Kalkdusche für den Oedinger Busch

Gegen sauren Waldboden

OEDING Ein Helikopter zieht dröhnend seine Runden über dem Hessinghook – doch kein Verkehrsunfall oder Notfall hat seinen Einsatz erforderlich gemacht: Der Oedinger Busch ist der „Patient“ – genauer gesagt der saure Waldboden.

von Von Wiebke Fischer und Anne Winter-Weckenbrock

, 15.10.2009, 18:54 Uhr / Lesedauer: 1 min

Um den Kalk aufzunehmen, lässt Pilot Friedhelm Huß – während der Hubschrauber in der Luft „steht“ – den an Seilen befestigten Trichter unten am Boden befüllen. Dort bedient sein Kollege Hartmut Wenzel den Radlader und befördert Schaufel um Schaufel Kalk aus dem sauerländischen Grevenbrück von dem kleinen Berg am Boden in das Trichtergefäß, aus dem der Oedinger Busch berieselt wird.Die Arbeiten verlaufen routiniert und schnell: Nicht einmal zwei Minuten dauert es, und der Hubschrauber hat rund 500 Kilogramm Kalk verteilt. Etwa aus 100 bis 150 Metern Höhe lasse er den Kalk auf die Bäume „regnen“, erzählt der Pilot. Dazu öffnet er die Hydraulikpumpe unten am Trichter – und der Kalk fliegt in einer dicken Wolke über die Baumwipfel.

Landen soll er aber auf letztendlich dem Boden – denn für den ist er gedacht, wie Andrea Balke, Försterin beim Regionalforstamt Münsterland, bereits am Mittwoch im Gespräch mit der Münsterland Zeitung erläuterte. Das Regionalforstamt hat die Spezialfirma Hahn Helikopter engagiert, um insgesamt drei Tonnen kohlensauren Magnesiumkalks je Hektar Waldfläche im Oedinger Busch zu verteilen. Der Kalk wird gegen die Versauerung des Waldbodens gestreut. Er soll den Bäumen dabei helfen, mit ihren Wurzeln besser die Nährstoffe aufnehmen zu können, wie Andrea Balke betont: „Wir haben Bodenproben gezogen, die gezeigt haben, dass eine Kalkung nötig ist.“ Reiner Kalkstein hilft dem Boden – und ist für die Oedinger Gärten und Gartenmöbel völlig unschädlich: Einfach mit dem Schlauch abspülen, rät die Försterin.

Lesen Sie jetzt