Feuerwehr beweist, dass sie auch im strömenden Regen voll bei der Sache ist

mlzHerbstübung in Oeding

Fünf Verletzte, ein Autounfall und eine brennende Halle einer Zimmerei – kein einfaches Szenario für die Feuerwehren aus Oeding und Winterswijk. Und dann schüttet es auch noch in einer Tour.

Südlohn

, 20.11.2019, 15:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es plästert, ein fieser Regen der besonders unangenehmen Sorte nervt seit Stunden. Bei diesem Wetter vor die Tür? Eine noch unangenehmere Vorstellung.

Kurze und etwas hoffnungsvolle Nachfrage, ob die Feuerwehr vielleicht daran gedacht habe, die für diesen Abend angesetzte Übung abzublasen? Die Antwort kommt prompt und mit leicht vorwurfsvollem Unterton: „Sind wir eine Schönwetter-Feuerwehr?“ Nein, natürlich nicht. Im realen Einsatz können sich die Feuerwehrleute aus Oeding die Wetterbedingungen ja auch nicht aussuchen.

Also los: Es ist Montagabend, 19 Uhr. Im Aufenthaltsraum des Feuerwehrhauses neben der Fahrzeughalle stehen und sitzen 21 Feuerwehrmänner – noch in Zivil.

Feuer bricht in der Nachbarschaft aus

Am runden Stehtisch erklären Manfred Sicking und Frank Hemsing, welches Übungsszenario sie für heute Abend gemeinsam mit Jean Kastern und Sebastian Rieswick ausgetüftelt haben: Auf dem Betriebsgelände der Zimmerei Schüring – also praktisch bei der Feuerwehr in der Nachbarschaft – sei in der großen Halle ein Feuer ausgebrochen. Zwei Mitarbeiter seien vermisst.

Feuerwehr beweist, dass sie auch im strömenden Regen voll bei der Sache ist

Auch wenn sich Uniformen und Abläufe bei den beiden Feuerwehren unterscheiden, klappt die Zusammenarbeit gut. Das ist auch immer wieder das Hauptziel der gemeinsamen Übungen: Die Verbesserung der Kommunikation und Zusammenarbeit. © Georg Beining

Und zu allem Überfluss habe es vor dem Gelände auch noch einen Autounfall gegeben, verursacht durch Schaulustige. In den Autos sind noch drei Verletzte eingeklemmt. Weil die Südlohner ihrerseits zu einem Einsatz ausgerückt seien, habe man die Kollegen von der Brandweer in Winterswijk alarmiert. Die sollten sich um den Autounfall kümmern, während sich der Oedinger Löschzug um den Brand und die Vermisstensuche kümmern soll.

Ruhe vor dem Sturm

Ortswechsel: Es ist 19.25 Uhr. Noch ist es ruhig am Woorteweg. In den großen Pfützen auf dem Weg vor dem Zimmereibetrieb spiegeln sich orange blinkende Warnlampen. Regenwasser läuft vom aufgespannten Schirm hinter den Jackenkragen. Doch für solche Gedanken ist jetzt keine Zeit. Mit Martinshorn und Blaulicht biegt das Löschfahrzeug LF20 aus Oeding um die Ecke, fährt durch das geöffnete Tor auf den Betriebshof. Das etwas kleinere LF 16 biegt vor dem Gelände rechts ab.

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Aus beiden Fahrzeugen springen die Uniformierten. Jeder weiß, was zu tun ist. Unaufgeregt und zielsicher sitzen die Handgriffe. Lampen werden aufgebaut und hüllen die beiden spektakulär hergerichteten Unfallautos in grelles Licht.

Niederländer kümmern sich um die Rettung der Unfallopfer

Was ist mit den Winterswijkern? „Die sind unterwegs“, weiß Manfred Sicking. Robert Wobbe läuft mit einer Signalkelle zur Kreuzung, um die beiden Brandweer-Fahrzeuge einzuweisen. 15 niederländische Feuerwehrkameraden sind dann kurze Zeit später mit der Bergung der Unfallopfer beschäftigt. Mit Akku- und Hydraulik-Spreizscheren schneiden und stemmen sie die verkeilten Autotüren auf.

Gleichzeitig machen sich die Oedinger Feuerwehrleute auf den Weg in die verrauchte Halle, verlegen Schläuche und suchen nach den Vermissten.

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Gut anderthalb Stunden, dann hat das deutsch-niederländische Rettungsteam diese Regenschlacht überstanden. Das simulierte Feuer ist gelöscht, die Verletzen und Vermissten sind gerettet und versorgt. Die Feuerwehrleute packen das Material wieder zusammen. Die obligatorische Nachbesprechung findet dann im Warmen und Trockenen statt.

Übung stärkt die Zusammenarbeit zwischen Oeding und Winterswijk

Daraus nur so viel: Die Übung ist gut verlaufen. „Klar, die Arbeitsweisen bei uns und bei den Kollegen aus den Niederlanden sind unterschiedlich“, sagt Jean Kastern im Gespräch mit unserer Redaktion. Am Ende hätten aber auch die unterschiedlichen Abläufe das gleiche Ergebnis. Dennoch sei es wichtig, die Unterschiede kennenzulernen und sich für den Ernstfall aufeinander einzustellen.

Das wichtigeste Ziel der Übungen sei aber, die Feuerwehren aus den Nachbargemeinden eng miteinander zu verknüpfen. „Und durch die regelmäßigen Übungen wird die Zusammenarbeit natürlich gestärkt“, sagt er. Das soll auch in Zukunft Hauptziel der Übungen sein.

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