Engagement raubte Schlaf

Südlohn "Ich wünsche dem Verein, dass Sie noch einmal 20 Jahre Vorsitzende sind. Dann wird das Angebot sicher erhalten." Der Applaus zeigte, dass viele gestern bei der Feier zum 25-jährigen Bestehen des therapeutischen Reitens in Südlohn und des 20-jährigen Bestehens des Fördervereins dachten wie NRW-Minister Karl-Josef Laumann.

07.09.2007, 18:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vor rund 80 geladenen Gästen aus Politik, Verwaltung, Kirche und Vereinen hob Laumann die Bedeutung der Arbeit von Thea Robert und ihrer Mitstreiter hervor: "Sie geben Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, ihre Talente zu entfalten." Er forderte, auch abseits einer staatlichen Finanzierung noch mehr nach Wegen zu suchen, Angebote für alle Kinder zu schaffen - wie es in Südlohn der Fall sei. "Das Land kann Entwicklungen anstoßen, andere müssen auch mitmachen", so Laumann, der betonte, dass ihm gerade die Integration von Behinderten in die Arbeitswelt ein besonderes Anliegen sei.

So wie Minister Laumann es geschafft habe, die Chancen für junge Menschen auf Arbeit zu erhöhen, so habe auch Thea Robert die Chancen derer, die Hilfe brauchen, im Blick, erklärte Bernhard Herdering (kleines Bild), Geschäftsführer des Caritasverbands Ahaus-Vreden. Der Caritas als Träger des therapeutischen Reitens habe seine Entscheidungnicht bereut. Im Gegenteil: Zurzeit werde ein neues Programm aufgebaut.

Thea Robert gestand nach 25 Jahren Einsatz, dass sie ihr Engagement nächtelang nicht habe schlafen lassen. Sie dankte Minister Laumann, dem Kreis, der Gemeinde Südlohn, dem Reitverein und allen Unterstützern. Was 1981 klein anfing, sei nach und nach gewachsen, berichtete sie im Rückblick auf die Geschichte des therapeutischen Reitens in Südlohn. Die Ideen seien in den Förderverein eingeflossen, der die Arbeit auf eine breitere finanzielle Basis gestellt habe. Gemeinsam setzten sich die Mitglieder dafür ein, dass "Menschen, die nicht den Normen entsprechen, nicht ausgegrenzt werden". Thea Robert sparte auch nicht die Schattenseiten ihres Engagements aus. Sie kritisierte die mangelnde finanzielle Unterstützung der Krankenkassen und forderte: "Die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung sollten - trotz knapper Kassen - alles tun, damit nicht nur Besserverdienende in den Genuss der Therapieangebote kommen." Ihr Fazit lautete trotz allem: "Es hat sich gelohnt." kh

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