Das Tandemprojekt mit Wim und Mia begeistert Grundschulkinder für die Euregio

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Den Euregiogedanken stärken und Grundschulkinder an die Kultur und Sprache des Nachbarlandes heranführen – darum geht es in dem grenzüberschreitenden Tandemprojekt. Wie funktioniert das?

Südlohn

, 26.01.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gebannt schauen die 34 Kinder der Klassen 3a und 3b der Van-Galen-Schule Oeding im Projektraum auf die Holzfiguren Wim und Mia, die durch Anke Sentker und Ulrich Bärenfänger „zum Leben erweckt werden“. Dabei steht der Fuchs Wim stellvertretend für die Niederlande und Mia, das Kaninchen, für Deutschland. „Wer weiß denn von euch, was ein Tandem ist?“, fragt Ulrich Bärenfänger. Fast alle Hände gehen nach oben. „Ein Fahrrad mit zwei Sitzen“, ruft eine Schülerin.

Diese Antwort ist nicht von der Hand zu weisen, es ist aber auch eine Sprachlernmethode, bei der sich zwei Personen mit unterschiedlicher Muttersprache gegenseitig die jeweils andere Sprache beibringen. Und genau das praktizieren auch die in den Niederlanden lebende Designerin Anke Sentke und der Schauspieler Ulrich Bärenfänger mit ihren Holzfiguren Wim und Mia.

Kinder werden aktiv miteinbezogen

Anhand des gleichnamigen Buches, das im Hintergrund auf einer Leinwand Seite für Seite mitläuft, erklären sich die Tiere gegenseitig viele Wörter in der jeweils anderen Sprache und klären auch über Sitten, Bräuche und Eigenarten des jeweils anderen Landes auf. Dabei beziehen die beiden Kreativen die Kinder aktiv mit ein. „Wer weiß denn, was Fahrrad auf holländisch heißt?“, möchte Wim im Verlauf der gut 40-minütigen Theaterstunde wissen. Und die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. „Fiets“, rufen gleich mehrere Kinder parallel.

Anke Sentker und Ulrich Bärenfänger besuchen mit ihrem Programm aber nicht nur aus Spaß insgesamt zehn Grundschulen in der Euregio, sondern verfolgen mit ihrem Tandemprojekt unter dem Motto „Heimat“ auch ein klares pädagogisches Ziel. „Es geht darum, den Euregiogedanken zu stärken und Grenzen aufzuweichen“, erklärt Ulrich Bärenfänger und Anke Sentker ergänzt: „Deutsche und Niederländer leben so dicht beieinander und doch gibt es kulturelle Unterschiede. Die Kinder an diese heranzuführen und für die jeweils andere Kultur zu begeistern sowie die Sprache zu vermitteln, das ist das Großartige an diesem Projekt.“

Auch ein interaktives Spiel zum Thema Königshaus in den Niederlanden stand auf dem Programm. Ulrich Bärenfänger gratuliert einer Schülerin zur Ernennung als Königin.

Auch ein interaktives Spiel zum Thema Königshaus in den Niederlanden stand auf dem Programm. Ulrich Bärenfänger gratuliert einer Schülerin zur Ernennung als Königin. © Till Meyer

Das Tandemprojekt ist dabei ein grenzüberschreitendes Projekt, das sich an deutsche und niederländische Künstler und Kulturschaffende aus der Euregio richtet, die es gemeinsam realisieren. Es läuft von 2018 bis 2020 und hat verschiedene Themenschwerpunkte. Anke Sentker und Ulrich Bärenfänger widmen sich mit Wim und Mia dem Thema Heimat. Das Kinderbuch selbst stammt aus der Feder Anke Sentkers.

Projekt passt in den Lehrplan

„Wir haben bei allen Grundschulen in der Euregio angefragt, ob sie Interesse an unserer Vorstellung haben“, sagt Ulrich Bärenfänger. Und ein solches Angebot konnte die Van-Galen-Schule Oeding natürlich nicht ausschlagen. Schulleiterin Hildegard Köppen erklärt: „Das Projekt ergänzt wunderbar unseren Lehrplan. Das Thema nehmen wir mit in den Sach- und Kunstunterricht.“ Und apropos Kunst: Im Anschluss an die Vorführung gestaltete jedes der Kinder auf einem DINA4-Zettel seine Idee von Heimat.

Anke Sentker begutachtet, was die Kinder für „Heimatentwürfe“ zu Papier bringen.

Anke Sentker begutachtet, was die Kinder für „Heimatentwürfe“ zu Papier bringen. © Till Meyer

Danach wurden alle Kunstwerke klassenweise zu einer großen Collage zusammengefügt. Der Clou: Diese werden vom 12. bis 17. Februar im Kult in Vreden ausgestellt. Das gilt für alle zehn teilnehmenden Schulen. „Wir haben schon einen Bus vorbestellt. Das schauen wir uns auf jeden Fall zusammen an“, so Schulleiterin Hildegard Köppen.

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