Feriencamp für behinderte und nichtbehinderte Kinder des Jugendwerks Südlohn

Kreis-Jugendamt

SÜDLOHN Winfried Laurichs energische Stimme tönt durch den nassen Wald: „Überall liegt Totholz rum. Das kann alles genommen werden!“ Was ist da los?

von Von Georg Beining

, 16.10.2009, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für den Bau eines Holzsteges muss Holz gesammelt werden - da packen alle mit an.

Für den Bau eines Holzsteges muss Holz gesammelt werden - da packen alle mit an.

Winfried Laurich hat für das Jugendwerk Südlohn mit Hilfe des Kreisjugendamtes und der Liebfrauenschule in Coesfeld mit seinen Ehrenamtlern etwas Neues auf die Beine gestellt: Er wollte ein Miteinander von behinderten und nicht-behinderten Kindern in einer gemeinsamen Woche, in der die Teilnehmer weitestgehend auf sich allein gestellt sein sollten, sich gegenseitig kennen lernen und unterstützen sollten. Mit der Betonung auf „gegenseitig“, wie Winfried Laurich erläutert: „Jeder sollte vom anderen lernen. Und alle können sich bei den Aufgaben, um die es hier geht, individuell einbringen.“

Jetzt, an diesem so verregneten und stürmischen Freitagmorgen, dem Abschlusstag, ist er schlauer: „Es ist für alle, die mit gemacht haben, ein totales Erfolgserlebnis. Ich hatte mit so einer Harmonie nicht gerechnet.“ 14 Kinder hatten sich am Montag auf einem Bauernhof mit ihren Betreuern und Winfried Laurich einquartiert. Etwa die Hälfte von ihnen hat Behinderungen unterschiedlichster Art. Charlotte ist mit ihrem Rollstuhl dabei und macht alles mit – Kanu fahren auf der Bocholter Aa, die Schnitzeljagd durch den Wald, das Indianercamp und vieles andere. Für sie hat Laurich ein Extralob: „Ich bin absolut begeistert. Sie ist so ein glückliches und lebensfrohes Kind!“

An diesem Morgen ist Dirk Nießing von der Naturerlebnis-Schule aus Raesfeld gekommen. Er baut mit den Kids Hängebrücken und Stege durch den Wald, auf denen sie das (fiktive) Hochwasser zwischen zwei Indianerdörfern überqueren können. Nach dieser Woche sind alle ein Stück klüger und gelassener geworden. Davon geht Winfried Laurich aus: „Mit Hilfe unseres Jugendwerks in Südlohn und des Kreis-Jugendamtes werden wir das sicher als Dauerbrenner installieren können – ein ganz praktisches Stück angewandter Inklusion.“

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