In Oeding drehen sich schon diese Windkraftanlagen, nun sind weitere in Planung. Weil dazu bislang nichts öffentlich wurde, sind die Anlieger der geplanten Standorte verärgert und skeptisch. © Markus Gehring
Windkraft in Oeding

„Geheimnistuerei“ um geplante Windkraftanlagen in Oeding ärgert Anlieger

Fakt ist, dass zwischen Oeding und Weseke drei Windkraftanlagen geplant sind. Ein offizieller Bauantrag liegt beim Kreis Borken noch nicht vor. Aber Ärger gibt es schon: Anlieger üben Kritik.

Es gibt Investoren, die in Oeding und Weseke neue Windkraftanlagen errichten möchten. Zwei der Anlagen sollen auf Oedinger Gebiet stehen, eine in Weseke. Das teilte ein Einwohner aus Weseke, der nicht namentlich genannt werden möchte, der Redaktion mit (Name ist der Redaktion bekannt).

Der Weseker spricht für die Anlieger, die seit einigen Wochen über die Windkraft-Pläne diskutieren – und viele Fragen und Sorgen haben. Zwei Anlieger in direkter Nähe der geplanten Standorte seien von den Investoren über ihre Pläne in Kenntnis gesetzt worden – so war das Vorhaben nach und nach auch den weiteren Anliegern bekannt geworden. Aber nicht offiziell, was die Weseker in Unruhe versetzt.

Standorte sind am „Galgenbülten“ geplant

Die Anlagen sollen ihren Standort oberhalb der Leitingsstiege erhalten, in Oeding ist die Region auch als „Galgenbülten“ bekannt. Die Redaktion fragte bei der zuständigen Behörde, dem Kreis Borken, nach: Offiziell lägen dort noch keine Bauanträge für diese Projekte vor, teilte Pressesprecher Karlheinz Gördes mit. Aber der Kreis wisse, dass dort Planungen laufen, eine Projektberatungsgesellschaft aus Münster sei verantwortlich.

Deren Geschäftsführer antwortete bis Redaktionsschluss nicht auf die Anfrage der Redaktion. Auch die Investoren gaben sich zugeknöpft: Es sei „noch nichts in trockenen Tüchern“, mehr wurde gegenüber der Redaktion nicht gesagt.

Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung über Pläne informiert

Die Gemeinde Südlohn und die Ratsmitglieder haben allerdings schon offiziell Kenntnis: „Die Gemeinde ist von potenziellen Investoren darüber informiert worden, dass diese drei Windkraftanlagen realisieren möchten“, sagte Bürgermeister Werner Stödtke auf Anfrage. Er bestätigte, dass zwei auf Oedinger Gebiet und eine auf Weseker Gebiet geplant seien.

Die Investoren hätten angekündigt, weitere Gespräche hinsichtlich der Realisierungsmöglichkeiten mit dem Kreis Borken führen zu wollen – „das ist zur Zeit der hier bekannte Sachstand“. Diesen habe der Bürgermeister dem Gemeinderat am 16. Dezember – als Antwort auf eine Anfrage aus dem Rat – im nichtöffentlichen Teil bekannt gegeben.

Anlieger in Weseke sind skeptisch: „Geheimnistuerei“ soll aufhören

Dass nicht viel mehr als die möglichen Pläne an die Öffentlichkeit gedrungen sind, macht die Anlieger in Weseke skeptisch. Sie wollen, „dass diese Geheimnistuerei“ aufhört, sagte der Einwohner aus Weseke im Gespräch mit der Redaktion. Sie befürchten Nachteile für ihre Familien. „Und die Vorteile haben die Oedinger“, fasst er den Weseker Ärger zusammen. In Weseke werde befürchtet, dass „heimlich“ Fakten geschaffen werden.

Der Bau von Windkraftanlagen ist einem genau geregelten Verfahren unterworfen. Der Kreis Borken erhält einen Bauantrag, der nach den Vorschriften des Bundes-Immissionsschutzgesetzes behandelt werden muss. In diesem Verfahren ist auch die Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen, das heißt, auch die Anlieger könnten Einwendungen und Stellungnahmen vorbringen.

Und auch der Gemeinderat wird sich in jedem Fall mit Plänen für neue Windkraftanlagen im Gemeindegebiet beschäftigen. Und zwar dann, wenn erste Entwürfe vorliegen, teilte Ludger Butenweg vom zuständigen Fachbereich des Rathauses auf Anfrage mit.

„Substanziell Raum für Windkraft“ in Südlohn und Oeding

Zu den planerischen Voraussetzungen für Windkraftanlagen in Südlohn und Oeding war es bislang so, dass es seit 2003 zwei Konzentrationszonen für Windenergie gibt, in denen insgesamt fünf Windenergieanlagen stehen. Aber: Im März 2020 habe der Gemeinderat beschlossen, die Ausweisung dieser Zonen in einem Änderungsverfahren aufzuheben, damit der Windkraft substanziell Raum gegeben werden kann. „Das Aufhebungsverfahren läuft“, so Ludger Butenweg.

Bei der Stadt Borken, zu der Weseke gehört, wird im Einzelfall entschieden. Bei jedem Antrag sollten einzeln die Kriterien wie Artenschutz, Schall, Schattenwurf und die „optisch bedrängende Wirkung“ abgeklopft werden.

Über die Autorin
Redaktion Ahaus
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Anne Winter-Weckenbrock

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