Tempo 30 gilt auf der Elpidiusstraße, auch der Zustand der Straße ist vielfach kein guter: Die WSO-Fraktion hatte den Umweltausschuss angerufen, das Verkehrsverhalten einmal zu prüfen. Die Ergebnisse stützten die Eindrücke nicht. © Markus Gehring
Verkehr

Gemeinde Südlohn hat jetzt ein eigenes Geschwindigkeitsmessgerät

Gerade während der Bauphase auf der ehemaligen B70 erweckte die Elpidiusstraße den Eindruck eines „Schleichwegs", der durchaus oft und rasch genommen wird. Die Gemeinde hat jetzt reagiert.

Zumindest eines hat ein Antrag der WSO-Fraktion zur möglichen Reduzierung der Geschwindigkeit auf der Elpidiusstraße erreicht: Die Gemeinde ist nun in Besitz eines eigenen Gerätes zur Verkehrszählung und Auswertung.

Die Ergebnisse der Messungen zwischen dem 18. und 30. August waren hingegen unauffällig und bestätigten nicht die Eindrücke. Für den Umweltausschuss waren diese aber dennoch wichtig – für künftige Einsätze des Gerätes.

Auf WSO-Antrag war die Gemeinde bei der Mai-Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr, Sicherheit und Ordnung beauftragt worden, Verkehrszählungen und Messungen in der Elpidiusstraße durchführen zu lassen. Schon vor drei Jahren hatten sich Anwohner über die Zustände auf der Elpidiusstraße beschwert.

Zwei Fahrzeuge fuhren über 20 km/h zu schnell

Das Ergebnis: Im Bereich der 30er-Zone fuhren letztlich 11,47 Prozent der Pkw – in anderen Worten doch 80 Fahrzeuge –, 3,73 Prozent der Transporter und 11,11 Prozent der Lkw bis zu fünf Stundenkilometer zu schnell. Je ein Pkw und ein Transporter fuhren gar über 50 km/h. Insgesamt wurden 2826 Fahrzeuge gezählt, darunter 892 Zweiräder. Über alle Fahrzeuge wurde im Schnitt exakt 30 km/h gefahren.

Vor drei Jahren hatten sich Anwohner über die Zustände auf der Elpidiusstraße beschwert.
Vor drei Jahren hatten sich Anwohner über die Zustände auf der Elpidiusstraße beschwert. © Stephan Rape © Stephan Rape

Die vorgelegten Übersichten bestätigten auch den Eindruck des Bezirksdienstes Südlohn/Oeding, durch den im Rahmen stichprobenartiger Kontrollen keine Verstöße festgestellt werden konnten, teilt die Verwaltung in der Auswertung mit. Entsprechend würden vorerst keine Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung getroffen.

Gemeinde will an weiteren Stellen messen

Udo Wentholt (WSO) merkte an, dass die Überschreitungen im Durchschnitt prozentual höher sein müssten, wenn man die hohe Zahl an Zweirädern – überwiegend Fahrräder – abzöge. Elisabeth Rathmer (CDU) ergänzte, dass es auf der Straße nach Abschluss der Baumaßnahmen auf der ehemaligen B70 spürbar ruhiger sei. Viele hätten diese vorübergehend als Abkürzung zur Doornte genutzt.

Andre Harmeling (WSO) fragte, ob es Grenzwerte gebe, nach denen Maßnahmen ergriffen würden. Matthias Lüke, Leiter des Ordnungsamtes, bezifferte diesen auf „rund 20 Prozent“: „Dann müsste man über Maßnahmen nachdenken.“

Er kündigte weitere Tests in anderen Bereichen an. Franz Schrieverhoff (CDU) schlug die Straße am Bauernhofkindergarten vor, zumindest um die Autofahrer zu „sensibilisieren“, ergänzte Wentholt.

Die Verwaltung kündigte an, jährlich das Fahrverhalten und Verkehrsaufkommen im Bereich der Elpidiusstraße zu beobachten. Sollten die Werte entsprechend abweichen, werde die Verwaltung dem Ausschuss wieder eine entsprechende Vorlage vorlegen.

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