Elsbeth Doods ist über das Verhalten ihrer Krankenkasse empört

mlzStreit mit Krankenkasse

Eine defekte Pumpe im Badezimmer macht Elsbeth Doods aus Südlohn wütend. Denn ihre Krankenkasse denkt nicht daran, die Kosten zu übernehmen. Die Begründungen wirken aus ihrer Sicht seltsam.

Südlohn

, 20.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die erste Wut ist bei Elsbeth Doods verraucht. Jetzt ist die Südlohnerin vor allem enttäuscht. Sie hat keine Lust mehr auf einen Rechtsstreit mit ihrer Krankenkasse. Der Grund für den Konflikt war eine defekte Pumpe an ihrem Dusch-WC.

Elsbeth Doods leidet an Multipler Sklerose und damit verbundener Inkontinenz des Darms und der Blase. Sie hat deswegen im Bad jenes Dusch-WC, mit dem sie nach dem Gang zur Toilette säubern kann.

Garantie abgelaufen, Elsbeth Doods muss 700 Euro zahlen

Schon seit 25 Jahren ist Elsbeth Doods auf dieses Hilfsmittel angewiesen, das aktuelle Exemplar ist mehr als zehn Jahre alt. Weil aber die Garantie nur zehn Jahre läuft, weigerte sich die Krankenkasse, eine Reparatur zu zahlen. „Das finde ich empörend. Das Dusch-WC ist mittlerweile repariert, aber auf meine Kosten. Die 700 Euro hat nicht jeder in der Ecke liegen“, regt sich die Rentnerin auf.

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Für sie wäre die logische Folge aus dem Ablauf der Garantie, dass ein neues Gerät installiert wird. „Die lassen sich immer was Neues einfallen“, meint Elsbeth Doods resignierend mit Blick auf die Krankenkasse.

Streit mit Krankenkasse läuft seit fast einem Jahr

Um zu rechtfertigen, dass kein neues Gerät eingebaut wird, erklärte die Krankenkasse der Südlohnerin, dass diese jeder, der in dem Haus zu Gast sei, nutzen könnte. Eine Nutzung nur durch Elsbeth Doods könne nicht sichergestellt werden. „Ich wohne hier alleine. Wer soll die Toilette denn nutzen?“, findet sie diese Argumentation ziemlich abstrus.

Der Streit zwischen Elsbeth Doods und ihrer Krankenkasse läuft jetzt bereits seit einem Jahr. Über die Mitgliedschaft in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) hat die Südlohnerin kostenlos einen Rechtsanwalt engagiert.

Einbau dauert nur eine Stunde

Am 15. Dezember soll die letzte Entscheidung fallen. „Da kommt sowieso nichts mehr raus. Ich rechne nicht mit einem positiven Bescheid“, gibt sich Elsbeth Doods keinen Illusionen hin. „Anschließend könnte ich noch vor Gericht ziehen. Aber man hat mir gesagt, das dauert eineinhalb bis zwei Jahre. Das ist lächerlich, das kann man nicht machen“, meint sie.

Der Einbau des neuen Dusch-WCs habe übrigens nicht länger als eine Stunde gedauert. Aber es musste ein Fachmann für diese Geräte kommen, sodass hohe Nebenkosten anfielen.

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Doch Elsbeth Doods ist in ihrer Situation darauf angewiesen, dass das Dusch-WC funktioniert. „Ich kann auch nicht jedes Mal den Pflegedienst anrufen. Außerdem dauert es ja auch immer, bis der da ist. Als die Pumpe kaputt war, waren das haarsträubende Verhältnisse“, berichtet Elsbeth Doods.

„Was macht denn ein Mensch, der das Geld für die Reparatur nicht hat?“, würde sie gerne von der Krankenkasse wissen.

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