Hunde aus dem Tierheim werden in Südlohn für ein Jahr von der Steuer befreit

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Hunde aus dem Tierheim werden in Zukunft für ein Jahr von der Steuer befreit. Darauf konnte sich der Rat schließlich einigen. Doch der Weg dahin war nicht leicht.

Südlohn

, 22.03.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Südlohner und Oedinger, die in Zukunft einen Hund aus dem Tierheim zu sich holen, werden für ein Jahr von der Steuer befreit. Für ein Jahr. Damit schenkt ihnen die Gemeinde 60 Euro.

Damit soll honoriert werden, wenn sich jemand keinen Hund von einem Züchter holt, sondern eben einem herrenlosen Tier aus dem Tierheim ein neues Zuhause gibt. Der Rat hat diesem Vorschlag in seiner vergangenen Sitzung am Ende zugestimmt. Doch einfach war auch diese Entscheidung offenbar nicht.

Alois Kahmen fürchtet sprunghaften Anstieg der Hundepopulation

Alois Kahmen (CDU) sah die Änderung bei der Hundesteuer eher kritisch. „Schon jetzt haben wir knapp 1200 Hunde in der Gemeinde“, sagte er. Über die vergangenen beiden Jahren sei der Bestand deutlich gewachsen. Er fürchtete, dass durch den Rabatt bei der Hundesteuer für Tierheim-Hunde dieser Bestand sprunghaft ansteigen könne.

„Wir sollten nichts tun, um den Hundebestand weiter zu erhöhen“, sagte er. Außerdem – das hätten Nachfragen ergeben – würden nur ganz wenige Tiere aus Südlohn und Oeding in die umliegenden Tierheime eingeliefert. Somit befürworte die CDU die Steuerbefreiung nicht.

Reine Spekulation, dass Hundebestand anwächst

Jörg Schlechter (FDP) wollte das nicht so stehen lassen. „Es ist doch nur eine Spekulation, dass der Bestand durch die Steuerbefreiung ansteigen wird“, sagte er. Wenn man durch so eine Befreiung jemandem die Entscheidung erleichtern könne, ein Tier aus dem Tierheim zu holen, sei das ja nur richtig. Die Vorlage sei gut.

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„Der Hundebestand wird nicht explodieren“, war sich auch Barbara Seidensticker-Beining (SPD) sicher. Man müsse viel mehr den sozialen Aspekt sehen. „Wenn man so verhindern kann, dass noch mehr Hunde gezüchtet werden, sollten wir das machen“, erklärte sie. Außerdem lohne sich bei 60 Euro ja keine lange Diskussion.

Eher Anerkennung als Erleichterung

Auch Maik van de Sand, fraktionsloses Ratsmitglied, argumentierte in diese Richtung. „Es ist ja mehr eine Anerkennung als eine wirkliche Erleichterung“, sagte er. Auch werde deswegen jetzt nicht jeder ins Tierheim rennen, um sich sofort einen Hund anzuschaffen, um in den Genuss der Steuererleichterung zu gelangen.

Doch erst ein Vorschlag von Bürgermeister Christian Vedder durchschlug den Widerstand in der CDU-Reihe: „Wir können das ja erst einmal machen und dann nach zwei Jahren sehen, wie es sich entwickelt hat“, sagte er.

Vorschlag bringt einstimmige Zustimmung

„Guter Vorschlag, da können wir mit leben“, entgegnete Alois Kahmen wie aus der Pistole geschossen. Der Rat stimmte einstimmig für die Anpassung der Hundesteuersatzung. In zwei Jahren soll das Thema automatisch wieder auf die Tagesordnung kommen.

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