Jugendwerk beantragt mehrere tausend Euro für Umfrage unter Jugendlichen

mlzJugendwerk Südlohn-Oeding

Das Jugendwerk beantragt bei der Gemeinde Südlohn einen Zuschuss von mehreren tausend Euro, um die Jugendlichen in der Gemeinde professionell zu befragen. Ist die Arbeit richtig aufgestellt?

Südlohn

, 03.11.2019, 17:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erreicht das Jugendwerk Südlohn-Oeding noch seine Zielgruppe? Stimmen die Vernetzung mit den Vereinen oder die Öffnungszeiten in den Jugendhäusern? Haben die Jugendlichen Probleme, die unter dem Radar durchlaufen? Fragen, auf die in der Gemeinde im Moment niemand richtig antworten kann.

Deswegen soll eine breit aufgestellt Umfrage gestartet werden. Eine professionelle Analyse der Angebote und Anforderungen der Jugendarbeit in den beiden Ortsteilen.

Jugendwerk will nicht vorpreschen, möchte aber genaue Daten

Jugendwerk-Geschäftsführer Markus Wellermann hatte einen entsprechenden Antrag in die vergangene Sitzung des Schul-, Jugend- und Sozialausschusses getragen. „Wir wollten damit nicht vorpreschen, dachten aber, dass der Antrag an die lokale Politik legitim ist“, erklärte er. Schließlich gehe es um die Entwicklung unmittelbar vor der Haustür in Südlohn und Oeding.

Barbara Seidensticker-Beining (SPD) reagierte erst einmal überrascht auf den Antrag. „So eine Analyse ist Aufgabe der öffentlichen Träger. Wir zahlen eine nicht-unerheblich Umlage für das Jugendamt im Kreis Borken“, erklärte sie.

SPD-Politikerin sieht die Fragen an der falschen Adresse

Auch wenn die Fragen insgesamt sehr gut seien, müssten sie auch von dort beantwortet werden. „Es ist gut, dass der Stein ins Rollen gebracht wurde“, ekrlärte sie. Doch in der Südlohner Politik seien die Fragen nicht an der richtigen Stelle. Sie warb dafür, das ganze Paket beim Kreisjugendamt zu beantragen.

Für die UWG stieß Karin Schmittmann in dieselbe Richtung. „Wir sollten kein Geld in ein Gutachten stecken, das am Bedarf vorbeigeht“, erklärte sie.

Michael Schichel (CDU) sah das anders. „Wir begrüßen den Antrag ausdrücklich“, erklärte er. Vielleicht könne sich die Gemeinde mit den Planungen ja auch an andere Kommunen anschließen. „Wir sollten zwar noch abwarten, die Mittel aber schon einmal einplanen“, sagte er.

„Wenn es den Antrag nicht gäbe, man müsste ihn erfinden!“

Auch aus der eigenen Fraktion bekam Barbara Seidensticker-Beining Gegenwind. „Wenn es den Antrag nicht gäbe, man müsste ihn erfinden“, erklärte Dr. Joachim Musholt (SPD). Er befürwortete den Antrag. So könne eine spezifische Sicht auf die Situation in Südlohn und Oeding entwickelt werden.

Bei den Kosten zuckten die Politiker jedoch zunächst zurück: 25.000 Euro hatte das Jugendwerk für die Umfrage beantragt. „Eine Zahl, die wir erst einmal nur so in den Raum geworfen haben“, erklärte Markus Wellermann. Momentan könne noch niemand sagen, was die Ermittlung genau kosten werde.

12.500 Euro mit Sperrvermerk für 2020

Die Politiker halbierten den Betrag daraufhin: 12.500 Euro sollen in den Haushalt für 2020 eingestellt werden. Der Betrag wurde aber zunächst mit einem Sperrvermerk versehen. Erst nach der weiteren Beratung sollen die Mittel freigegeben werden.

Einen klaren Riegel schob Markus Wellermann vor eine andere Diskussion: Michael Schichel wollte wissen, ob es in der Gemeinde unter Jugendlichen ein Drogenproblem gebe und was das Jugendwerk dagegen tue. Vor allem an der Vennhütte und im Brink sei es in den vergangenen Wochen hätten sich Anwohner über entsprechende Szenen beschwert.

Jugendwerk kann keine Polizeiaufgaben übernehmen

„Wir können keine polizeilichen Aufgaben übernehmen“, erklärte Markus Wellermann. Die Kontrolle möglicher Jugendgruppen, die Drogen nehmen, sei genau so eine polizeiliche Aufgabe. Die Prävention werde natürlich im Jugendwerk an vielen Stellen vorangetrieben. „Dazu bieten wir ganz unterschiedliche Inhalte an“, sagt er. Auch die Mitarbeiter würden regelmäßig entsprechend geschult oder besuchen Fortbildungen.

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