Es geht noch nicht los mit dem Wohnprojekt am Vereinshaus: Dort, wo die Häuser realisiert werden sollen, kann die SVS Baugerät und -maschinen für ihre Wasserleitungs-Großbaustelle lagern und parken. © Markus Gehring
Wohnprojekt am Vereinshaus

Doch keine Tiefgarage: Dann gibt es ein Haus weniger „Am Vereinshaus“

Das Wohnprojekt am Vereinshaus in Südlohn hat die Politik öfter beschäftigt. Den Wunsch der Investoren, Parkplätze durch eine Zahlung an die Gemeinde abzulösen, lehnte der Bauausschuss ab.

Das Wohnprojekt am Vereinshaus war erneut Thema im Bauausschuss. Die Investoren waren mit dem Wunsch an die Gemeinde herangetreten, durch eine Zahlung an die Gemeinde Parkplätze abzulösen. Investor Michael Robers und

Architekt Jörg Hetkamp erklärten am Mittwoch, warum.

Das Problem stellte die bislang geplante Tiefgarage dar. Diese sollte mit Stellflächen für Autos und Fahrräder gebaut werden, um auf dem Grundstück an den Häusern mehr Grün zu ermöglichen. Die Veränderungen an den Plänen, die auch durch die Diskussionen und Beschlüsse im politischen Fachgremium nötig geworden waren, hatten auch zur Folge, dass die Investoren 45 Parkplätze nachweisen müssen statt bislang geplant 30.

So sollen die ursprünglich vier neuen Gebäude von der Straße
So sollen die ursprünglich vier neuen Gebäude von der Straße „Am Vereinshaus“ aus einmal aussehen. Rund sechs Millionen Euro wollen Michael Robers und weitere Investoren dort investieren. © Hetkamp Architektur © Hetkamp Architektur

„Die Kosten für eine Tiefgarage liegen dann bei rund 800.000 Euro, das wären fast 30.000 Euro pro Wohnung“, erläuterte Architekt Jörg Hetkamp. Deswegen gebe es jetzt aus Sicht der Investoren zwei Varianten. Eine Variante beinhalte, dass 30 Parkplätze auf dem Grundstück angelegt würden und 15 durch Zahlungen an die Gemeinde abgelöst würden. Der Vikar-Meyer-Platz liegt nebenan, deswegen die Idee.

Die zweite Variante sei, dann statt der vier geplanten Wohngebäude nur drei zu errichten. Statt eines Hauses würden dann zum Kreisverkehr hin Parkplätze eingeplant. 36 müssten es dann sein, so Jörg Hetkamp.

Wilhelm Hövel (CDU) wurde deutlich. „Das ist uns sauer aufgestoßen. Es wurden viele Versprechungen gemacht, und jetzt wird nachgekartet“, sagte er. Die Investoren hätten den „selbstgewählten Auflagen“ zugestimmt, vieles sei zugesagt worden, „und daraufhin haben wir dem vorhabenbezogenenen Bebauungsplan zugestimmt“, rief er in Erinnerung. Jetzt würden grundlegende Dinge geändert, merkte er kritisch an.

Auch Rudolf Terhörne (SPD) „kam das alles komisch vor“. Die SPD könne dem im Höchstfall zustimmen, wenn im Gegenzug vom Investor zugesichert werde, dass dann günstiger Wohnraum geschaffen werde. „Wohnraum, der acht bis zehn Euro kostet, den brauchen wir in Südlohn nicht. Wir brauchen welchen für fünf, sechs Euro.“

Da stand noch das mittlerweile für das Projekt abgerissene Haus Terheddebrügge: Michael Robers, Sebastian Zielinski, Jörg Hetkamp und Fritz Garvert (v.l.) stellten seinerzeit die Pläne für die neuen Gebäude vor.
Da stand noch das mittlerweile für das Projekt abgerissene Haus Terheddebrügge: Michael Robers, Sebastian Zielinski, Jörg Hetkamp und Fritz Garvert (v.l.) stellten seinerzeit die Pläne für die neuen Gebäude vor. © Stephan Rape © Stephan Rape

Ludger Rotz (UWG) rief noch mal in Erinnerung, „dass es seinen guten Grund hatte, warum wir die Stellplätze erhöht haben“. Familien hätten bis zu drei Autos. Der Vikar-Meyer-Platz sei wegen Kirmes und Schützenfest auch normalerweise mehrere Wochen im Jahr gesperrt, betonte Rotz. Ob man einen Präzedenzfall schaffe, wenn man der Ablöse zustimme, hatte zuvor Bernd Schüring mit Blick auf Vorhaben in Oeding gefragt.

Bürgermeister Werner Stödtke erläuterte, dass es kein Recht auf Parkplatz-Ablöse gebe. „Das ist immer eine Einzelfallentscheidung. Man kann sich nicht in Oeding auf eine Entscheidung in Südlohn berufen.“ Für diese Objekt sei es eine Besonderheit wegen des Vikar-Meyer-Platzes in der Nähe. Die Gemeindeverwaltung hatte empfohlen, dem Wunsch der Investoren nach Ablöse zu entsprechen.

„Südlohn ist nicht Düsseldorf“: ortsübliche Miete

Ausschussvorsitzende Sabrina Späker (SPD) sprach Investor Michael Robers direkt auf die Mieten an: „Gibt es eine Zahl?“ „Bauen wird nicht günstiger“, schickte der Südlohner voran. Aber: „Südlohn ist nicht Düsseldorf, wir werden uns nach der ortsüblichen Miete richten.“

„Wir von der UWG sind dafür, dass die Parkplätze auf das Grundstück kommen. Das ist schade um die acht Wohneinheiten, aber noch verträglich“, sagte Ludger Rotz. Bernd Schüring (WSO) und Hermann Artz (SPD) signalisierten Zustimmung. Die CDU ebenso – bei der Abstimmung: Alle Ausschussmitglieder stimmten gegen den Antrag, Parkplätze ablösen zu lassen. Mit diesem Votum planen die Investoren nun weiter.

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Anne Winter-Weckenbrock

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