Hitzige Diskussionen im Gemeinderat

K+K und Feuerwehrgerätehaus

OEDING Alle Wege führten immer wieder zum neuen K+K-Markt zurück. Ob im Zuge der Baumaßnahmen auch ein neues Feuerwehrgerätehaus entsteht und ob der Spielplatz der Tagesstätte St. Ida eine triste Hinterhof-Atmosphäre bekommt, waren die Top-Streitthemen der Sitzung.

von Von Melanie Steur

, 08.10.2009, 19:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
So soll der K+K-Markt neben der Mehrzweckhalle (links) aussehen.

So soll der K+K-Markt neben der Mehrzweckhalle (links) aussehen.

Bei der Abarbeitung der 53 Beschlussvorschläge, äußerte Josef Schleif (Grüne) mehrfach Bedenken in Bezug auf den möglichen Verdrängungswettbewerb. „Die Position und damit auch Arbeitsplätze der schon ansässigen Einzelhändler wird durch den neuen Vollsortimenter gefährdet.“ Die CDU widersprach dem und verwies auf die zu erwartende Aufwertung der Gemeinde. „Wir können froh sein, einen Investor gefunden zu haben, der das Gemeindegrundstück auf eigene Kosten erschließt und damit einen wesentlichen Teil zur städtebaulichen Entwicklung beiträgt“, so Alois Kahmen.

Seit 15 Jahren habe sich niemand für das Grundstück interessiert. Mit dem Geld des Investors könne auch der dringend notwendige Neubau des Feuerwehrgerätehauses am Woorteweg verwirklicht werden. Weil durch den Bau des Lebensmittelmarktes am Panofen das Gerätehaus weichen muss, präsentierte Bauamtsleiter Dirk Vahlmann im Rahmen der Diskussion um den vorhabenbezogenen Bebauungsplan auch die Pläne für ein neues Gerätehaus am Woorteweg. Das Feuerwehrgerätehaus entspricht nicht mehr den neuesten Sicherheitsstandards – wenigstens darin waren sich an diesem Abend alle einig.

Völlig gegensätzliche Meinungen gab es auch zum Einzelhandels- und Zentrenkonzept. Jörg Battefeld (UWG) hält das Konzept für unnötig und zitierte aus dem Gutachten. „Die Leistungsfähigkeit des Oedinger Einzelhandels wird sehr gut einstuft.“ Es entstünden also keinerlei Versorgungsengpässe, sollte kein neuer Nahversorger in die Gemeinde kommen. Die CDU hielt dagegen, die Gemeinde müsse ein Konzept erstellen, andernfalls würde sie abgehängt. Auf den Vorwurf von Hans Brüning (SPD), durch das Konzept würden „Erstversorger einfach ausgewechselt“ werden, konterte Hermann Frieling (CDU), dass es „nicht Aufgabe der Politik sei, den Markt zu regeln“. Auch das Einzelhandels- und Zentrenkonzept wurde mit den Stimmen der CDU beschlossen.

Der Antrag des Elternrats der Tagesstätte St. Ida sorgte für viel Aufregung in der Ratssitzung. Im Zuge des geplanten Baus des Vollsortimenters bekommt dieser einige Quadratmeter des Kindergartengrundstücks zugesprochen. Im Gegenzug erhält die Tagesstätte nahezu dieselbe Ausgleichsfläche. „Wir reden hier von der Versetzung eines Sandkastens“, sagte Bürgermeister Georg Beckmann.

Für die UWG befürchtete Günter Bergup (UWG), dass die knapp fünf Meter hohen Wände des geplanten Neubaus eine regelrechte „Hinterhof-Atmosphäre“ für die Tagesstätte schaffe. Kahmen (CDU): „Durch die Neuerschließung des Grundstücks ist der Kindergarten nun endlich sichtbar. Bisher stand er nur da hinten in der Ecke.“ Der Vorschlag die Wand bunt anzumalen, brachte die Gegner schließlich auf einen versöhnlichen Nenner.

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