Die Idee von einem eigenen Bürgerbüro für Südlohn im Haus Wilmers hatte die WSO-Fraktion in den Schulausschuss eingebracht. Seitens der weiteren Fraktionen wurde der Bedarf aber nicht hinlänglich gesehen. © Markus Gehring
Schulausschuss

Eigenes Bürgerbüro für Südlohn? WSO-Antrag findet wenig Unterstützung

Bis 2011 gab es auch im Ortsteil Südlohn ein Bürgerbüro. Die WSO-Fraktion würde dieses gerne reaktivieren. Mit diesem Antrag beschäftigte sich der Schulausschuss. Das Votum war eindeutig.

Soll ein eigenes Bürgerbüro im Ortsteil Südlohn eingerichtet werden? Mit dieser Fragestellung richtete sich die WSO-Fraktion an den Ausschuss für Schule, Jugend, Senioren und Soziales. Die Fraktion erinnerte dabei daran, dass es diese Einrichtung bis vor zehn Jahren im Haus Wilmers noch gegeben habe. Letztlich fand dieser Antrag im Ausschuss wenig Rückendeckung.

Niklas Büning berichtete, dass die WSO-Mitglieder vermehrt von Bürgerinnen und Bürgern angesprochen worden seien, dass diese die Sprechstunde in Südlohn vermissten. Als Vorteile führte die Fraktion unter anderem eine erhebliche Steigerung der Bürgerfreundlichkeit, den geringeren Aufwand für die Südlohner Bürger und die Schonung der Umwelt durch reduzierten Individualverkehr zwischen Südlohn und Oeding an. Zielgruppe seien vor allem auch ältere Mitbürger. „Die Digitalisierung macht auch mehr möglich“, betonte Büning mit Blick auf eine sichere Verbindung ins Rathaus in Oeding.

Fraktionen erkennen Bedarf nicht

Barbara Seidensticker-Beining erklärte, dass sich die SPD-Fraktion nicht grundsätzlich gegen ein Bürgerbüro in Südlohn wehrte. Aber: „Im Haus Wilmers ginge ein Raum für andere verloren, auch lässt sich eine personelle Ausstattung aktuell nicht verantworten.“ Aus datenschutzrechtlichen Gründen müsse dieser Raum dauerhaft abgeschlossen sein, ergänzte Ordnungsamtsleiter Matthias Lüke.

Auch die FDP-Mitglieder hätten „ziemliche Bauchschmerzen“, sagte Jörg Schlechter: „Man kann den Bedarf gar nicht decken. Wer nicht mobil ist, der kommt auch nicht ins Haus Wilmers.“ Marco Becker merkte für die CDU an, dass man bei einer derart überschaubaren Anzahl an Behördengängen auch die fünf Kilometer nach Oeding in Kauf nehmen könne. Karin Schmittmann (UWG) regte an, „mehr Werbung für die flexiblen Termine“ zu machen.

Bürgermeister: Flexible Terminvergabe macht mehr Sinn

Diese Option stellte auch Werner Stödtke heraus: „Die Terminvereinbarung bei Bedarf macht mehr Sinn, unsere Mitarbeiter leisten sogar Hausbesuche.“ „Es konnten bisher auch alle Fälle gelöst werden“, ergänzte Matthias Lüke. Michael Schichel (CDU) habe sich schon ein wenig gewundert über den Antrag: „Wir sind noch nie darauf angesprochen worden.“ Das konnte der Bürgermeister für die Verwaltung bestätigen. Zudem sei eine personelle Ausstattung kompliziert.

Als Alternative wurde der sogenannte Bürgerkoffer der Bundesdruckerei ins Spiel gebracht. „Der ist aber bis ins kommende Jahr nicht lieferbar“, so Matthias Lüke. Es gab letztlich keine Empfehlung an den Rat, die WSO zog den Antrag zurück.

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