Grundschule führt Kinder an Wissenschaft heran

St.-Vitus-Grundschule

Für den achtjährigen Veit Wilms ist es nicht schwierig, ein Kaleidoskop zu basteln. Der Grundschüler erklärt seinen Mitschülern, wie aus Pappe und Spiegelfolie so ein optisches Gerät werden kann. Das hat er in der Nachmittagsbetreuung des Offenen Ganztags (OG) in der St-Vitus-Schule, im "Haus der kleinen Forscher".

SÜDLOHN

, 20.11.2014, 17:45 Uhr / Lesedauer: 3 min
Veit Wilms (8) guckt durch sein selbstgebasteltes Kaleidoskop. Ihm gefällt, was er dadurch sehen kann.

Veit Wilms (8) guckt durch sein selbstgebasteltes Kaleidoskop. Ihm gefällt, was er dadurch sehen kann.

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Kleine Forscher

Seit zwei Jahren können die Grundschulkinder der St.-Vitus-Schule in der Nachmittagsbetreuung forschen. Jetzt wurde die Schule offiziell von der Stiftung Haus der kleinen Forscher als "Haus der kleinen Forscher" zertifiziert. Die Erst- bis Viertklässler beantworten dort eigenständig und experimentell verschiedenste Forschungsfragen.
19.11.2014
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Bewegt sich Watte schneller, wenn man Luft durch einen geraden oder spiralförmigen Strohhalm bläst? Viktoria Mocha (l.), Loraine Eickmann und Jorgen Schmidt probieren es aus.© Vanessa Dumke
Indem sie Luft durch einen Strohhalm pustet, bringt Viktoria Mocha (7) Watte in Bewegung.© Vanessa Dumke
Weil Watte leichter ist als eine Haselnuss, lässt sie sich mit Luft schneller antreiben. Das lernt Viktoria Mocha (7) beim Wettpusten mit der Praktikantin Annika Schlüter.© Vanessa Dumke
Veit Wilms (8) bastelt ein Kaleidoskop. Er ist darin Experte. Als Mini-Professor hat er anderen Schülern am Nachmittag erklärt, wie das funktioniert.© Vanessa Dumke
Er ist darin Experte.© Vanessa Dumke
Als Mini-Professor hat er anderen Schülern am Nachmittag erklärt, wie das funktioniert.© Vanessa Dumke
Veit Wilms (8) guckt durch sein selbstgebasteltes Kaleidoskop. Ihm gefällt, was er dadurch sehen kann.© Vanessa Dumke
Marissa Hannig (9) baut das Gerüst eines Gebäudes - ihrer Schule - aus Zahnstochern und Erbsten. So bekommt sie ein Verständnis für das Thema Bauen und Konstruieren und für Formen.© Vanessa Dumke
Der achtjährige Veit zeigt, dass man das X an zwei Achsen spiegeln kann. Das V hingegen lässt sich nur an einer Achsel spiegel.© Vanessa Dumke
Emilia Kraatz (8) bastelt 3D-Sterne.© Vanessa Dumke
Beim Spiel Pentamino versucht Veit, das Spielfeld mit fünfgliedrigen Puzzleteilen möglichst auszufüllen.© Vanessa Dumke
Mathias Sarholz (9) präsentiert stolz die Brücke, die er aus Holzlatten selbst konstruiert hat. © Vanessa Dumke
Er hat Vertrauen in die Konstruktion, sonst hätte er sich wohl kaum darunter gesetzt.© Vanessa Dumke
Das Team vom "Haus der kleinen Forscher" an der St.-Vitus-Schule freut sich über die Zertifizierung des Angebots durch die Stiftung Haus der kleinen Forscher.© Vanessa Dumke
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Das Kaleidoskop vermittelt beispielsweise ein Verständnis von Symmetrien. Veit gefällt, was er durch das Kaleidoskop sehen kann. Und schon ist ein Ziel des Projektes erreicht: "Die Kinder bekommen Freude an der Wissenschaft", sagt Veronika Droste von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Borken (WFG). Die WFG unterstützt das Konzept hinter dem "Haus der kleinen Forscher". Die Sozialpädagogen, die die Kinder im OG betreuen, werden für die kindgerechte Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte geschult. Die Fortbildungen im Kreis Borken organisiert Droste.

Die Pädagogen, die häufig keine wissenschaftlichen Fachkenntnisse haben, werden bei den Fortbildungen mit Hintergrundwissen versorgt. Im Vordergrund stehe aber die Didaktik. Die Mädchen und Jungen sollen nämlich die Forschungsphasen kennenlernen und mit Fragestellungen begleitet werden. Die Pädagogen sollen sie motivieren, einen richtigen Forschungsprozess durchzuführen: 1. Frage entwickeln, 2. sammeln, beobachten und erfahren, also experimentieren und 3. aufbereiten, präsentieren und reflektieren, also dokumentieren.

Annika Schlüter, Praktikantin im OG der St.-Vitus-Schule stellt Viktoria Mocha eine Frage: „Warum bewegt sich Watte im Wind schneller als eine Haselnuss?“ Die siebenjährige Viktoria hat zunächst keine Antwort. Die beiden machen einen Puste-Wettbewerb. Die Siebenjährige und ihre Betreuerin legen Watte und eine Haselnuss auf den Boden und pusten von hinten Luft durch Strohhalme dagegen. Viktoria kommt mit der Watte schneller voran als die Sozialpädagogin. So lernen Viktoria und ihre Mitschüler: Weil Watte leichter ist, bewegt sie sich schneller.Wöchentliche Forschungsstunde Solche und ähnliche Experimente führen die Kinder des OG in der St.-Vitus-Schule regelmäßig durch. Einmal in der Woche ist eine Forschungsstunde in das OG-Programm integriert. Da wird der Forschungsauftrag für die Woche vorgestellt.

