Der letzte Feinschliff im neuen Pfarrheim

Baustellenbegehung

Die Gerüste sind abgebaut, der frisch verlegte Estrich im Erdgeschoss befindet sich in der Trocknungsphase und auch sonst erweckt das neue Pfarrheim nicht mehr den Eindruck einer Großbaustelle. Die verantwortlichen Bauleiter veranlasste das zu einer gemeinsamen Besichtigung, bei der auch die Kosten thematisiert wurden.

SÜDLOHN

von von Johannes Schmittmann

, 27.12.2016, 18:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Den Baufortschritt begutachteten Josef Bischop und Heinz Temminghoff von der Gemeinde sowie Stephan Bengfort und Jens Matzken (v. l.), die den Bau leiten.

Den Baufortschritt begutachteten Josef Bischop und Heinz Temminghoff von der Gemeinde sowie Stephan Bengfort und Jens Matzken (v. l.), die den Bau leiten.

Es ist kein außergewöhnliches Vorstellungsvermögen mehr erforderlich, um sich die zukünftigen Räumlichkeiten im komplett umgebauten Pfarrheim vor Augen führen zu können. „Es nimmt richtig Konturen an“, zieht Jens Matzken, leitender Architekt, eine positive Zwischenbilanz. Direkt gegenüber der St.-Vitus-Kirche befindet sich der provisorische Eingang – aktuell noch eine Tür aus Spanplatte – der in das zukünftige Foyer mündet.

Ab Ostern soll sich dem Besucher dann links der neue Pfarrsaal, der für bis zu 100 Personen ausgelegt ist, offenbaren. Rechts ist der Aufzug zur barrierefreien Nutzung der obereren Räumlichkeiten bereits betriebsbereit. Auch die Struktur der Küche ist zu erahnen.

Brandschutzmaßnahmen

Bei der Inspektion des Pfarrheims weist Stephan Bengfort von der Zentralrendantur der katholischen Kirchengemeiden auf die neue Deckenkon-struktion und erläutert: „Hier mussten wir vor allem zwei Dinge berücksichtigen: die außergewöhnlichen Verkehrslasten der Bücherei im ersten Obergeschoss und die Brandschutzordnung“. Sogenannte F90-Decken sollen bei einem potenziellen Brand verhindern, dass vor Ablauf von 90 Minuten Flammen ihren Weg in das Obergeschoss finden – besonders bei der dann dort befindlichen Bücherei ein wichtiger Aspekt. Das Thema Brandschutz sei generell omnipräsent gewesen, schildern die Beteiligten. Die verschiedenen Nutzungseinheiten – bestehend aus Bücherei, Pfarrsaal, Räumlichkeiten des Heimatvereins und einer Privatwohnung – mussten brandschutztechnisch voneinander getrennt werden.

Zweiter Fluchtweg

Neben den Decken wurde deshalb auch ein zweiter Fluchtweg geschaffen, der zum Hinterausgang führt. Bei der Begehung des Obergeschosses springt ein Unterschied zum Erdgeschoss sofort ins Auge: Die Arbeiten sind weiter fortgeschritten. „Das ist nichts Ungewöhnliches“, erläutert Jens Matzken. Das habe unter anderem mit der Koordinierung der Handwerker zu tun. 100 Quadratmeter sind in dieser Etage für die neue Bücherei vorgesehen. Das Mobiliar wird wie im gesamten Gebäude neu angeschafft. Ein wichtiger Punkt, der bei einigen Gemeindemitglieder Sorgenfalten hervorrief, sind die Kosten des Projekts.

Zusatzkosten überschaubar

Vor allem die außergewöhnlich hohen Brandschutzmaßnahmen und die nicht geplante neue Bodenplatte, sorgen dafür, dass die geplanten 785 000 Euro überschritten werden. Allerdings „nur“ um 80 000 Euro, wie Stephan Bengfort betont. Heinz Temminghoff, zuständig für die Finanzen der Gemeinde, versucht ebenfalls zu beschwichtigen: „Mehrkosten können auf einer Baustelle immer entstehen. Dieser Betrag liegt noch absolut im Rahmen.“

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