DRK-Bauernhofkindergarten: Kein Streichelzoo und doch Wohlfühloase

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Auf dem Hof Robers in der Bauerschaft Horst in Südlohn ist eine Wohlfühloase für Kinder entstanden. Seit August ist der Bauernhofkindergarten mit Leben gefüllt. Und jüngst gab es tierischen Zuzug.

Südlohn

, 18.11.2020, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

In dem DRK-Bauernhofkindergarten auf dem Hof Robers in Südlohn ist jede Menge los. Nicht nur die Kinder toben sich in dem neuen Wohlfühlparadies aus. Nein, auch jede Menge Tiere leben dort und gehören fest zum Kindergartenalltag. Jüngst sind drei Schafe „eingezogen“. Und geplant ist für 2021 noch viel mehr.

Der Startschuss fiel im August 2020. Seitdem sind zwei Etagen in einem Wirtschaftsgebäude auf dem Hof Robers und jede Menge Platz im Freien ein Ort zum Wohlfühlen für derzeit knapp 30 Kinder, sechs pädagogische Fachkräfte, zwei Köchinnen und natürlich die gern gesehenen Helfer der Familie Robers. Träger ist das DRK-Familienzentrum „Prinz Botho“ aus Stadtlohn.

Viele Tiere gehören zur großen Gemeinschaft

Fest zu dieser Gemeinschaft gehören zudem jede Menge Hühner, zwei Kaninchen und seit Kurzem auch drei Schafe. „Und natürliche die Pferde und Hunde vom Hof“, so Kindergarten-Leiterin Marion Rahms im Gespräch mit der Redaktion. Die Schafe haben auf der großen Wiese ihr Plätzchen mit einem kleinen Unterstand im Viehanhänger samt Stroheinlage bekommen.

Und mit Blick auf die Anzahl der Tiere und deren Vielfalt soll noch lange nicht Schluss sein, wie Marion Rahms verrät. Im Frühjahr 2021 soll noch ein großer Tierstall für weitere Tiere entstehen. „Esel und Ziegen sollen dazu gehören“, so die Leiterin. Nicht alle bunt gemischt im Stall sondern mit eigenen Boxen. Auf der Weide dann gemischt. So zumindest der Plan.

Auch drei Schafe gehören jetzt fest zum Bauernhofkindergarten. Im kommenden Jahr sollen weitre Tierarten folgen.

Auch drei Schafe gehören jetzt fest zum Bauernhofkindergarten. Im kommenden Jahr sollen weitere Tierarten folgen. © Kindergarten

Und im kommenden Kitajahr sollen dann auch 40 Kinder in den von vornherein geplanten zwei Gruppen – aktuell gibt es eine Gruppe – in den Genuss des Alltages im Zusammenspiel mit Tieren kommen. Denn dahinter steckt natürlich ein ausgeklügeltes pädagogisches Konzept. „Die Kinder lernen so ökologische Kreisläufe kennen“, erklärt Marion Rahms. Ihr veranschaulichendes Beispiel: Ein Huhn braucht Futter und Pflege, legt dafür Eier, die man dann beispielsweise zum Frühstücken essen kann.

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Dementsprechend müssen sich die Kinder um die Tiere kümmern. „Sie übernehmen im Rahmen ihrer Möglichkeiten Verantwortung, erkennen Zusammenhänge und lernen ihr Verhalten den unterschiedlichen Tieren anzupassen“, hebt die Kindergarten-Leiterin hervor. Und das Ganze sei, das betont sie, kein Streichelzoo. „Die Kinder lernen Achtsamkeit und Demut gegenüber den Tieren zu entwickeln.“

Corona macht es nicht leichter

Dass die Situation aktuell durch Corona erschwert ist, daraus macht die Leiterin keinen Hehl. „Es ist ja derzeit für niemanden einfach. So können die Kinder auch nicht all das machen, was ohne Corona möglich wäre. Doch wir geben uns die größte Mühe, jeden Tag das aktuell Bestmögliche herauszuholen.“

Und dazu gehören auf dem Bauernhofkindergarten auch verschiedene Dienste für die Kinder. So backen die Kinder unter anderem unter Anleitung jeden Tag Brot (zudem wird jeden Tag frisch vor Ort gekocht), erledigen die Gartenarbeit, holen die Eier aus dem Hühnerstall und misten natürlich auch den Stall aus.

Die Kinder im Bauernhofkindergarten lernen unter anderem an Hühnern ökologische Kreisläufe kennen.

Die Kinder im Bauernhofkindergarten lernen unter anderem an Hühnern ökologische Kreisläufe kennen. Und sie dürfen natürlich die Eier für das Frühstück aus dem Stall holen. © Kindergarten

„Die Kinder werden in den ganzheitlichen Prozess miteinbezogen“, erläutert Marion Rahms. Und dazu gehöre es auch, die vielleicht auf den ersten Blick weniger angenehmen Dinge wie das Ausmisten des Stalls mit anzugehen. „Eltern muss dementsprechend klar sein, dass die Kleidung der Kinder auch mal stinken oder dreckig sein kann.“ Auch blaue Flecken ließen sich nicht immer vermeiden.

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„Das gehört bei uns auf einem Bauernhofkindergarten eben dazu“, stellt Rahms klar. Etwas, das die Kinder schon gut verinnerlicht hätten. „Insgesamt haben wir uns alle hier trotz Corona richtig gut eingelebt und wurden auf dem Hof so herzlich aufgenommen. Das ist schon einfach klasse“, fällt ihr erstes Zwischenfazit durchweg positiv aus.

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