Keine Alternative für teures Nachklärbecken

1,3 Mio. Euro investieren

Das Ringen einzelner Ratsmitglieder um eine Kostenreduzierung bei dem geplanten Neubau eines Nachklärbeckens am Klärwerk in der Tünte nützte nichts. Am Ende überzeugten die Argumente den Großteil des Rates, der in seinem Beschluss am Mittwochabend das Neubauvorhaben auf den Weg gebracht hat.

SÜDLOHN

13.02.2015, 18:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Klärwerk in der Bauerschaft Tünte wird um Kombibecken erweitert.gehring

Das Klärwerk in der Bauerschaft Tünte wird um Kombibecken erweitert.gehring

Rund 1,36 Millionen Euro wird das neue, 25,3 Meter im Durchmesser große Betonbecken für die Abwasserreinigung kosten. Baubeginn für das Klärbecken soll im Frühjahr 2016 und dessen Inbetriebnahme im Winter des gleichen Jahres oder Anfang 2017 sein. Spätestens dann macht sich diese Investition auch beim Bürger bemerkbar. Investitionen im Abwasserbereich werden durch den Gebührenhaushalt finanziert. Das bedeutet, dass die Gemeinde unweigerlich die Abwassergebühren erhöhen muss.

Im Rat am Mittwochabend war davon aber noch keine Rede. Ein Fachplaner stellte den Kommunalpolitikern das geplante "Kombibecken" vor und machte deutlich, dass diese Investition allein zu einer erhöhten Betriebssicherheit des Klärwerkes führt, die große Investition sich zum Beispiel aber nicht derart auswirke, dass sich die Leistung des Klärwerkes erhöht. Und das, so Fachplaner Dipl.-Ing. Frank Richter, arbeite bereits an der Kapazitätsgrenze.

Keine preiswerte Lösung

Betriebssicherheit für 1,36 Millionen Euro, das war einigen Ratsmitgliedern dann doch zu teuer. Sie suchten nach einem Weg, im Störfall preiswerter Betriebssicherheit herzustellen. Richter machte deutlich, dass das fast nicht möglich ist. Falle das Nachklärbecken länger aus, gebe es keine preiswerte Möglichkeit, "Abwasser im Extremfall über Wochen zwischenzulagern", bis das letzte Ersatzteil nachgeliefert wurde. Das vorhandene Nachklärbecken ist aus dem Jahr 1989 und größere Störfälle könnten eintreten, so der Planer. Geschehe das, führe das heute unweigerlich zu einer Verschmutzung der Schlinge. "Mit dem neuen Becken können sie jedes der drei vorhandenen Becken ersetzen", verdeutlichte der Planer, dass durch den Neubau auch größere Störfälle besser zu managen sind.

Die Belastungsgrenze des vorhandenen Klärwerks und Störfallsicherheit für die Anlage, das hätten die Kommunalpolitiker am liebsten unter einen Hut gebracht. "Wenn wir an die Zukunft denken, müssen wir irgendwann den großen Schritt machen", fand Günter Bergup (UWG).

Bauamtsleiter Dirk Vahlmann verdeutlichte, dass eine Kapazitätserweiterung des Klärwerks nur ein weiteres, eigenes Projekt sein könne. Auch Ingo Plewa (CDU) wollte neben der Sicherheit durch das neue Becken am liebsten auch eine Kapazitätsausweitung erreichen, sah aber am Ende der Diskussion und nach den Ausführungen des Planers, dass "es fast alternativlos ist, etwas anderes zu überlegen".

Drei Nein-Stimmen

Mit drei Nein-Stimmen und bei drei Enthaltungen stimmte die Mehrheit des Rates schließlich für den Bau des neuen Klärbeckens, das sowohl als Nachklärbecken als auch als Belebungsbecken genutzt werden kann.

Da erst im nächsten Jahr Baubeginn sein soll, hat der Rat die vorgesehenen Baukosten aber zunächst mit einem Sperrvermerk versehen - Freigabe der Mittel nur durch den Gemeinderat.

 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt