Ehepaar Uphues findet Riesenbovist in Südlohn

mlzRiesenpilz in Südlohn

Beim Spazierengehen haben Georg und Kordula Uphues einen Riesenbovisten gefunden. Nicht der erste, den sie mit nach Hause bringen. Zum Verzehr ist dieser aber leider nicht mehr geeignet.

Südlohn

, 04.11.2020, 13:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sämtliche Halloween-Kürbisse müssen jetzt ganz tapfer sein. Im Innenhof des Hauses der Familie Uphues an der Heinestraße liegt seit dem vergangenen Wochenende auf einem Tisch der schneeweiße Gegenentwurf, ein Ungetüm, das die orangefarbenen Traditions-Gruselköpfe auf einen Schlag ziemlich alt aussehen lässt.

Das Monstrum heißt mit lateinischem Namen „Calvatia gigantea“ – was bereits recht anschaulich klingt. Sein deutscher Name „Riesenbovist“ lässt Pilzkenner und -freunde wissend mit dem Kopf nicken. Vermutlich wird ihnen sogar das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Die sprechende Waage

Gefunden haben dieses Prachtstück Georg und Kordula Uphues, als sie am Sonntag gegen 16 Uhr in der Bauerschaft Hessinghook unweit der Grenze zu den Niederlanden mit ihrem Hund unterwegs waren. Wo genau? Kordula Uphues lächelt vielsagend und sagt nur: „Irgendwo da.“

Zu Hause angekommen, haben sie das Ungetüm auf eine Personenwaage gelegt. Die kann sprechen, wie das Handy-Video beweist, und sie hat „Acht Komma fünf Kilo“ gesagt.

Prüfen nach Gehör

8,5 Kilo – ein so großes Exemplar hatten Georg und Kordula Uphues dort zuvor noch nie gefunden. „Kleinere mit drei-vier Kilo schon“, räumt der Ehemann ein, „Und die schmecken auch besser.“ Den Großen, den sie am Sonntag mit nach Hause geschleppt haben, könne man eigentlich nicht mehr verspeisen, ist sich das Ehepaar einig.

Und hier tut sich tatsächlich eine Parallele zu den erwähnten Kürbissen auf. Kordula Uphues klopft auf die unregelmäßig geformte Seitenwand des Riesen. „Das sollte nicht nachgeben und wie eine Trommel klingen“, weiß sie, „Dann ist er noch gut.“ Hier klingt es aber eher dumpf und die weiße Wand macht einen ziemlich unelastischen Eindruck.

Ganze Nachbarschaft isst Pilze

Die beiden Oedinger haben die Fundstelle im Hessinghook erst in diesem Jahr und per Zufall entdeckt. „Im Juli und August waren dort die schönsten“, erinnert sich Kordula Uphues.

Und sie konnte mit den Riesenpilzen die halbe Nachbarschaft mitversorgen. „Alle haben überlebt“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Zubereitung wie ein Schnitzel

Wenn sie richtig zubereitet seien, könne man von einer absoluten Delikatesse sprechen, fügt sie hinzu. „Am besten schmecken sie meiner Meinung nach, wenn sie wie Schnitzel behandelt werden“, verrät sie noch, „Einfach in etwas dickere Scheiben schneiden, panieren und ab in die Pfanne.“

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Ob nun mit diesem Riesenfund die Bovist-Saison für dieses Jahr gelaufen sei? „Ja eigentlich schon“, ist die Antwort, „Aber wir haben am Sonntag gesehen, dass da noch einer nachkommt. Der ist jetzt vielleicht ein knappes Kilo schwer.“

Georg und Kordula Uphues werden den Kleinen im Auge behalten.

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