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Seit zwei Jahren können die Grundschulkinder der St.-Vitus-Schule in der Nachmittagsbetreuung forschen. Jetzt wurde die Schule offiziell von der Stiftung Haus der kleinen Forscher als "Haus der kleinen Forscher" zertifiziert. Die Erst- bis Viertklässler beantworten dort eigenständig und experimentell verschiedenste Forschungsfragen.
19.11.2014
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Bewegt sich Watte schneller, wenn man Luft durch einen geraden oder spiralförmigen Strohhalm bläst? Viktoria Mocha (l.), Loraine Eickmann und Jorgen Schmidt probieren es aus.© Vanessa Dumke
Indem sie Luft durch einen Strohhalm pustet, bringt Viktoria Mocha (7) Watte in Bewegung.© Vanessa Dumke
Weil Watte leichter ist als eine Haselnuss, lässt sie sich mit Luft schneller antreiben. Das lernt Viktoria Mocha (7) beim Wettpusten mit der Praktikantin Annika Schlüter.© Vanessa Dumke
Veit Wilms (8) bastelt ein Kaleidoskop. Er ist darin Experte. Als Mini-Professor hat er anderen Schülern am Nachmittag erklärt, wie das funktioniert.© Vanessa Dumke
Er ist darin Experte.© Vanessa Dumke
Als Mini-Professor hat er anderen Schülern am Nachmittag erklärt, wie das funktioniert.© Vanessa Dumke
Veit Wilms (8) guckt durch sein selbstgebasteltes Kaleidoskop. Ihm gefällt, was er dadurch sehen kann.© Vanessa Dumke
Marissa Hannig (9) baut das Gerüst eines Gebäudes - ihrer Schule - aus Zahnstochern und Erbsten. So bekommt sie ein Verständnis für das Thema Bauen und Konstruieren und für Formen.© Vanessa Dumke
Der achtjährige Veit zeigt, dass man das X an zwei Achsen spiegeln kann. Das V hingegen lässt sich nur an einer Achsel spiegel.© Vanessa Dumke
Emilia Kraatz (8) bastelt 3D-Sterne.© Vanessa Dumke
Beim Spiel Pentamino versucht Veit, das Spielfeld mit fünfgliedrigen Puzzleteilen möglichst auszufüllen.© Vanessa Dumke
Mathias Sarholz (9) präsentiert stolz die Brücke, die er aus Holzlatten selbst konstruiert hat. © Vanessa Dumke
Er hat Vertrauen in die Konstruktion, sonst hätte er sich wohl kaum darunter gesetzt.© Vanessa Dumke
Das Team vom "Haus der kleinen Forscher" an der St.-Vitus-Schule freut sich über die Zertifizierung des Angebots durch die Stiftung Haus der kleinen Forscher.© Vanessa Dumke
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Interessierte Kinder können während der Woche in der freien Spielzeit individuell forschen. Anleitung bekommen sie durch die Betreuer, ergänzend gibt es Text- und Bildmaterial mit Erklärungen und Informationen über das Forschungsthema.

Unter anderem weil die St.-Vitus-Grundschule die Forschung regelmäßig als festen Bestandteil des OG anbietet, wurde sie jetzt von der Stiftung Haus der kleinen Forscher zertifiziert. Wissenschaftliche Phänomene begreifbar zu machen, ist Bestandteil der Bildungskonzepte vieler Schulen und Kindertagesstätten. Mitarbeiter von 120 Einrichtungen im Kreis Borken kommen laut Droste zu den Workshops der WFG. "Bei ganz besonderem Engagement werden sie dann mit dem Zertifikat ausgezeichnet", sagt Droste.

Die Bewerbung für das Zertifikat setzt regelmäßiges Forschen, Dokumentation der Forschungsarbeit und den Besuch der Fortbildungen durch die Pädagogen voraus. Im Kreis Borken ist die St.-Vitus-Schule die erste Schule, die die Plakette "Haus der kleinen Forscher" erhalten hat. Die Pädagogen freuen sich über die Zertifizierung. Und sie freuen sich, dass die kleinen Forscher so interessiert sind. Das Angebot sei freiwillig. Alternativ können die Kinder spielen, sagt Bettina Hüning, die das Projekt an der Schule leitet. Wie viele Kinder die Forschungsaufträge bearbeiten, sei themenabhängig. "Prinzipiell haben die meisten großes Interesse", sagt Droste.

Das bestätigen die Kinder. Veit sagt, dass er die Natur liebe und sich für die Arbeiten interessiere, die sein Vater zu Hause erledige. "Der erklärt mir dann immer, wie das alles funktioniert." Auch seine Schulkameraden mögen das Forschungsangebot. Emilia Kraatz (8) macht das Basteln Spaß. Und der neunjährige Mathias Sarholz präsentiert stolz die Brücke, die er aus Holzlatten kontruiert hat. Er wisse schon jetzt, was er nach der Schule machen möchte: "Ingenieur studieren, für Fahrzeuge." Im "Haus der kleinen Forscher" wird für solche Zukunftsideen der Grundstock gelegt. Forschungserfolge können laut Betina Hüning entscheidende Auswirkungen haben: "Die Motivation, die daraus hervorgeht, motiviert fürs Leben." Die Neugier in Veits Augen, als der Achtjährige durch sein Kaleidoskop schaut, zeigt: Er ist motiviert, noch mehr zu erfahren.

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