Ende August 2019 ließ sich Dirk Assing zweifach feiern: als Schützenkönig und als amtierender Silberkönig der St.-Vitus-Schützen. Ob er wegen der Corona-Pandemie mit Ruth Assing noch ein weiteres Jahr die Vitus-Schützen regiert, wird sich zeigen. © Susanne Dirking
Schützenfeste 2021

Entscheidung vertagt: Schützen warten auf klare Signale der Politik

Einige Schützenvereine im Westmünsterland haben schon vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ihre Schützenfeste abgesagt. In Südlohn und Oeding wartet man noch ab – mit vagen Hoffnungen.

Ob es in Südlohn und Oeding eine Schützenfestsaison 2021 geben wird, das steht Stand jetzt noch in den Sternen. Auch wenn noch keiner der vier Vereine eine abschließende Entscheidung getroffen hat – die Skepsis überwiegt angesichts der aktuellen Pandemie-Entwicklung. Das zeigt eine Umfrage unter den Vereinen.

Bernd Westhoff, Präsident des Oedinger Schützenvereins Nichtern, ist zwiegespalten. „Die Chancen, dass wir feiern dürfen, sind sehr gering.“ Ende Juni würden die Nichterner Schützen auf den Vogel zielen. „Aber wir wollen jetzt auch nicht Anfang des Jahres schon alles über den Haufen werfen“, sagt der Präsident fast flehentlich. Wenn er Vereinsmitglieder spricht und die ihn fragen, wie es aussieht, ist aber seine Antwort: „Schaut abends Nachrichten.“

„Wenn wir verschieben, dann um ein Jahr“

Gut sehe es nicht aus, das weiß er. „Und ein Schützenfest müsste ja auch genehmigt werden“, lenkt er den Blick darauf, dass das Ordnungsamt der Gemeinde auch noch ein Wörtchen mitzureden hätte bei Schützenfest-Planungen. Weil der Schützenverein in der Reithalle feiert, wäre sogar eine Verlegung in den Herbst nicht allzu schwierig, „das wären ein paar Anrufe“, so Bernd Westhoff. Aber das ist aktuell keine Option für den Präsidenten: „Wenn wir verschieben, dann um ein Jahr.“

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ist das Motto beim St.-Vitus-Schützenverein, sagt Präsident Josef Rathmer mit einem hörbaren Schmunzeln beim Telefonat mit der Redaktion. Der Vorstand wolle die bundes- und landespolitischen Entscheidungen am 3. März abwarten, „mal sehen, ob es Lockerungen gibt“, stellt Josef Rathmer die Frage. Tatsächlich haben die Vitus-Schützen durchaus noch etwas mehr Zeit als andere Vereine für die Entscheidung: Schützenfest wird traditionell am vierten Wochenende im August gefeiert.

Vitus-Schützen haben noch nicht ganz aufgegeben

Der Präsident macht deutlich. „Wir möchten wohl feiern, aber wenn es nicht geht …“ Wenn es Anfang März klare Ansagen geben sollte zu Lockerungen, dann werde sich der Vorstand zusammensetzen. „So ganz aufgegeben haben wir es noch nicht“, blickt der Präsident auf die wichtigsten Festtage des Vereins.

Das Wochenende vom 24. bis 26. Juli haben sich die Jakobi-Schützen rot im Kalender angestrichen. Aber ob gefeiert wird? „Wir haben noch keine Entscheidung getroffen, aber ich gehe davon aus, dass wir das im Laufe des zweiten Quartals tun werden“, sagt Werner Tecker. Der Präsident verweist darauf, dass der Vorstand erst noch die weiteren Entwicklungen in der Corona-Pandemie abwarten wolle.

Die Jakobi-Schützen feiern in der gemeindeeigenen Jakobihalle, „deswegen haben wir keinen zwingenden Zeitdruck“, erklärt Werner Tecker. Mit allen Beteiligten wie den Musikkapellen seien auch in den Vorjahren meist vorab mündliche Absprachen getroffen worden, „aber schriftlich macht man das im zweiten Quartal“, so der Präsident. Auch dahingehend besteht also kein Zeitdruck.

Feiern unter Auflagen „schwer vorstellbar“

Unter Auflagen zu feiern, das kann sich Werner Tecker nicht ausmalen. „Kein Gesang, keine Blasmusik, vielleicht alle mit Mund-Nasen-Schutz – nein, das ist schwer vorstellbar“, betont der Präsident der Jakobi-Schützen. Spätestens Ende des zweiten Jahresquartals würden sich Vorstand, Königspaar, Festwirt und weitere Beteiligte abstimmen und eine Entscheidung treffen, blickt er im Telefonat mit der Redaktion voraus.

Den Auftakt in die Schützenfestsaison 2021 in Südlohn und Oeding würde der Allgemeine Bauern-Schützenverein Südlohn am Fronleichnamswochenende (2. bis 4. Juni) gestalten. Entsprechend höher ist der Einfluss der aktuellen Entwicklung. Eine Entscheidung, ob das Fest im Gegensatz zum Vorjahr stattfinden kann, legt Präsident Klemens Wedding primär in andere Hände: „Sie steht und fällt mit der Entscheidung der Politik.“

Schützen hegen Wunsch nach einem Stück Normalität

Auf dieses „grüne Licht“ – wann auch immer dieses gegeben werde – warteten auch die Mitglieder sehnsüchtig: „Ich denke, dass die Mitglieder genauso denken. Wir müssen abwarten, wann diese Art von Veranstaltungen wieder zugelassen wird.“

Ob sich der Präsident ein Schützenfest unter Auflagen vorstellen könne? „Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Es liegt letztlich daran, welche Auflagen auf uns zukommen.“ Und er schiebt einen besonderen Wunsch hinterher: „Es wäre schön, wenn wir schnell wieder dahin kommen, wo wir einst waren, und so normal wie möglich feiern können.“

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Anne Winter-Weckenbrock

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