FC Oeding bringt ein neues Denkmodell in die Sportplatzdiskussion ein

Jugendförderverein

Beim SC Südlohn 28 wird intensiv über den Ersatz des defekten Tennenplatzes durch einen Kunstrasenplatz diskutiert. "Den wünschen wir uns natürlich auch", meint Andreas Wanninger, Leiter des Junioren- und Seniorenfußballs beim FC Oeding. Er geht aber noch einen Schritt weiter und lenkt die Diskussion um das Spielfeld in eine ganz neue Richtung.

OEDING

, 01.03.2014, 08:22 Uhr / Lesedauer: 2 min
FC Oeding bringt ein neues Denkmodell in die Sportplatzdiskussion ein

Andreas Wanninger

Wanninger ist als Trainer einer Kreisauswahl häufig Gast bei anderen Vereinen und kennt deren Sorgen und Nöte. Demographischer Wandel und damit immer weniger Kicker in den Jugendmannschaften führen bereits heute bei den ersten Vereinen im Kreis zu massiven Nachwuchsproblemen.

Beispiele kann Wanninger viele aufzählen. Das geht in Oeding los, wo in diesem Jahr wahrscheinlich nur noch eine Eingangsklasse in der Grundschule gebildet wird, führt nach Burlo - dort gibt es keine A- oder B-Jugend mehr - und endet in Gronau oder Reken, wo Sportvereine fusionieren um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. "Es muss ein vernünftiges Konzept aufgestellt werden, bevor es an den Kunstrasenplatz geht", findet Wanninger, der auch für SC und FC irgendwann Nachwuchsprobleme sieht. Anzeigen dafür hat er in beiden Vereine bereits ausgemacht. Sowohl aus Oeding, wie auch aus Südlohn spielen schon heute talentierte Jugendliche bei Vereinen in den größeren Nachbarorten wie Stadtlohn oder Vreden.Werben um Balltalente

Das Buhlen um die Balltalente beginnt schon in der D-Jugend, weißt Wanninger. "Wir wollen die guten Spieler doch alle bei uns behalten", meint der Oedinger, für den die Diskussion

um den Kunstrasenplatz damit verknüpft werden sollte, in der Gemeinde auch in Zukunft vernünftigen Jugendfußball anzubieten. Der SC Südlohn sei jetzt zwar mit seiner Aussage vorgeprescht, einen Kunstrasenplatz mit einem Zuschuss von 250 000 Euro durch die Gemeinde im nächsten Jahr bauen zu wollen. Wanninger ruft aber eher dazu auf, dass sich die beiden örtlichen Sportvereine an einen Tisch setzen, über den Kunstrasenplatz und die Zukunft der beiden Vereine zu sprechen.

"Wenn wir das mit dem SC zusammen angehen, sprechen wir für 3000 Mitglieder", betont Wanninger, dass das Wort der beiden Vereine durchaus Gewicht hat. An eine Fusion, wie in anderen Orten, denkt der Oedinger dabei noch nicht. Vielmehr könnte sich Wanninger vorstellen, dass SC Südlohn und FC Oeding gemeinsam einen Jugendförderverein gründen. Voraussetzung sei es, zwei Mannschaften anzumelden. "Das wäre ein eigener Verein, in dem Talente aus mehreren Vereinen spielen könnten. Die Teams wären voll aufstiegsfähig", ergänzt der Oedinger und meint, dass dadurch talentierte Spieler in der Gemeinde bleiben würden und die Chance hätten, vor Ort in einer attraktiven Spielklasse zu kicken. Gleichzeitig sieht Wanninger in so spielstarken Teams auch Talente aus Burlo, Weseke oder anderen Orten, die bedingt durch den demographischen Wandel, keine eigenen Top-Teams mehr stellen können.

"Gemeinde-Kunstrasenplatz"

Der FC-Abteilungsleiter sieht den vom SC forcierten Platz daher als "Gemeinde-Kunstrasenplatz" und Voraussetzung für die Gründung eines Jugendfördervereins. In welchem Ortsteil der neue Sportplatz dann gebaut werde, müssten die Sportvereine zusammen mit der Kommune überlegen. "Der Jugendförderverein wäre eine Möglichkeit, Nachwuchsfußballer bei uns im Verein und halten", will Wanninger so dem demographischen Wandel begegnen und weiter attraktiven Fußball in der Gemeinde bieten. Für die weitere Gesamtdiskussion um Kunstrasenplatz oder den von ihm Angesprochenen Jugendförderverein sieht der Abteilungsleiter für FC und SC eine wichtige Voraussetzung: "Wir müssen einfach engern zusammenarbeiten". 

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