Zu wenig Blüten, zu wenig Nahrung für Insekten – Dagegen soll in Südlohn und Oeding ein neuer Verein etwas unternehmen.

Südlohn

, 05.03.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Insekten brauchen Hilfe. Zu wenige blühende Pflanzen machen ihnen – neben der Klimaverschiebung – das Leben schwer. Die Gemeinde möchte dagegensteuern und will Blühstreifen oder -flächen anlegen lassen. Auch Landwirte sollen bestärkt werden, ihre Ackerrandstreifen mit Blumen zu bepflanzen.

Im Bauausschuss stimmten die Politiker dafür, einen Verein zu gründen, der die Bestrebungen koordiniert und sich auch um die Anpflanzung kümmert. Die Alternative wäre gewesen, den Bauhof mit der Pflanzung der Blühstreifen zu beauftragen.

„Eine sehr gute Herangehensweise“, befand Franz-Josef Rickers (Grüne). Man könne es auf jeden Fall erst einmal über den Verein versuchen. Falls das nicht klappt, bleibe aber nur der Weg über Verwaltung und Bauhof. Alois Kahmen (CDU) machte sich dafür stark, auf jeden Fall den Landwirtschaftlichen Ortsverein mit in die Planungen einzubeziehen. Er kritisierte jedoch, dass die Gemeinde sich bereits seit Dezember 2016 in der Selbstverpflichtung befinde, Blühstreifen anzulegen. Schon damals gab es einen entsprechenden Beschluss der Lokalpolitik. In einer Datenbank sollte erfasst werden, wo Blühstreifen in der Gemeinde möglich wären. „Damit sind wir noch nicht weitergekommen“, so Kahmen.

Monokulturen in Gärten

Auch Siegfried Reckers (SPD) betonte die Bedeutung des Projekts. „Südlohn wird die Welt nicht im Alleingang retten“, schränkte er ein. Und es sei auch mit ein paar Blumenwiesen nicht getan. Dennoch sei jede neue Fläche wichtig. „Wir müssen uns selbst an die Brust klopfen“, sagte er. Mit Blick auf viele Monokulturen in den Gärten, auf kurz geschnittenen Rasen oder gar Steinbeete müsse sich jeder Gartenbesitzer auch selbst engagieren.

Die Politiker wollen sich nun noch die Arbeit des Vereins Kulturlandschaft Vreden genauer ansehen. Dort läuft seit Jahren ein ähnliches Projekt. Doch gerade das sah Dieter Valtwies, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Südlohn-Oeding und für die UWG Mitglied im Bauausschuss, noch skeptisch.

Zumindest für Oeding sei so eine Umsetzung kompliziert: Weil hier für die landwirtschaftlichen Flächen immer noch das Urkataster gilt, seien die Daten für eine allgemeine Datenbank kaum zu ermitteln. Dennoch sei eine Vereinslösung immer gut, wenn alle Beteiligten eingebunden werden.

Als Startprojekte sollen mindestens ein Blühstreifen und eine Blühfläche in Südlohn oder Oeding durch die Gemeinde angelegt werden. Wo genau, stand in der Sitzung noch nicht fest.

Jede einzelne Blume nutzt

Bei Ottmar Roswora rennen Politiker und Verwaltung mit den Ideen offene Türen ein. Der 67-jährige ist Vorsitzender des Imkervereins Südlohn, hat ihn zum Jahresbeginn neu gegründet.

Seit 38 Jahren hält er eigene Bienen. „Jede einzelne Blume nutzt“, erklärt er. Nicht nur seinen Honigbienen, sondern den Insekten insgesamt. Er glaubt auch nicht, dass es für die Insektenwelt insgesamt schon zu spät ist. „Man kann die Entwicklung wieder in die richtige Richtung schieben, wenn wir uns jetzt anstrengen“, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion.

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