Mit Leuchttafeln mahnen niederländische Behörden am Grenzübergang in Oeding die Einreisenden, auf den Märkten, in den Geschäften und Fußgängerzonen Abstand zu halten. Der Grenzverkehr lief am Samstag ganz normal und ohne Einschränkungen. © Stefan Grothues
Coronavirus

Grenzverkehr nach Winterswijk verhaltener als an anderen Feiertagen

Es ist keine Autoschlange, die sich am 3. Oktober durch Oeding wälzt. Aber rege ist der Verkehr schon. Etliche Autos rollen in Richtung Winterswijk. Die Einschätzungen sind widersprüchlich.

„BO, RE, UN, HER, GLA“ – Martin Niehaus liest die Nummernschilder der vorbeirauschenden Pkw. Der Tischlermeister war am Freitagabend noch bis spät auf Montage. Heute, am Tag der Deutschen Einheit, sitzt er in seinem Schreibtisch und muss noch den Bürokram erledigen.

Dabei fällt sein Blick durch das große Fenster direkt auf die Winterswyker Straße, die Anfahrtsschneise für Hollandbesucher aus dem Ruhrgebiet, die in Oedings niederländischer Nachbargemeinde gern gesehen sind.

In der Mittagszeit passieren zwei, drei Autos pro Minute die Grenze

Vor wenigen Tagen allerdings hat Joris Bengevoord, der Bürgermeister von Winterswijk, die Deutschen dazu aufgerufen, angesichts steigender Corona-Infektionszahlen nicht in die Niederlande zu kommen. Der Feiertag 3. Oktober ist für viele Deutsche traditionell mit einem Marktbesuch oder einem Shoppingtag in den Niederlanden verbunden. Der Bürgermeister fürchtete Gedränge in der Stadt.

Hat der Aufruf des Bürgermeisters gefruchtet? Martin Niehaus schüttelt den Kopf. „Eigentlich ist hier so viel los wie an jedem Samstag, vor allem morgens. Und fünf von sieben Pkw haben ein Kennzeichen aus dem Ruhrgebiet. Ich glaube, viele Menschen im Ruhrgebiet haben von dem Aufruf des Bürgermeisters nichts mitbekommen.“ In der Mittagszeit passieren zwei, drei Autos pro Minute die Grenze.

Niederländische Beobachter: Die Deutschen kommen nicht

Dann schränkt Martin Niehaus aber noch noch etwas ein: „An manchen Feiertagen war vielleicht doch noch etwas mehr Verkehr in Richtung Winterswijk.“ Die Einschätzung der niederländischen Tageszeitung „De Gelderlander“ ist eine andere. Sie meldet am Samstagmittag, dass es am Grenzübergang Kotten in Oeding auffallend ruhig sei. „Es gibt keine Kontrollen. Das ist auch nicht nötig, denn die Deutschen kommen nicht.“

Der Winterswijker Bürgermeister Bengevoord hatte die Königlich Niederländische Militärpolizei gebeten, Besucher über die in den Niederlanden geltenden Coronaregeln zu informieren. Davon ist am am Samstagmittag am Grenzübergang in Oeding allerdings nichts zu sehen. Nur eine Leuchttafel auf niederländischer Seite mahnt die Einreisenden in deutscher Sprache : „Halten Sie 1,5 Meter Abstand“.

Markt verlegt und Rechtsverkehr in der Fußgängerzone

Während der Bürgermeister vom Besuch Winterswijks am Samstag abriet, warben Winterswijks Marketing und das Tourismusbüro auf ihrer gemeinsamen Homepage damit, dass Ladenbesitzer, Markthändler und Gastronomen Vorkehrungen getroffen hätten, damit sie ihre Gäste sicher empfangen können.

Der Samstagsmarkt sei an einen anderen Ort im Zentrum verlegt worden, sodass der Platz um die Jacobskerk mehr Raum für Sitzterrassen biete. Außerdem gebe es in den Einkaufsstraßen Fußsymbole, die die Besucher daran erinnern sollen, möglichst rechts zu gehen und Abstand zuhalten.

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Stefan Grothues

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