Getränke Seifer aus Gescher übernimmt Getränkegroßhandel in Südlohn

mlzGetränkehandel Südlohn

Die Tage des Getränkegroßhandels an der Ramsdorfer Straße sind gezählt: Getränke Seifer übernimmt Geschäft und Mitarbeiter. Bald schließt der Südlohner Standort. Aber nur der Großhandel.

Südlohn

, 11.12.2019, 12:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachricht verbreitete sich in Südlohn seit vergangener Woche: „Getränke Robers schließt – jetzt endgültig.“ Doch das Gerücht entspricht nur zum Teil der Wahrheit.

Tatsächlich übernimmt der Getränkehandel Seifer aus Gescher den Großhandel an der Ramsdorfer Straße zum 1. Januar. Die rund 20 Mitarbeiter werden übernommen. Auch der Getränkeeinzelhandel in Südlohn ist davon nicht betroffen.

Getränkehändler ärgert sich über brodelnde Gerüchteküche

Johannes Seifer, Getränkehändler aus Gescher, ärgert sich über die Gerüchteküche und darüber, dass überhaupt vorab etwas durchgesickert ist. „Das hat bei den Angestellten für viel Unruhe gesorgt“, erklärt er. Tatsächlich konnte die Geschäftsführung aber erst Ende der vergangenen Woche selbst informieren: „Erst am vergangenen Donnerstag war alles unter Dach und Fach“, sagt er. Erst da waren alle Unterschriften unter den Verträgen trocken.

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Die gute Nachricht für alle Angestellten: „Wir übernehmen die rund 20 Mitarbeiter komplett“, sagt Johannes Seifer. Wie es langfristig mit der Immobilie an der Ramsdorfer Straße weitergeht, steht indes noch nicht fest. „Für den Übergang werden wir das Gebäude noch nutzen“, erklärt er.

Zwei Großhandelsstandorte ergeben keinen Sinn

Auf lange Sicht ergebe es aber schlicht keinen Sinn, zwei Großhandelsstandorte in acht Kilometern Entfernung zu betreiben. Deswegen soll der Betrieb nach und nach in Gescher zusammengefasst werden. Für die Mitarbeiter mache das kaum einen Unterschied: „Die Meisten kommen sowieso aus Stadtlohn, Velen oder Gescher“, erklärt der Geschäftsführer.

Erst im Oktober 2018 war der Name Robers von der Fassade an der Ramsdorfer Straße verschwunden. Das Unternehmen gehörte zwar schon seit Anfang 2017 zur Radeberger-Gruppe, hatte den traditionellen Südlohner Familiennamen aber weitergeführt. Im Oktober 2018 wechselte der Name an der Fassade auf „Getränke Weidlich“. Jetzt der erneute Wechsel.

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„Die Firma Weidlich hat festgestellt, dass sie hier nicht weiterkamen“, sagt Johannes Seifer. Getränkegroßhandel im Münsterland habe eben viel mit persönlichen Bekanntschaften und Kontakten zu tun. „Die Verknüpfungen sind hier einfach enger als beispielsweise im Ruhrgebiet“, sagt Johannes Seifer. Früh habe es deswegen erste konstruktive Gespräche zwischen den Unternehmen Weidlich und Seifer gegeben. Wie früh, das mag er nicht beantworten.

„Jedenfalls stand da eine komplette Standortschließung der Übergabe an unser Unternehmen gegenüber“, erläutert Johannes Seifer. Als Familienunternehmen sei er jedenfalls gern eingesprungen. Der Seifer-Getränkeservice in Gescher hat aktuell 37 fest angestellte Mitarbeiter, drei Azubis und einige Aushilfen. Das Unternehmen wurde 1954 durch den Großvater von Johannes Seifer gegründet.

Großkunden werden am Wochenende informiert

Am vergangenen Wochenende wurden auch die Großkunden von Getränke Weidlich informiert. In dem Schreiben informiert Gertränke Seifer darüber, dass auch der langjährige Geschäftsführer und Vertriebsleiter Thomas Fangmann weiter Ansprechpartner bleibt.

Michael Robers, bisher ebenfalls Vertriebsleiter bei Getränke Weidlich am Standort Südlohn, wird zukünftig nicht mehr im Großhandel in Südlohn oder bei Getränke Seifer arbeiten. „Er orientiert sich anders, wird uns aber noch beratend zur Seite stehen“, sagte Johannes Seifer. Michael Robers war gegenüber unserer Redaktion zu keiner Stellungnahme bereit.

Am Einzelhandel ändert sich in Südlohn aber nichts. Der Getränkemarkt für Privatkunden wird seit Oktober 2018 durch Getränke Adick aus Münster betrieben. Das bleibt auch in Zukunft so. „Unser Betrieb läuft ganz normal weiter. Bei uns ändert sich gar nichts“, bestätigt Bernd Hueske, Filialleiter bei Adick in Münster. Weder das Team noch die Öffnungszeiten ändern sich für Privatkunden deswegen.

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