In Südlohn lebt’s sich sicher

Laut Statistik

Wer in Südlohn lebt, hat Glück. "Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, ist geringer als im Rest von NRW", sagt Kriminaldirektor Manfred Joch von der Kreispolizei. "Südlohn bleibt eine der sichersten Gemeinden im Kreis Borken."

SÜDLOHN

, 12.04.2016, 18:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Daran ändert auch nichts, dass im vergangenen Jahr die Zahl der Gesamtstraftaten von 331 auf 407 und damit um 23 Prozent stieg. "Im ganzen Kreis waren es 24400", relativiert Manfred Joch (Foto), "das sind keine zwei Prozent". Oder anders gesagt, im Schnitt gibt es eine Straftat am Tag - wozu auch jede Sachbeschädigung, jede kleine Ohrfeige zählt, die angezeigt wurde.

Normale Schwankungen

Bei so kleinen Zahlen machen wie in anderen kleinen Gemeinden auch normale Schwankungen gleich beeindruckende Prozentzahlen aus. Um 200 Prozent, so sagt die Statistik, ist die Zahl der Raubdelikte gestiegen. Das klingt dramatisch. In Wahrheit aber wurden drei Raubdelikte gezählt, 2015 war es nur einer.

Zwei andere Fakten sind entscheidender und zeigen Südlohn im besten Licht. Sie werden durch die Kriminalitätshäufigkeitszahlen erfasst. Das bedeutet, dass die Zahl der Fälle hochgerechnet wird auf 100000 Einwohner. So kann die Gefährdung dargestellt werden. Bei der Gesamtkriminalität liegt Südlohn im Kreis im unteren Mittelfeld. 4506 Fälle wären es hochgerechnet, 6250 ist die entsprechende Zahl für den Kreis. An der Spitze liegt Gronau mit 9416. Geht es um die Gewaltkriminalität, steht Südlohn noch besser dar. Nur Stadtlohn hat noch einen geringfügig besseren Wert.

Mehr Fahrräder gestohlen als im Vorjahr

Rund die Hälfte der Fälle, die 2015 mehr gezählt wurden, entfallen auf Diebstahlsdelikte, die meisten davon beziehen sich auf schweren Diebstahl. Das sind alle Fälle, bei denen das Diebesgut gesichert war, zum Beispiel Fahrräder, die mit einem Schloss gesichert waren oder in Keller oder Garage standen. "23 zusätzliche Diebstähle wurden hier gezählt", erläutert Joch. Insgesamt wurden 2015 64 gestohlene Fahrräder gemeldet, ein Jahr vorher waren es nur 43.

Interessant ist die Zahl der Wohnungseinbrüche. 12 waren es 2014, 11 im Jahr 2015. "Landesweit haben wir hier Zuwächse zu verzeichnen", wertet Joch diese Zahl als Erfolg. Der Leiter der Direktion Kriminalität in Borken sieht den Grund in einem Konzept, das seit Ende 2014 im Kreis umgesetzt wird, um Fallzahlen zu reduzieren und Aufklärungszahlen zu erhöhen. So ist die Polizei zum Beispiel in den dunklen Jahreszeiten zur "gefährlichsten" Zeit zwischen 16 und 21 Uhr mit Polizeiwagen in Wohngebieten unterwegs.

Guter Start ins Jahr 2015

Dabei werden Zahlen der Vergangenheit ausgewertet. "Im Januar und Februar 2015 hatten wir niedrige Fallzahlen", berichtet Joch, dass man gut ins Jahr gestartet sei. Im Gegensatz dazu wurden in diesem Winter deutlich steigende Fallzahlen notiert. Die werden sich in der nächsten Statistik in einem Jahr niederschlagen. Sicher fühlen können sich die Südlohner aber auch dann weiter.

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