Heimaufsicht lobt engagiertes Team

Henricus-Stift

Das Krisenmanagement des Hericus-Stiftes findet uneingeschränktes Lob bei Karin Ostendorf, Abteilungsleiterin Heimaufsicht beim Kreis Borken: „Das Henricus-Stift ist eine professionelle Einrichtung, die diese Situation gut auffängt.“

SÜDLOHN

, 03.09.2014, 18:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Henricus-Stift in Südlohn: Die meisten Bewohner sind  wie auch beim ersten Ausbruch der Kräzte  nicht betroffen. Zwei Wohnbereiche sind isoliert.

Das Henricus-Stift in Südlohn: Die meisten Bewohner sind wie auch beim ersten Ausbruch der Kräzte nicht betroffen. Zwei Wohnbereiche sind isoliert.

Glücklicherweise handle es sich nicht um eine wirklich bedrohliche Erkrankung: „Das kann immer mal wieder vorkommen.“ Für die betroffene Einrichtung sei das sicherlich eine unangenehme Phase, die das Henricus-Stift in Südlohn aber gut im Griff habe.  Dr. Gerhard Ettlinger vom Kreis Borken beleuchtete auf Anfrage der Münsterland Zeitung einige Hintergründe. Meldungen von Milbenbefall der Haut, wissenschaftlicher Name „Skabies“, seien selten geworden. Etwa einmal in zwei bis drei Jahren werde dem Gesundheitsamt des Kreises Borken ein Ausbruch in einem Heim oder einer anderen Gemeinschaftseinrichtung mitgeteilt: „Hier sind die Bedingungen für eine Weiterverbreitung gut, weil viele Menschen nah beieinander leben.“ Über Pflege- und Betreuungskontakte könne auch das Personal von Heimen befallen werden – ein Umstand, der auch im Henricus-Stift eingetreten ist.

Zur Behandlung der Erkrankung sagte Dr. Ettlinger: „Die Skabies ist zuverlässig mit einem vom Arzt verordneten, auf die Haut aufzutragenden Mittel behandelbar. Nach einer Woche wird die Behandlung wiederholt. In besonderen Einzelfällen kann auch ein Medikament eingenommen werden.“ Alle Heimbewohner eines befallenen Wohnbereiches, ihre Angehörigen und Kontaktpersonen sowie das Personal müssten möglichst gleichzeitig behandelt werden. Wäsche und Kleidung seien mit mindestens 60 Grad Celsius zu waschen oder im verschlossenen Plastikbeutel mindestens sieben Tage zu lagern, damit eventuell vorhandene Milben absterben.

Gleiches gelte für Bettwäsche, Kissenbezüge, Kuscheltiere und andere Textilien, die regelmäßig mit den Betroffenen in Kontakt kommen. Teppiche würden mit einem Staubsauger abgesaugt: „Zwei Wochen nach der ersten beziehungsweise eine Woche nach der zweiten Behandlung soll nochmals ärztlich kontrolliert und gegebenenfalls erneut behandelt werden.“ Welchen vorbeugenden Schutz gibt es gegen eine Ansteckung mit Skabies? Dazu Dr. Ettlinger: „Im Falle eines Milbenbefalls müssen die Personen des befallenen Wohnbereichs isoliert werden, bis die Behandlung abgeschlossen und der Erfolg der Behandlung erwiesen ist.“ Für befallenes Personal gelte: Ausschluss von der Einrichtung bis zum Nachweis der Sanierung.

Lesen Sie jetzt