An der B70 zwischen Oeding und Vreden ist ein Autofahrer mit seiner Fahrweise aufgefallen. Ihm drohen wohl nun Geldstrafe und Fahrerlaubnisentzug. © Stephan Rape
Straßenverkehr

Gefährdung des Straßenverkehrs? Dann drohen 74-Jährigem harte Konsequenzen

Mehrere gefährliche Situationen soll ein Autofahrer am Sonntag auf der B70 zwischen Vreden und Südlohn heraufbeschworen haben. Sollte sich der Verdacht erhärten, drohen empfindliche Strafen.

Durch mehrere Verkehrsverstöße binnen kürzester Zeit soll ein 74-Jähriger aus dem Kreis Wesel am Sonntag aufgefallen sein. Auf der B 70 zwischen Oeding und Vreden war dieser in der Mittagszeit laut Aussagen von Zeugen wegen seines rücksichtslosen Fahrverhaltens aufgefallen (wir berichteten).

Unter anderem soll dieser in unübersichtlichen Bereichen überholt, eine rote Ampel überfahren und Überholverbote missachtet haben sowie mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren sein. Was droht dem Fahrzeugführer?

„Grundsätzlich muss ich vorausschicken, dass wir als Polizei nicht dabeiwaren“, erklärt Frank Rentmeister, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde. Also gelte es zunächst einmal, mögliche weitere Zeugen zu finden, damit sich die Hinweise verdichteten und einen Anfangsverdacht begründeten. Diesem gingen dann Staatsanwaltschaft und Richter nach, diese bewerten dann den Sachverhalt.

„Sieben Todsünden des Straßenverkehrs“

Zunächst einmal können grundsätzlich Ordnungswidrigkeiten mit Bußgeld oder auch einem Fahrverbot belegt werden. Ergebe der Anfangsverdacht, dass es sich um eine Gefährdung des Straßenverkehrs handeln könne, dann liegen Verkehrs- und Strafrecht dicht beieinander.

Sollte sich herausstellen, dass der Verdacht einer Gefährdung des Straßenverkehrs begründet ist, dann können Richter und Staatsanwaltschaft auch eine Hauptverhandlung veranlassen. Meist gibt es dann eine Geldstrafe, ebenso kann die Fahrerlaubnis entzogen werden (Symbolbild.
Sollte sich herausstellen, dass der Verdacht einer Gefährdung des Straßenverkehrs begründet ist, dann können Richter und Staatsanwaltschaft auch eine Hauptverhandlung veranlassen. Meist gibt es dann eine Geldstrafe, ebenso kann die Fahrerlaubnis entzogen werden (Symbolbild. © picture alliance / Marius Becker/dpa © picture alliance / Marius Becker/dpa

So kommt in diesen Fällen meist der §315c des Strafgesetzbuches in Betracht. Dieser ist wohl die wichtigste Vorschrift des Verkehrsstrafrechts. Er greift zum einen, wenn der Fahrzeugführer in fahruntüchtigem Zustand fährt. Zumindest der Alkoholeinfluss wurde beim 74-Jährigen bereits ausgeschlossen.

Zum anderen wirkt der Paragraf, wenn der Fahrzeugführer „grob verkehrswidrig und rücksichtslos einen besonders gefährlichen Verkehrsverstoß begeht und dadurch ‚Leib und Leben‘ einer anderen Person oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet“. „Wir sprechen dabei von den sogenannten sieben Todsünden des Straßenverkehrs“, erklärt Rentmeister.

Darunter fallen unter anderem „falsches“ Überholen oder auch zu schnelles Fahren an unübersichtlichen Stellen. Vorwürfe, die im Raum stehen. Unterschieden wird dieser Straftatbestand von dem des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, dieser erfolgt in der Regel „von außen“.

Geldstrafe und Fahrerlaubnisentzug wahrscheinlich

In den meisten Fällen erwartet den Fahrzeugführer bei Schuldspruch eine empfindliche Geldstrafe, bei „Vorbelastung“ ist selbst eine Freiheitsstrafe denkbar. Außerdem bedeutet eine Straßenverkehrsgefährdung, dass der Täter sich als charakterlich ungeeignet für die Teilnahme am Straßenverkehr erwiesen hat.

Deshalb wird ihm die Fahrerlaubnis entzogen – mit entsprechenden Konsequenzen für das Wiedererlangen. Nur in Ausnahmefällen – bei einer sehr günstigen Täterprognose – kann das Gericht von dieser Sanktion absehen.

Unabhängig vom Strafrecht kann die Polizeibehörde auch die Führerscheinstelle informieren, wie in diesem Fall geschehen. Dann wird diese bei Bedarf prüfen, ob gewisse Eignungsmängel zum Führen eines Fahrzeugs vorhanden sind.

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