Die jüngst vorgestellten Prinzenpaare hatten sich bereits auf einen großen Auftritt am Samstag gefreut. Nun sagte der KFK-Vorstand die Prinzenproklamation aber ab, das Risiko sei angesichts der angespannten Coronalage zu hoch. © Volker Boeing
Coronakrise

KFK sagt offizielle Prinzenproklamation ab: „Weil wir vernünftig sind“

Der KFK hatte die Vorbereitungen getroffen für einen Höhepunkt der Session. Die Prinzenproklamation wurde nun aber coronabedingt abgesagt. Der Präsident nimmt die Politik in die Pflicht.

Auch wenn es rechtlich unter der 2G-Plus-Vorgabe möglich gewesen wäre – der Kinder- und Familienkarneval (KFK) Rot-Weiß Südlohn hat die Reißleine gezogen und die Prinzenproklamation am kommenden Samstag abgesagt. „Der Verstand sagt einfach Nein“, bringt es Robert Gröting auf den Punkt.

Bei allem Verständnis ist dem Präsidenten auch eine gewisse Verärgerung anzumerken: „Jetzt ist die Politik endlich mal gefordert, sonst stehen wir im Herbst 2022 wieder vor der gleichen Situation.“ Die Hoffnung auf ein besseres Frühjahr behält er dabei.

Dienstag, 12 Uhr: Diese Deadline hatte sich der Verein gesetzt, um eine Entscheidung zu treffen. „Dann wird die Technik aufgebaut, dann kostet’s Geld“, erklärt Gröting. Eine endgültige Richtung habe eine Rücksprache mit dem Ordnungsamt vorgegeben: „Auch in Südlohn steigen die Zahlen, das Risiko ist einfach zu hoch.“

Schutz gerade der Kinder und Jugendlichem im Vordergrund

Besonders zu schützen seien die vielen ungeimpften Kinder und Jugendlichen, die das Programm letztlich maßgeblich mitgestaltet hätten. Ohne deren Tänze sei die Proklamation undenkbar. Auch sei es sicher das falsche Signal, wenn nun Gäste aus der Umgebung wie von befreundeten Karnevalsvereinen in einer Halle zusammenkämen. „Wir hätten gedurft, lassen aber Vernunft walten“, so Robert Gröting. Der Schutz der Gesundheit aller stehe im Vordergrund.

Dass das nötige Sicherheits- und Hygienekonzept vorhanden war, das habe die Prinzenvorstellung Anfang November gezeigt: „Da hat es im Nachgang keinen Coronafall gegeben“, betont der Präsident. Nun habe sich die Gesamtlage aber weiter zugespitzt.

Die jungen Garden hatten sich bereits auf ihren großen Auftritt gefreut. Mit der Absage wolle der KFK vor allem die vielen aktiven ungeimpften Kinder und Jugendlichen schützen.
Die jungen Garden hatten sich bereits auf ihren großen Auftritt gefreut. Mit der Absage wolle der KFK vor allem die vielen aktiven ungeimpften Kinder und Jugendlichen schützen. © Katrin Sarholz © Katrin Sarholz

Somit müssen das Erwachsenenprinzenpaar Marco I. (Telöken) und Christina I. (Geiß) sowie das Kinderprinzenpaar Aaron I. (Wansing) und Lucy I. (Funke) zunächst auf ihren nächsten offiziellen Auftritt warten – ebenso die vielen Gruppen im Verein. „Seit Sommer können unsere Gardekinder endlich wieder trainieren und nun können wir ihnen keine Bühne als Lohn bieten“, sagt Robert Gröting mit Bedauern in der Stimme.

Hoffnung auf das Frühjahr bleibt

Und vor allem aus diesem Grund hofft er auf ein besseres Frühjahr als vor einem Jahr. Dazu soll zu Anfang des Jahres ein Gespräch mit Bürgermeister Werner Stödtke und Ordnungsamtsleiter Matthias Lüke weitere Aufschlüsse geben. „Da müssen wir schauen, wie sich die Lage weiter entwickelt, was möglich ist und wie der Umzug oder auch der Prinzenfrühschoppen durchgeführt werden können“, erklärt Robert Gröting.

Der Wille sei bei allen Beteiligten da, konkrete Auskünfte seien aber noch „Kaffeesatzleserei“. Nach dem optimalen Start in die Session folgt nun erst mal ein weiterer Rückschlag. Die Gemeinde hatte jüngst bekanntlich schon den Weihnachtsmarkt Südlohn und den Advents-Treff Oeding aus gleichem Grund abgesagt. Die erworbenen Tickets für die fast ausverkaufte Veranstaltung in der Festhalle Terhörne könnten selbstverständlich zurückgegeben werden, der Eintrittspreis würde erstattet, betont der KFK-Präsident.

Bisher sei der KFK immer auf Verständnis für die Entscheidung getroffen – auch bei denjenigen, die mit der Veranstaltung letztlich auch Geld verdienten. „Das haben wir uns schon gedacht“, sei die überwiegende Antwort gewesen. Dass man sich durch Absagen und Co. quasi einen „eigenen Lockdown“ schaffe, dessen sei sich Robert Gröting bewusst. Damit könne er aber leben, „weil wir vernünftig sind“.

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