im September so freigegeben: Bis zu 7000 Euro sollte die Studie kosten. Daran gekoppelt war allerdings das erwähnte Gespräch.

Kein Konsens über Ziel der Studie

„Wir haben ja noch gar keinen Konsens, was die Machbarkeitsstudie überhaupt sagen soll“, hielt ihm Hermann-Josef Frieling vor. Das ganze Projekt müsse neu sortiert werden. „Außerdem brauchen wir eine Beratung, damit wir keine förderschädlichen Dinge tun“, sagte er.

Das sah auch Günther Bergup (UWG) so: „Wir müssen erstmal entscheiden, wo wir überhaupt hinwollen.“ Es blieb also im Ausschuss bei den eingeplanten 7000 Euro.

Auf Nachfrage erklärt Bürgermeister Christian Vedder, dass es bei dem Gespräch nur um einen anderen Weg zum Kulturbürgerhaus gehe. „Die Frage ist, was man zuerst macht: Entweder die Fördermittel beantragen oder zuerst das Konzept definieren.“ Er sei aber bereit, jeden Weg mitzugehen und werde im Zweifel auch direkt einladen.

Trägerverein ärgert sich über Stillstand

Beim Trägerverein des Kulturbürgerhauses macht sich indes große Ernüchterung breit: Manfred Wanning, einer der Initiatoren des Projekts und Vorsitzender des Trägervereins Kulturbürgerhaus, weiß nicht, ob und wie es mit dem Projekt überhaupt weiter geht.

Auch er werde ständig nach dem Projekt gefragt. „Ich kann nichts dazu sagen“, erklärt er. Seit im September darüber gesprochen wurde, sei nichts passiert. „Im Dezember hatte ich dem Bürgermeister nochmal geschrieben“, sagt er. Einzige Antwort: Wegen der Auslastung im Rathaus gebe es im Moment keinen Termin für ein Gespräch.

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Zur Erinnerung: Im Oktober 2018 wurde der Trägerverein Kulturbürgerhaus gegründet. Geplant wurde ein neuer Veranstaltungsort im Südlohner Ortskern. Mit Fördermitteln – der Anteil lag bei rund 60 Prozent – sollte das Gebäude auf dem Grundstück zwischen Jugendhaus Oase, dem Gebäude der Musikkapelle und der Jugendkulturwerkstatt gebaut werden.

Langwierige Planung und weggebrochene Fördermittel

Schon damals zog sich die Planung hin. Fördermittel brachen weg, neue Standorte kamen ins Gespräch. Im April 2019 stellte der Rat das Projekt insgesamt in Frage. Der Trägerverein plante neu. Die Politik bekam den Planungsstand in der Sitzung im September jedoch nicht zu sehen. Auch da hatte Hermann-Josef Frieling erklärt, dass er erst sehen wolle, was geplant sei, bevor er entscheide.

Aktuell – so hatte es der Trägerverein zuletzt vorsichtig umrissen – geht es bei dem Kulturbürgerhaus um ein Volumen von rund 3,5 Millionen Euro.

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