Ab Ortsausgangsschild Südlohn Richtung Gescher müssen Radfahrer die schmale Straße mitnutzen. Deshalb hatten Anlieger an der R53 Richtung Gescher 2019 die Initiative in Richtung eines Radweges ergriffen. Nun tut sich etwas – auch, weil die Stadt Gescher ebenfalls einen Lückenschluss forciert. © Markus Gehring
Baumaßnahme

Initiative von Bürgern wirkt: Weichen für Radweg entlang der K53 sind gestellt

Im Juni 2019 wurde Bürgermeister Christian Vedder eine Unterschriftenliste für den Bau eines Radwegs an der K53 übergeben. Nun kommt Bewegung in die Sache, der Kreis bereitet Vorplanungen vor.

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren haben Anwohner der K53 Initiative ergriffen und dem damaligen Bürgermeister Christian Vedder eine Liste mit 165 Unterschriften übergeben. Das Ziel: die Schaffung eines Radwegs, der die Bauerschaft Eschlohn mit dem Südlohner Ortskern verbindet.

Die eh schon schmale Straße sei ein Risikofaktor. Nun kommt Bewegung in die Angelegenheit, das Thema liegt beim zuständigen Kreis auf dem Tisch. Auch, weil neben der Gemeinde Südlohn nun auch die Stadt Gescher aktiv geworden ist.

Noch im November 2019 hatte der Südlohner Rat das Thema Radweg entlang der K53 auf die Agenda genommen und positiv votiert. Ein erstes Signal. „Wir hatten seinerzeit vorab die Initiative ergriffen und den Kreis hinsichtlich unseres Anliegens kontaktiert. Man riet uns, dieses an den Bürgermeister heranzutragen“, erinnert sich Josef Große Kintrup, der mit seiner Frau Nadine einer der Initiatoren dieses bürgerschaftlichen Engagements ist.

Situation gerade für Kinder auf dem Rad gefährlich

Gleichsam mobilisierte man Mitstreiter – in diesem Bereich vornehmlich junge Familien mit Kindern. „Die Verkehrslage ist heute einfach eine andere als noch vor Jahren. Das Aufkommen ist ein anderes“, betont Josef Große Kintrup. Auch hätten die Menschen „heute scheinbar keine Zeit mehr“.

Selbst habe er schon einige gefährliche Situationen mit dem Rad auf der K53 erlebt, insbesondere bei Begegnungsverkehr. Deshalb habe man die Aktion ins Leben gerufen – bei 165 Unterschriften ein großer Erfolg. Schon bei Annahme der Unterschriftenliste hatte Christian Vedder bekundet, dass ein Radweg an dieser Stelle „eine gute Idee“ sei. Und er zeichnete bereits das Bild, dass man den Radweg auch touristisch nutzen könnte, wenn er direkt bis nach Gescher reichte. Diesen Ball hat die Stadt Gescher nun aufgenommen.

Politik in Gescher spinnt den Faden weiter

Die Verwaltung der Gemeinde Südlohn hatte seinerzeit, also zur Ratssitzung im November 2019, darum gebeten, dass die zuständigen Ausschüsse und der Rat der Stadt Gescher ebenso über diese geplante Maßnahme beraten. Dieses Vorhaben hatte die CDU-Fraktion des Gemeinderates Südlohn damals in einem Ergänzungsantrag unter anderem mit der herausragenden Verbindungsfunktion der Straße zwischen Südlohn und Gescher begründet. Gerade für Pendler schafft der Lückenschluss attraktive Optionen.

Im Juni 2019 setzten sich vor allem Anwohner für den Bau eines Radwegs entlang der K53 in Eschlohn ein.
Im Juni 2019 setzten sich vor allem Anwohner für den Bau eines Radwegs entlang der K53 in Eschlohn ein. © Johannes Schmittmann © Johannes Schmittmann

Ende April fasste der Ausschuss für Bauen, Planen und Stadtentwicklung der Stadt Gescher für einen Radweg an der K53 von Gescher nach Südlohn nun einen positiven Beschluss. „Mitte Mai hat daraufhin die Stadtverwaltung Gescher einen Antrag an den Kreis für die Aufnahme des Projektes in das Radwegeprogramm des Kreises Borken gestellt“, bestätigt Ellen Bulten von der Pressestelle des Kreises. Diesen Sachstand hat auch Südlohns Bürgermeister Werner Stödtke mit dem zuständigen Kreisbetrieb – Straßenbau und Verkehrsplanung des Kreises Borken, dem Straßenbaulastträger, abgeklärt. „Der Kreis Borken wird in naher Zukunft die weiteren Schritte für erste Vorplanungen in Angriff nehmen“, erklärt Stödtke.

Initiatoren freuen sich über erste Entwicklungen

Insgesamt 8,5 Kilometer lang ist der geplante Radweg von Gescher nach Südlohn. 2,6 Kilometer sind vorhanden. 5,9 Kilometer wären für den Lückenschluss notwendig: davon 3,4 Kilometer auf Südlohner Gebiet. Josef Große Kintrup freut es, dass nun „Bewegung ins Thema“ kommt – stellvertretend für alle, die sich für dieses Anliegen einsetzen. „Wir werden schließlich immer mal wieder angesprochen, ob sich in der Sache etwas tut“, so Große Kintrup. Jetzt könne man sagen, dass der Einsatz in jedem Fall etwas bewirkt hat.

Dass es noch ein wenig dauern wird, „bis endgültig Bagger anrollen werden“, das wisse man. Es sind schließlich noch viele Schritte vorgeschaltet. Voraussetzung für die Umsetzung ist ebenso, dass später auch Haushaltmittel für das Projekt bereitgestellt werden. Schon im Juni 2019 hatte Nadine Große Kintrup entsprechend angemerkt: „Wir sind realistisch und wissen, dass es seine Zeit dauern wird. Wir wollen den Stein aber jetzt ins Rollen bringen. Auch mit Blick auf die nächste Generation.“

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