In Südlohn stimmen sich nun die Fraktionen ab, ob für die beiden Grundschulen mobile Luftreinigungsanlagen angeschafft werden sollen. Das Thema könnte auf die Tagesordnung des Rates am 25. August kommen. © picture alliance/dpa
Raumlüfter

Kinder an Südlohner Grundschulen müssen weiter auf Luftreiniger warten

Die Fraktionen haben nun das letzte Wort: Stimmen sie für die Anschaffung von Luftreinigern für die Grundschulen, muss die Gemeinde diese aus eigener Tasche bezahlen. Zuschüsse dafür gibt es nicht.

In den Sommerferien ist das Thema Luftreiniger an Schulen in Südlohn aktiv forciert worden. Nun erfolgt eine politische Absprache, dann könnte der Rat am 25. August weitere Weichen stellen.

Sollen die beiden Grundschulen mit mobilen Luftreinigern ausgestattet werden oder nicht? Weitere Weichen werden in Südlohn am Dienstag gestellt: „Interfraktionell rufen wir noch einmal ein Meinungsbild ab. Dann könnte das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung am 25. August genommen werden“, erklärt Bürgermeister Werner Stödtke. Bereits mehrfach war das Thema in den Fraktionsspitzengesprächen und in den Fraktionen besprochen worden, nun wird es konkret.

Im Grunde auf die Lage in Südlohn abgestimmt, mit zwei Grundschulen in städtischer Trägerschaft, hatte das Land NRW jüngst das sogenannte Lüftungsprogramm 2 aufgelegt – 90,4 Millionen Euro sollen in Schulen und Kindertagesbetreuung fließen, um den Präsenzbetrieb nach den Sommerferien zusätzlich abzusichern. Aus dem NRW-Rettungsschirm sollen 48,2 Millionen Euro und aus Bundesmitteln 42,2 Millionen Euro bereitgestellt werden. So der Plan.

Südlohn fällt aus zweitem Förderprogramm heraus

Die Krux: Die Bundesregierung hatte beschlossen, die Bundesländer dabei zu unterstützen, zusätzliche Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus in gemeinschaftlich genutzten Räumen der sogenannten „Kategorie 2“ zu ergreifen.

„Kategorie 2“-Räume sind Räume mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit. Konkret: Diese verfügen über keine raumlufttechnische Anlage, die Fenster sind nur kippbar oder die Lüftungsklappen haben nur einen minimalem Querschnitt.

In Südlohn wie auch in Oeding liegen allerdings allein Räume der „Kategorie 1“ vor. „Im Grunde genommen ist in allen Räumen eine erforderliche Stoßlüftung möglich“, bestätigt Werner Stödtke. Damit reiht sich die Gemeinde in die Reihe der vielen Kommunen ein, für die diese Förderung nicht zum Tragen kommt.

Im Herbst 2020 hatte die Landesregierung bereits ein erstes 50-Millionen-Euro-Sonderprogramm für mobile Lüftungsanlagen aufgelegt. Aber auch diese Förderung gilt nur für Klassenräume, die nicht ausreichend belüftbar sind.

Feste Lüftungsanlage an der St. Vitus-Schule hat sich bewährt

In der Doppelgemeinde stellt sich die Situation wie folgt dar: „Im Neubau an der St.-Vitus-Schule haben wir bekanntlich eine CO2-gesteuerte Lüftungsanlage fest installiert“, so der Bürgermeister. Im sanierten Altbau war darauf verzichtet worden – „dort wären also ein paar Räume betroffen“, so Werner Stödtke.

An der Von-Galen-Grundschule in Oeding steht bekanntlich eine Großbaustelle an. „Die Corona-Situation ist jetzt und wir müssen im aktuellen Bestand denken. Deshalb favorisieren wir für Oeding die mobile Lösung mit Blick auf das Schuljahr 2021/22“, sagt Werner Stödtke.

Im ersten Zug würden die mobilen Geräte in den derzeitigen Klassenräumen eingesetzt. Sobald die eigentliche Baumaßnahme in Angriff genommen werden kann, würden die Geräte dann mit in die Container „umziehen“.

Mobile Systeme werden auch für Oeding favorisiert

Im sanierten Gebäude der Grundschule Oeding wäre nach Abschluss der Bauarbeiten dann eine feste Lüftungsanlage eingebaut. „Diese hat sich im Ersatzbau in Südlohn ja schon bewährt“, so Stödtke.

Die weitere Nutzung der mobilen Geräte wäre dann in den Räumen mit Lüftungsanlage nicht mehr notwendig und es wäre über die weitere Verwendung zu entscheiden.

In der Konsequenz müssten – diesem Plan folgend – für beide Ortsteile folglich mobile Luftreinigungssysteme angeschafft werden, entscheiden muss nun die Politik.

In der Vorbereitung ist man seitens der Verwaltung nicht untätig gewesen. „Es wurden während der Ferien mit Blick auf das neue Schuljahr dauernd Abstimmungen vorgenommen“, so der Bürgermeister. Entsprechende Angebote lägen zudem vor – „wir haben im Grunde eine Entscheidungsreife vorliegen“, so Werner Stödtke.

Nun warte man auf die „letzte politische Absprache“. Sollte dieses Votum positiv ausfallen, könnte der Rat Ende des Monats weitere Weichen stellen. Eine Umsetzung der Maßnahme hielte Werner Stödtke dann noch vor den Herbstferien für machbar. „Sofern lieferbar.“

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