Geuking Recycling tritt „Gerüchten und Lügen“ mit emotionaler Stellungnahme entgegen

mlzGeuking Recycling

Stefan Geuking, Geschäftsführer von „Geuking Recycling“, hat auf der Plattform Facebook eine emotionale Stellungnahme veröffentlicht. Er hatte die kursierenden Gerüchte satt.

Südlohn

, 12.07.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Gespräch mit der Redaktion wirkt der Südlohner Recycling-Unternehmer Stefan Geuking wie ein ruhiger Typ. Sehr sachlich, zurückhaltend, klar in seiner Argumentation. Laut wird er während der rund einstündigen Unterhaltung kein einziges Mal.

Und dennoch sah sich Stefan Geuking dazu gezwungen, vor rund zwei Wochen eine emotionale Stellungnahme zu veröffentlichen und sie auf der Plattform Facebook zu verbreiten. Denn auch sein Fass hat Grenzen. „Es war einfach an der Zeit, den zahllosen Gerüchten und Unwahrheiten offen entgegenzutreten“, erklärt der Unternehmer.

Gerüchteküche brodelt bereits seit Jahren

Bereits seit Jahren brodelte in Südlohn und Oeding die Gerüchteküche. Geuking Recycling sei zahlungsunfähig, das Insolvenzverfahren laufe. Der Zusammenschluss mit der Stadtlohner Recycling GmbH vor zwei Jahren erwies sich als weiteres Zündholz für die Diskussion.

„Wenn ich viele Autoreifen auf dem Platz hatte, war das gleich ein Thema im Dorf. Da frage ich mich: Wen geht das etwas an?“, berichtet Geuking aus der Vergangenheit. Doch es blieb nicht nur bei den „Thekengesprächen“, die der Unternehmer immer wieder zitiert. Anfeindungen waren irgendwann keine Ausnahme mehr.

In der Stellungnahme heißt es dazu: „Die Geschäftsführung bzw. deren Frau, Kinder und auch das Personal wurden verbal und körperlich in der Vergangenheit angegriffen. Das werden wir nun nicht mehr dulden. (...) Die geäußerten Lügen einer Insolvenz oder Zahlungsunfähigkeit (...) wollen wir ganz klar verneinen.“

Facebook-Post löst Shitstorm aus

Doch warum entschloss sich Stefan Geuking ausgerechnet jetzt dazu, die Öffentlichkeit zu suchen? Auslöser war ein mittlerweile gelöschtes Facebook-Posting in der Gruppe „Du bist ein Südlohner, wenn...“. Dort hatte sich ein User sinngemäß wie folgt geäußert: „Danke an die Firma Geuking Recycling GmbH, dass es jetzt eine Mindestabgabe in Höhe von 5,95 Euro gibt. Da fahre ich meinen Abfall doch lieber in den Nachbarort. Da ist es kostenlos.“

Unter dem Posting entbrannte eine Diskussion, in der weitere Behauptungen aufgestellt wurden. „Durch die sozialen Medien ist das Gerede noch mehr geworden. Die Hintergründe werden nur selten hinterfragt“, klagt Stefan Geuking. Auf die Kritik der Preiserhöhung geht er sowohl in der Stellungnahme als auch im Gespräch mit der Redaktion ausführlich ein.

Konditionen sind gesetzlich festgelegt

„Uns wird durch Gesetze klar vorgegeben, welche Konditionen wir nehmen müssen und wo wir das Material abzugeben haben“, sagt Geuking. Außerdem müsse beachtet werden, dass die Kosten für Entsorgung, Personal und Treibstoff in den vergangenen Jahren stetig gestiegen seien. „Die Leute wissen oft gar nicht, dass wir zum Beispiel für den Transport von Südlohn nach Gescher eine Maut bezahlen müssen, weil wir eine Bundesstraße nutzen“, so Geuking.

Und wie kommt es dann, dass andere Kommunen Abfälle kostenlos entgegennehmen? „Dort werden die anfallenden Kosten über die Müllgebühren abgerechnet. Am Ende bezahlen die Bürger also auch dafür.“

Feedback ausschließlich positiv

Auf sein ausführliches und persönliches Statement hat Stefan Geuking viele Reaktionen erhalten. „Das Feedback war durch die Bank positiv. Ich habe viel Zuspruch erhalten“, berichtet der Unternehmer. David Oing kommentierte beispielsweise: „Ich finde es generell sehr schade und auch nicht hinnehmbar, wenn falsche Gerüchte, Unwahrheiten und Falschaussagen gegenüber Personen und Unternehmen getroffen werden. Insofern kann ich absolut nachvollziehen, dass Sie dazu angemessen reagiert haben. Die Flexibilität vor der Haustür zu haben und an sechs Tagen die Woche meinen Gartenabfall entsorgen zu können, finde ich klasse. Dafür zahle ich gerne einen angemessenen Preis.“

Stefan Geuking gibt unumwunden zu: „So etwas tut einfach gut. Ich würde mir wünschen – nicht nur auf Geuking Recycling bezogen –, dass die Leute daraus lernen.“

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