Familie aus Südlohn hilft in der Coronakrise Menschen in Indonesien

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Ein Plakat auf Sulawesi ist der Beweis: Die Unterstützung aus Südlohn ist angekommen. Aus der Erdbeben-Hilfe von Yulyana Eickmann für ihre alte Heimat ist ein Covid-19-Hilfsprojekt geworden.

Südlohn

, 11.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schwarz auf Weiß ist es nachzulesen, welche „big family personal help“ die Menschen im nördlichen Teil der indonesischen Insel Sulawesi erreicht hat. Und neben dem Hinweis auf die Helfer, die Familie von Yulyana Eickmann aus Südlohn und die ihres dort lebenden Bruders Alexander Warawarin ist auch ein großes Foto von Yulyana und Ehemann Wolfgang sowie ihren drei Töchtern zu sehen.

Warum aber der ganze Aufwand? Ein Blick zurück: Im vergangenen Jahr hatte die 45-Jährige eine ungewöhnliche Spendenaktion für Indonesien angestoßen: Mit dem Verkaufserlös von selbstgebackenen Frühlingsrollen sollten die vom Erdbeben schwer getroffenen Menschen ihrer alten Heimat unterstützt werden. Die Bilder von den schrecklichen Verwüstungen vor Ort hatten die Südlohnerin dazu motiviert. In einer ersten „Runde“ waren 600 Euro zusammengekommen. Von dem Geld wurden damals Matratzen, Decken und Lebensmittel gekauft.

Grundnahrungsmittel fehlen

Und nach dem Erdbeben und zahlreichen Nachbeben hat jetzt auch das Coronavirus das Leben der Menschen dramatisch verändert. „Zwar gibt es gar nicht so viele Infizierte und Tote wie in anderen Ländern, aber sehr strenge Beschränkungen“, beschreibt Yulyana Eickmann die Lage. Heißt: Einkaufsmöglichkeiten sind äußerst beschränkt, Waren oft gar nicht zu bekommen. Für die gebürtige Indonesierin ein Anlass, um erneut tätig zu werden. Rund 370 Euro – aus dem Verkauf von Frühlingsrollen und 180 Euro vom örtlichen Billardverein – hat sie online an ihren Kontaktmann vor Ort transferiert.

Und der, ihr drei Jahre jüngerer Bruder Alexander Warawarin, hat dafür inzwischen eingekauft. „Reis, Öl, Zucker, Eier, solche Grundnahrungsmittel werden dort dringend benötigt“, sagt seine Schwester Yulyana. Inzwischen hat er die Einkäufe auch an die Bedürftigen verteilt, an Witwen, Alte, Kranke. Darunter auch seine 72-jährige Mutter Albertina Dolfina Warawarin. Yulyana Eickmann, für die das Schicksal der Menschen in Indonesien eine Herzensangelegenheit ist, ist das aber nicht genug. „Unsere Mutter hat uns gesagt, welche große Bedeutung die Familie in Indonesien hat“, erzählt Tochter Lorraine. Sie, ihre beiden Schwestern und Papa Wolfgang unterstützen deren Engagement.

Yulyana Eickmann will weitermachen

Der Verkauf von Frühlingsrollen ist in Corona-Zeiten unsicher. Einen anderen persönlichen Beitrag hat Yulyana Eickmann, die in der Pflege im Altenheim St. Niklas arbeitet, schon im Auge: „Sollten die Bonuszahlungen für uns tatsächlich kommen, gebe ich davon etwas ab.“ Aber auch mit den Frühlingsrollen soll es irgendwann weitergehen. Um ein solches Hilfsprojekt aber im größeren Stil anzugehen, will sie sich zuerst über die erforderlichen Vorgaben informieren.

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