Ferienspaß in Südlohn und Oeding wegen Coronavirus abgesagt

mlzSommerferien

Die Organisatoren des Ferienspaßes in Südlohn und Oeding machen ernst: Wegen des Coronavirus wird es in diesem Jahr keine der beliebten Aktionen geben. Die Verantwortung ist einfach zu groß.

Südlohn

, 28.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sommerferien stehen vor der Tür, doch zum ersten Mal seit Jahrzehnten wird es in Südlohn und Oeding keinen Ferienspaß geben. Das hat Ferdinand Niebeling, der die Aktion in Oeding organisiert, am Freitag gegenüber unserer Redaktion bestätigt. Der Grund: Wie könnte es anders sein? Das Coronavirus.

Die Entscheidung haben sich die Organisatoren nicht leicht gemacht: „Wir haben die Situation längere Zeit beobachtet und darauf gewartet, dass sich etwas ändert“, sagt er. Schweren Herzens mussten sie den Ferienspaß dann abgesagen: „Die Ehrenamtlichen aus Vereinen und Verbänden, die bisher die Aktionen durchgeführt haben, gehören ja selbst überwiegend zur Risikogruppe“, sagt Ferdinand Niebeling.

Verantwortung ist Ehrenamtlichen nicht zuzumuten

Auch sei ihnen die Verantwortung für den Schutz vor einer Verbreitung des Coronavirus nicht zuzumuten. „Die Teilnehmer sind sechs bis zwölf Jahre alt“, so Ferdinand Niebeling weiter. Sie hätten sicherlich oft noch nicht das Verständnis für die Schutzmaßnahmen. Damit dann einen der ehrenamtlichen Helfer zu betrauen, sei einfach eine enorme Verantwortung, die er niemandem aufbürden wolle.

Weiter sei es praktisch unmöglich, bei den Spielen und Veranstaltungen die geforderten Hygienemaßnahmen einzuhalten. Oder falls doch, dann nur unter enormem Aufwand.

Keine Alternative für Ferienspaß denkbar

Eine Alternative für den Ferienspaß gibt es aktuell nicht. „Einmal abgesehen von den anderen Punkten hätten wir ja schon ein Problem durch die Teilnehmerzahlen“, erklärt Ferdinand Niebeling: Pro Aktion waren in den vergangenen Jahren bis zu 100 Kinder dabei. Teils gab es sogar noch einmal deutlich mehr Anmeldungen. „Wie sollte man da diejenigen auswählen, die mitmachen dürfen und die, die zuhause bleiben müssen“, fragt der Organisator. Auch deswegen hätten sich die Ehrenamtlichen dazu entschlossen, den Ferienspaß komplett zu kippen. Eine Situation, die auch Ferdinand Niebeling nicht kennt. „Ich organisiere das jetzt seit 1996. Davor gab es den Ferienspaß auch schon weit über zehn Jahre“, sagt er. Ausgefallen sei das Angebot allerdings nie.

Begrenzte Kinderbetreuung in der Offenen Ganztagsschule

Eine sehr begrenzte Ferienbetreuung wird in diesem Jahr auch in den beiden Grundschulen der Gemeinde angeboten. Die Anmeldung dazu ist bereits gelaufen. Die Kids GmbH, der Träger der Offenen Ganztagsschule, hatte den Bedarf bei den Eltern der Grundschüler abgefragt. Die mussten ja schon in den vergangenen Wochen Jahresurlaub oder Überstunden nehmen, um die Kinderbetreuung sicherzustellen. In den sechs Ferienwochen werden so nun zwischen 11 und 15 Kindern betreut. Diese Zahlen stellte Bürgermeister Christian Vedder in der jüngsten Ratssitzung vor.

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