Dialog über Grenze hinweg

Südlohn "Mmhh, das riecht ja lecker." Den Gästen aus Winterswijk läuft beim Gang durch das Henricus-Stift das Wasser im Mund zusammen. Doch nicht, um Gaumenfreuden zu genießen, waren sie gestern nach Südlohn gekommen, sondern um sich mit ihren Kollegen jenseits der Grenze auszutauschen.

21.01.2008, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Geräumig präsentieren sich die Badezimmer. Neben moderner Technik sorgt ein Strandkorb für Flair. Herbers</p>

<p>Geräumig präsentieren sich die Badezimmer. Neben moderner Technik sorgt ein Strandkorb für Flair. Herbers</p>

Und dazu hatte die fünfköpfige Delegation aus dem Pflegeheim Pronsweide reichlich Gelegenheit. Frikadellen bereiten die Frauen gerade gemeinsam zu, als die Besucher kommen. "Unsere mobile Küche kommt sehr gut an - gerade auch bei den Bewohnern mit Demenz", sagt Verwaltungsleiter Jochen Albers. Knapp 50 Prozent der insgesamt knapp 100 Bewohner litten an der Krankheit - Tendenz steigend.

Herausforderung

Zwei Mitarbeiter kümmerten sich ausschließlich um deren Betreuung. "Eine Herausforderung für die Zukunft - sowohl räumlich wie konzeptionell", weiß Albers. Auch in Winterswijk müssen sich die Mitarbeiter auf Veränderungen einstellen: "Die Menschen kommen immer später zu uns, brauchen mehr Hilfe. Die Phase der Pflegebedürftigkeit ist länger", weiß Henry Vos. Ein Neubau soll helfen, sich diesen Anforderungen zu stellen. Da kommen die Anregungen aus Südlohn gerade recht. Angetan zeigen sich die Niederländer von den Doppel- und Einzelzimmern, in denen rund 100 Bewohner Zuhause sind. Denn in Pronsweide lebten viele Menschen noch mit bis zu vier Personen in einem Zimmer.

Große Unterstützung

Gesprächsthema war auch die Offenheit der Einrichtung. "Hier wird niemand eingeschlossen", stellte Albers klar. Egal, ob die Menschen nur leichte Unterstützung bräuchten oder rund um die Uhr von den rund 180 Mitarbeitern betreut werden müssten, sie blieben bis zuletzt in ihrer gewohnten Umgebung. Sowohl in Winterswijk als auch in Südlohn sei die Unterstützung durch die Bevölkerung enorm. Täglich kämen Ehrenamtliche zum Singen, Basteln oder für Gespräche.

Auch der erste Dialog zwischen den Pflegekräften ist geglückt. Der Gegenbesuch in Winterswijk soll bald folgen. Albers: "Wir erhoffen uns viel von den gegenseitigen Einblicken." kh

<p>Ob die Zahl der Pflegekräfte oder Unterbringungskosten: Verwaltungsleiter Jochen Albers (l.) und Pflegedienstleiter Otger Könning (2.v.r.) wussten auf jede Frage der Besucher eine Antwort. Herbers</p>

<p>Ob die Zahl der Pflegekräfte oder Unterbringungskosten: Verwaltungsleiter Jochen Albers (l.) und Pflegedienstleiter Otger Könning (2.v.r.) wussten auf jede Frage der Besucher eine Antwort. Herbers</p>

Lesen Sie jetzt