Familie Nagel freut sich über fast fertigen Neubau und die ersten Gäste

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Der Neubau am Hotel Nagel direkt an der Schlinge ist fast fertig. Mit 13 neuen Zimmern stellt sich der Familienbetrieb breiter auf als bisher und plant schon für die Zukunft.

Südlohn

, 20.06.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die ersten Gäste haben schon im Neubau am Hotel Nagel geschlafen. Dabei sind die allerletzten Arbeiten noch gar nicht abgeschlossen.

Im Februar 2019 hatte Josef Nagel genau ein Jahr Bauzeit angepeilt: „Nächstes Jahr um diese Zeit soll alles fertig sein“, sagte er damals. Das hat nicht ganz funktioniert.

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Doch die Nagels stört es nicht. „Warum sollen wir im Moment Druck machen, die Buchungen sind ja noch sehr verhalten“, erklärt der Senior. Und sein Sohn ergänzt: „Wenn wir jetzt eine normale Urlaubssaison hätten, wäre natürlich Hochbetrieb. Aber so geht es und wir können die restlichen Arbeiten ganz in Ruhe zu Ende bringen.“

Handwerker arbeiten nacheinander

Das bedeutet zum Beispiel, dass nicht mehrere Handwerker gleichzeitig in einem Zimmer beschäftigt sind. „Sie sollen natürlich zügig fertig werden“, stellt Christian Nagel klar. Aber die Arbeiten werden eben nacheinander erledigt. Einige Kleinigkeiten fehlen auch noch: Spiegel und Klimageräte beispielsweise werden in Italien hergestellt. „Da gibt es gerade natürlich längere Lieferzeiten“, sagt Christian Nagel. Auch die fehlenden Teile sollen aber in den nächsten Tagen geliefert und montiert werden.

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Ganz klar hat sich die Familie übrigens bei den ausführenden Firmen positioniert: Fast alle kommen aus Südlohn oder der näheren Umgebung. „Das sind ja auch alles unsere Kunden und Gäste“, erklärt Josef Nagel. Selbst die Dekoration der Zimmer blieb in der Familie: Die künstlerische Umsetzung von alten Fotos aus Südlohn – die hat der Heimatverein beigesteuert – hat die Schwester von Christian Nagels Freundin geschaffen.

In 14 Tagen soll alles fertig sein

Geht es nach Vater und Sohn sollen in 14 Tagen die allerletzten Arbeiten abgeschlossen sein. Das heißt aber nicht, dass die Zimmer in der Zwischenzeit leer stehen: Erste Gäste haben im Neubau schon übernachtet. Weitere Buchungen liegen ebenfalls vor.

Der Neubau ist so konzipiert, dass er in kommenden Jahren noch erweitert werden könnte. Aktuell finden dort 13 Doppelzimmer Platz. Die letzten Arbeiten sollen in den kommenden zwei Wochen abgeschlossen sein.

Der Neubau ist so konzipiert, dass er in kommenden Jahren noch erweitert werden könnte. Aktuell finden dort 13 Doppelzimmer Platz. Die letzten Arbeiten sollen in den kommenden zwei Wochen abgeschlossen sein. © Stephan Teine

Mit den neuen Zimmern will sich der Familienbetrieb eine neue Zimmerkategorie erschließen: „Sie sind höherwertig ausgestattet und auch etwas größer als die bisherigen“, sagt Christian Nagel. Gleichzeitig seien sie natürlich an den modernen Standard im Hotelgewerbe angepasst: bodentiefe Duschen, größere Fernseher, Klimatisierung, neben drahtlosem auch kabelgebunder Internetzugang – seit die letzten neuen Zimmer 2001 gebaut wurden, hat sich eben viel verändert.

Kein Luxus sondern gehobener Standard

Dabei gehe es nicht um Luxus, sondern eben einen gehobenen Standard, der aber weiterhin zum Rest des Betriebs passen muss. „Die Gäste haben auch andere Ansprüche“, erklärt Christian Nagel. Mit dem Neubau sei der Betrieb jetzt breit aufgestellt: für den genügsamen Fahrradtouristen, der ein einfaches Zimmer suche, wie auch für anspruchsvollere Geschäftsreisende.

Das Verhältnis ist eindeutig: 80 Prozent der Übernachtungen werden im Hotel Nagel von Geschäftsreisenden gebucht. „Wir hoffen natürlich, dass das so bleibt und jetzt nicht alle vom Homeoffice aus arbeiten“, sagt er lachend. Der Rest von Touristen. „Das wird aber seit Einführung der E-Bikes deutlich mehr“, erklärt Christian Nagel. Ein enormer Faktor sei auch die Nähe zur Grenze: „Viele Gäste aus dem Ruhrgebiet schlafen bei uns und fahren dann über die Grenze zum Shoppen“, fügt er hinzu.

Neubau kann in Zukunft noch erweitert werden

Um die 900.000 Euro hat die Familie investiert. 13 Zimmer, darunter ein behindertengerechtes, sind so entstanden. Und weitere Möglichkeiten stehen noch offen: Das Gebäude kann leicht erweitert werden. Entweder an einer Seite oder durch ein neues Geschoss nach oben. Der Aufzugschacht ist schon vorbereitet, Flure und Fundamente so angelegt, dass man sie verlängern könnte. „Bis dahin müssen aber noch ein paar Jahre vergehen“, wiegelt Christian Nagel ab. Erst einmal muss der aktuelle Bau fertig werden.

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