Glasfaser-Ärger: Michael Tenk reicht in Südlohn offiziell Beschwerde ein

mlzGlasfaser Südlohn

Bäckermeister Michael Tenk hat die Nase voll: Er reicht bei der Gemeinde offiziell Beschwerde ein. Grund: Der Glasfaser-Ausbau im Ortskern. Die Gemeinde weist die Schuld von sich.

Südlohn

, 03.01.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Michael Tenk, Inhaber der Bäckerei „Tenk-Bomkamp“ an der Südlohner Kirchstraße, hat seinem Ärger Luft verschafft. Gemeinsam mit drei weiteren „Anträgen“ reichte der Bäckermeister Anfang der Woche bei Bürgermeister Christian Vedder Beschwerde über den mangelnden Glasfaser-Ausbau im Ortskern ein. „Ich will Druck auf die Sache bekommen“, sagt Tenk.

Wörtlich heißt es in seiner E-Mail an die Gemeinde: „Die nachfolgende Generation benötigt schnellen Internetzugriff, da viele Branchensoftwares mittlerweile in der Cloud arbeiten.“ Im Gespräch mit der Münsterland Zeitung erklärt Tenk, worum es ihm im Kern geht: „Für die Zukunft des Dorfes brauchen wir flächendeckend Glasfaser im Dorf. Sonst werden Innovationen gehemmt.“

Südlohns Mitte sei ohne schnelles Internet weder für Unternehmer noch für private Mieter interessant. „Wir haben jetzt schon Probleme in Dorfkern. Ich befürchte flächendeckenden Leerstand, wenn da nichts gemacht wird.“

Bisher kein gesonderter Tarif für Kleinunternehmer

Aktuell ist es so, dass seine Bäckerei zwar die Möglichkeit hätte, als Gewerbe ans Glasfasernetz angeschlossen zu werden, die monatliche Gebühr von rund 300 Euro und ein Anschlusspreis von über 1000 Euro hält Tenk aber nicht für akzeptabel.

„Einen Zehner mehr pro Monat würde ich für schnelleres Internet gerne bezahlen, aber der aktuelle Preis ist nicht im Ansatz rentabel“, so der Bäcker. Einen gesonderten Tarif für Kleinunternehmer gibt es bisher nicht.

Erster Austausch mit Bürgermeister Vedder fand im Vorjahr statt

Bürgermeister Christian Vedder, der gerade im Urlaub weilt, kennt das Anliegen Tenks. Bereits in der Mitte des vergangenen Jahres tauschte er sich mit dem Bäckermeister über die Problematik aus. Man habe ihm Hilfe zugesagt, die bisher jedoch ausblieb. „Ich fühle mich ein bisschen vertröstet“, sagt Tenk.

Über die eigene Facebook-Seite veröffentlichte der Bäckermeister seine Beschwerden und fand schnell Zuspruch. „In Nachbarorten werden Anschlüsse in Bauerschaften verlegt, in Südlohn schafft man nicht mal den Ortskern!“, schreibt beispielsweise Rolf Lukas, der in der Innenstadt ein Ergo-Versicherungsbüro betreibt.

Gemeinde weist Kritik von sich

Werner Stödtke, Stellvertreter des Bürgermeisters, gibt Tenk in seiner Kernforderung Recht: „Wir sind uns darin einig, dass in den Kernen beider Ortsteile, was den Breitbandausbau betrifft, etwas geschehen muss.“ In diesem Jahr erfolgt in Südlohn und Oeding eine Bedarfserfassung. Danach wird entschieden, wo der Ausbau weitergeht.

Keinen Einfluss habe man als Gemeinde allerdings auf die Tarife der hiesigen Anbieter. “Das ist Marktwirtschaft, wir bestimmen ja auch nicht den Benzinpreis an der Tankstelle“, erklärt Stödtke. „Wir als Gemeinde sind nur dafür verantwortlich, dass die Infrastruktur gegeben ist.“ Die Versorgung liegt derzeit in den Händen der SVS-Versorgungsbetriebe; bei Epcan und Telkodata.

Michael Tenks „Anträge“, die laut Gemeindeordnung unter die Rubrik „Anregungen und Beschwerden“ fallen, werden am Mittwoch,16. Januar, Thema im Haupt- und Finanzausschuss sein.

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