Anwohner sollen nun doch gehört werden, bevor die Fahrradstraße am Leegen Weg kommt

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Stadtlohn macht vor, wie es auch gehen kann: Bevor die Politiker dort für eine Fahrradstraße stimmen, wollen sie die Meinung der Anlieger hören. Das hätten sich Südlohner auch so gewünscht.

Südlohn

, 03.07.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nun will die Gemeindeverwaltung doch noch einmal in Ruhe mit den Anliegern des Leegen Wegs reden, bevor die Straße als Fahrradstraße umgewidmet wird. Das hatte Ende Mai noch ganz anders ausgesehen. Da hatte sich der Bauausschuss klar für die Fahrradstraße ausgesprochen. Zum Ärger der Anlieger.

In kleiner Runde wurden dann weitere Gespräche geführt. „Wir sind so verblieben, dass es erst noch einmal einen Gesprächstermin zwischen Verwaltung und uns gibt“, sagt Dieter Valtwies, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Südlohn-Oeding, auf Nachfrage unserer Redaktion.

Idee für die Fahrradstraße kommt aus Stadtlohn

Die Idee, die Straße überhaupt umzuwidmen, stammt aus Stadtlohn. Dort hatten die Politiker zuletzt im Hauptausschuss über das Thema Fahrradstraße gesprochen. Der Plan: Die Hegebrockstraße in Stadtlohn und in Verlängerung der Leegen Weg in Südlohn sollen zur Fahrradstraße werden. Einhellige Meinung in Stadtlohn: „Wir müssen zuerst die Anwohner dazu befragen.“ So fasste es der stellvertretende Ausschussvorsitzende Helmut Stowermann (CDU) am Ende der Diskussion zusammen.

Anwohner sollen nun doch gehört werden, bevor die Fahrradstraße am Leegen Weg kommt

Etwa jeder dritte Verkehrsteilnehmer auf der Heegebrockstraße und dem Leegen Weg sind Fahrradfahrer. Die sollen in Zukunft besser geschützt werden. © Stephan Teine

Ein Vorstoß, der auch bei den Anliegern in Südlohn auf viel Zustimmung stößt. „So hätte es auch in Südlohn laufen müssen“, sagt Dieter Valtwies. Er hatte sich mit anderen Anliegern auch die Sitzung des Hauptausschusses in Stadtlohn angesehen.

Südlohner Bauausschuss hatte sich schon für Fahrradstraße entschieden

Rückblick: Im Vorfeld der Diskussion in Stadtlohn hatte der Südlohner Bauausschuss schon Ende Mai für die Ausweisung einer Fahrradstraße auf dem Leegen Weg gestimmt. Danach hatten sich die Anlieger vehement dagegen ausgesprochen. Sie fürchten, dass sie mit ihren landwirtschaftlichen Maschinen nicht mehr ungehindert über die Wege fahren können, wenn sie Radfahrern Vorrang gewähren müssen.

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Aber noch einmal zur Hauptausschusssitzung nach Stadtlohn: Dort hatte Thomas Gausling, Leiter des Stadtlohner Ordnungsamts, den Politikern den Hintergrund der Pläne erläutert: Auf der Hegebrockstraße – und in Verlängerung auf dem Leegen Weg – ist laut einer Erhebung jeder dritte Verkehrsteilnehmer mit dem Fahrrad unterwegs.

Leegen Weg ist eine beliebte Pendlerroute

Viele nutzen den Weg, um mit dem Rad zur Schule oder zur Arbeit zu fahren. Gleichzeitig ist auf dem Weg aber Tempo 100 erlaubt. Für eine Straße außerorts das übliche Limit. Untersuchungen hätten gezeigt, dass rund 85 Prozent aller Autofahrer nur mit Tempo 70 dort unterwegs seien.

Um die Straßen sicherer zu machen und eine Fahrradverbindung zwischen Stadtlohn und Südlohn zu schaffen, soll die Straße als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Dort wäre das Tempo auf 30 km/h begrenzt. Auch müssten Auto- den Radfahrern Vorrang gewähren.

In Stadtlohn wurde danach schnell über die richtige Trasse diskutiert: Rechts auf dem Leegen Weg/Hegebrockstraße oder doch lieber links durch den Wienkamp. Mit Pollern oder Kegeln oder doch ganz ohne Hindernisse...

Politiker wollen erstmal ein Meinungsbild einholen

Helmut Stowermann (CDU), der stellvertretende Ausschussvorsitzende, stoppte die Diskussion erstmal: „Wir wissen noch gar nichts“, sagte Helmut Stowermann. So müssten auch noch rechtliche Fragen geklärt werden.

„Bei der Flurbereinigung wurden Verträge zur Nutzung der Wirtschaftswege geschlossen. Erst einmal müssen wir prüfen, ob sich eine Fahrradstraße damit vertragen würde“, erklärte er. Er warb dafür, dass erst einmal ein Meinungsbild eingeholt werden soll.

„Wenn am Ende alle Landwirte über die L572 fahren, haben wir dadurch ja nichts gewonnen“, sagte er. Dem konnten sich alle Politiker anschließen. Wenn die offenen Fragen geklärt sind, soll das Thema dort neu diskutiert werden.

Das sieht Dieter Valtwies sehr positiv: „Das Prozedere ist jetzt wieder in der richtigen Reihenfolge“, sagt er.

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